Gemeinsame Broschüre der Arbeitsgruppe zum Thema: Ganzheitliche Immunprophylaxe
Die Ende des Jahres 2025 erschienene Erstauflage ist vorerst vergriffen - bitte lesen Sie hier:
IMPRESSUM
1. Auflage 2025
© 2025 Verein Helping Crane o. z.
Arbeitsgruppe für ganzheitliche Immunprophylaxe
und Impffolgenforschung IIFF
Bestellungen bitte über: www.helpingcrane.com
Druck und Vertrieb dieser Broschüre werden durch Schenkungen
finanziert. Wir danken herzlich für Ihre Unterstützung:
IBAN BE96 9054 7936 4105 BIC: TRWIBEB1XXX
Ganzheitliche Immunprophylaxe
INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung 6
Bewusste Empfängnis, Schwangerschaft & Geburt 10
Vorbereitung auf neues Leben - was braucht es dafür? 10
Bewusste Schwangerschaft im Einklang mit Körper und Natur 14
Wochenbett als heilige Zeit der Rückbildung & Neufindung 16
Psyche 19
Immunabwehr und individuelle Psyche 19
Psychohygiene 29
Vorgeburtliches Erleben 33
Körper 36
Wichtiges zur Basis von Gesundheit: Bewegung | Wärme |
Kälte | Entspannung | Schlaf 36
Grundsätze einer gesunden Ernährung
und erfolgreichen Darmsanierung 40
Gesundheitliche Selbstbeobachtung 55
Die gesundheitsfördernde Funktion des Fiebers 60
Orthomolekulare Medizin bei der Immunprophylaxe 65
Virusinfekte: Prophylaxe & akute Selbsthilfe 67
Homöopathie 69
Klassische Homöopathie – eine ganzheitliche Heilmethode 69
Homöoprophylaxe nach Hahnemann & Golden 73
Kann man Impfstoffe „homöopathisch ausleiten“? 77
Heilpflanzen & Aromatherapie (ätherische Öle) 80
Baubiologie | Elektromagnetische Felder | Schlafplatz 85
Einführung 85
Elektromagnetische Felder = EMF 87
Gesunder Schlafplatz 88
Entgiftung / Detox – Grundsätze 91
EINLEITUNG
Diese Broschüre soll Menschen zur Unterstützung ihrer Gesundheit
dienen.
Gesundheit ist nicht abhängig vom Finanztopf der Krankenkassen,
vom Rezeptblock von Ärzten und auch nicht von neuesten technischen
Errungenschaften der Universitätskliniken. Unsere moderne medizi-
nische Entwicklung sei hoch wertgeschätzt, dennoch fehlt in der west-
lichen Medizin häufig der Blick auf den ganzen Menschen inklusive der
Fähigkeiten des menschlichen Organismus. Jeder von uns verfügt über
ein enormes Potenzial von Selbstheilungskräften. Manchmal nehmen
wir nur vage, manchmal klarer wahr, was gut für uns ist.
In der vorherrschenden Medizin wird häufig verdrängt oder vergessen,
wie wichtig unsere Eigenverantwortung für eine tiefe und langfristige
Gesundheit ist. Wir selbst sind die ersten, die unsere Gesundheit und
die unserer Kinder beeinflussen können. Bestenfalls orientieren wir
uns an Mutter Natur und schätzen ihre wunderbaren Möglichkeiten
wert.
Seit Jahrtausenden haben sich traditionelle Naturheilverfahren als
unterstützend und heilsam erwiesen. Sie benötigen dringend einen
würdevollen Platz im heutigen Gesundheitswesen inklusive Arzt-
praxen, Kliniken und Universitäten. Es fällt auf, dass Menschen, die
durch einen Unfall, eine Behinderung oder aufgrund einer chroni-
schen Erkrankung vorgeschädigt sind, möglicherweise wenig Ein-
fluss auf ihre Therapie, vielleicht sogar auf ihr Alltagsleben haben. In
etlichen Belangen ist es oft trotzdem möglich, eigene Entscheidungen
oder Absprachen bezüglich Behandlungen zu treffen, z. B.: Was esse
und trinke ich? Womit fülle ich meine Zeit? Welche Motivation habe
ich bei dem, was ich für meine Gesundheit tue? Damit besteht maß-
geblich Einfluss auf das eigene körperliche und geistig-seelische Wohl-
befinden.
Selbst wenn jemand körperlich und/oder psychisch kaum in der Lage
zur Selbstbestimmung ist, bleibt oft als Möglichkeit die Psychohygiene,
das Wahrnehmen und Verändern unserer Gedanken. Dazu gehören
ein bewusster Umgang mit unseren Gefühlen, das Pflegen unseres
Glaubens an Gott, an ein großes Ganzes, ein höheres, umfassendes
Bewusstsein oder der Blick auf tiefe Lebenswerte, mit denen wir uns
verbunden fühlen.
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Medizin, die wir Ihnen hier zur Selbsthilfe vorstellen, kostet zum größ-
ten Teil wenig Geld. Wir Menschen neigen wegen unserer erlernten
Gewohnheiten dazu, dass wir neue Erkenntnisse schwierig umsetzen
können. Deshalb sei auch die Empfehlung gegeben, Veränderungen
schrittweise umzusetzen, um so zunehmend die Rolle der Eigenver-
antwortung und Selbstermächtigung einzunehmen. Das kann ein völ-
lig neues Lebensgefühl vermitteln.
Wir beschreiben nun das Paradox der „aktuellen Medizin“ näher. Wie
erleben Menschen in der Regel Arzttermine oder dort durchgeführte
Diagnostik? Der Besuch beim Hausarzt führt zu einer Überweisung
zum Facharzt, dieser empfiehlt eine weitere Facharztkonsultation.
Nicht selten wird daraus ein Marathon aus Arztbesuchen und Unter-
suchungen wie Ultraschall, MRT und weiterer Apparatemedizin. Für
gewöhnlich verordnet der Behandler Medikamente gegen bestehende
Symptome, Antimittel, wie oft schon in der Fachbezeichnung erkenn-
bar (z. B. Antibiotika, Antiasthmatika). Häufig treten dadurch Neben-
wirkungen auf, weil die Ursache der Beschwerden weiterbesteht und
nur ein Symptom unterdrückt wird. Dagegen wird dann das nächste
„Antimittel“ verordnet, und es kann ein regelrechter Teufelskreis in
Gang gesetzt werden.
Ein solches Vorgehen bedeutet für den Patienten sowohl einen enor-
men Zeitaufwand, als auch erhebliche psychische und körperliche
Anstrengung; eine zusätzliche finanzielle Belastung kann einen weite-
ren negativen Aspekt darstellen.
Naturheilkunde, Schulung gesunder Lebensweisen, Besuche bei ganz-
heitlichen Ärzten, Heilpraktikern, Physiotherapeuten und Ernährungs-
beratern können kostspielig sein. Allerdings gelingt eine Kommunika-
tion mit auf solchen Grundlagen tätigen Kollegen meist auf Augenhöhe,
wenn für Ihre Belange genügend Zeit und Aufmerksamkeit vorhanden
sind. Diese Investition kann besondere „Zinsgewinne“ in Form von
Gesundheit, Lebensfreude, Leistungsfähigkeit und vielem mehr mit
sich bringen.
Bei der Wahl von Therapeuten und Behandlern empfehlen wir,
besonders auf folgendes Qualitätsmerkmal zu achten: Wenn Sie vom
Behandler Hilfe zur Selbsthilfe vermittelt bekommen, haben Sie lang-
fristig die Möglichkeit, eigenständig und unabhängig vom Therapeu-
ten Ihre Gesundheit zu unterstützen.
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Bezüglich der sogenannten „Corona-Impfung“ haben wir ein meister-
haftes Lehrstück erlebt, bei dem durch eine riesige Propaganda-
maschine Angst in der Gesellschaft geschürt wurde. Es liegt der Ver-
gleich mit einem religiösen Heilsbringer in Form eines Retters und
Erlösers nahe. Es wurde intensiv und oft mit starkem Druck für eine
„Impfung“ geworben, die alle Probleme beseitigen würde. Hierfür wur-
den viele Milliarden Euro unserer Steuergelder investiert, obwohl von
verschiedenen Ärzten und ärztlichen Organisationen seit Beginn der
„Corona-Pandemie“ immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass
systematische Immunstärkung priorisiert werden sollte. Kosten, die
dafür entstanden wären, hätten nach eigener Schätzung bei 1 % der
tatsächlich entstandenen Unkosten gelegen. Dass die öffentliche Hand
diesbezüglich immer noch zurückhaltend agiert, ist für uns in der
Funktion als Arbeitsgruppe für ganzheitliche Immunprophylaxe und
Impffolgenforschung der Anlass zur Publikation dieser Broschüre.
Schon Mitte 2021 war bekannt, dass mit und ohne die Trans fektion
(Injektion von genetisch manipulierendem Material) in etwa dieselbe
Infektiosität besteht. Hierfür gibt es zitierbare Quellen (Veröffent-
lichung der Krisenstabsprotokolle des Robert Koch-Institutes
= „RKI-Protokolle“: www.rki-transparenz bericht.de, siehe auch Zusammen-
fassung unter „Pressekonferenz“). Auf die schweren und schwersten
Schäden sowie die vielen Todesfälle nach dieser „Impfung“ möchten
wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Wir möchten jedoch dazu
aufrufen, sich bezüglich solcher Themen umfangreich aus unterschied-
lichen und unabhängigen Quellen zu informieren!
Diese Broschüre steht für eine Medizin der Wahrhaftigkeit, für
Menschlichkeit und Lebensdienlichkeit. Dazu gehört sowohl physi-
sche, als auch psychische Immunprophylaxe, damit bei weiteren Ver-
suchen von Kreisen aus Politik und Ökonomie, eine Pandemieveran-
staltung zu orchestrieren, Menschen frühzeitig erkennen, worauf die
Sache hinausläuft.
Gut informiert zu sein als Prophylaxe gegen die Angst oder als „Immu-
nisierung gegen Angstmache“, kann heilsam und wert schätzend für
sich und die Gesellschaft sein. Eine lang bewährte Frage zum Prüfen
des Tuns anderer lautet: „Cui bono?“ Aus dem Lateinischen ins Deut-
sche übersetzt heißt das: Wem nützt es? Gemeint ist: Wer verdient
daran? Wie viel Geld fließt von wo nach wo? Wer hat welchen Macht-
vorteil davon?
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Idealerweise könnte dieser Blickwinkel, dieses kritische Bewusst und
diese Art der Gesellschaftsgestaltung nicht nur speziell den Bereich
der Medizin betreffen. Das Prinzip „Argumente statt Fäuste“ lässt sich
auf alle Lebensbereiche anwenden. Der Machtmissbrauch in anderer
Form kann nicht weniger zerstörerisch sein, als die Anwendung physi-
scher Gewalt.
Wir wünschen uns, dass Sie in dieser Lektüre Werkzeuge finden, die Sie
sowohl in Bezug auf Ihre eigene Gesundheit als auch für die Gesund-
heit anderer Menschen in Ihrem Umkreis erfolgreich nutzen können.
Bezüglich thematischer Fragen oder Anregungen kontaktieren Sie
gerne die Autoren der betreffende Artikel bzw. für weitergehende
Aspekte unseren Verein. Wir bitten um Verständnis, dass allerdings
keine individuellen Diagnosestellungen oder Therapie empfehlungen
möglich sind.
Ihr Team vom Helping Crane
9BEWUSSTE EMPFÄNGNIS,
SCHWANGERSCHAFT & GEBURT
Vorbereitung auf neues Leben – was braucht es dafür?
Der Prozess, ein Kind zu empfangen, beginnt bereits bei der Partner-
wahl. Diese Wahl ist ein faszinierender komplexer biologischer und
sozialer Prozess, der weit über bewusste Entscheidungen im Kopf
hinausgeht. Die Natur steuert ihn insbesondere über körperliche Sig-
nale und den Geruchssinn, also durch unbewusste Signale, die für das
Fortpflanzungsergebnis entscheidend sind.
Der Geruchssinn spielt eine wesentliche Rolle: Menschen reagieren auf
Pheromone und andere körpereigene Duftstoffe, wodurch oft ein Part-
ner mit einem genetisch kompatiblen Immunsystem unbewusst bevor-
zugt wird. Dieses Prinzip ist evolutionär bedeutsam, da es die Gesund-
heit und das Überleben des Nachwuchses fördert.
Auch körperliche Signale und Sympathie werden durch unbewusste
Wahrnehmungen gelenkt. Das „Bauchgefühl“ – eine intuitive, körper-
liche Resonanz – kann neben dem Verstand ein starkes Indiz für die
Passung des Partners sein. So arbeitet der Körper als eine Art bio-
logischer „Filter“, der zusammen mit Geist und Herz dafür sorgt, dass
sich Menschen für passende Partner entscheiden, mit denen eine gute
Basis für gesunden Nachwuchs entsteht.
Dieser integrative Prozess aus bewussten und unbewussten Wahr-
nehmungen unterstützt das Zusammenspiel von Genetik und emo-
tionaler Bindung und ist eine wunderbare Kombination aus Vernunft,
Gefühl und Naturtrieb. Die Paare schaffen nun für ihre Nachkommen
eine liebevolle Verbindung, in der Wünsche, Hoffnungen und Lebens-
geschichten respektvoll gehalten und erforscht werden.
Schon lange vor der Empfängnis laden sie gemeinsam Körper, Geist
und Seele ein, sich für das neue Leben zu öffnen. Werdende Eltern,
die bereits vor der Empfängnis gemeinsam Traumaarbeit leisten und
emotionale Heilungsprozesse fördern möchten, schaffen eine stabile
Grundlage für ihr neues Baby, die von Vertrauen, Sicherheit und Liebe
geprägt ist.
10Der gemeinsame Weg kann vielfältig gestaltet werden, um alte
Belastungen sanft zu lösen und Raum für neues Glück zu öffnen.
Gemeinsame Gespräche in einem sicheren Rahmen stärken das gegen-
seitige Verständnis und öffnen Türen für Heilung. Professionelle
Begleitung durch:
• Paar- und/oder Familientherapeuten,
• Traumaexperten oder
• speziell ausgebildete Berater/Coaches
unterstützen dabei, belastende Erlebnisse zu verarbeiten.
Weitere wirksame Methoden sind achtsame Praxis wie gemeinsam
ausgeführte Meditation, Yoga oder Atemübungen, die Körperbewusst-
sein und emotionale Nähe vertiefen.
Ritualisierte, gemeinsam erlebte Momente, beispielsweise das
Anzünden von Kerzen, das Teilen von Dankbarkeit oder das Ein-
bringen gemeinsamer Visionen stärken die emotionale Bindung.
Auch körperorientierte Verfahren wie Craniosacral-Therapie, Atem-
arbeit oder Somatic Experiencing können das Loslassen von Spannun-
gen und alten Mustern fördern.
Daneben bieten Austausch- und Unterstützungsgruppen, etwa Doula-
Kreise oder Frauengruppen, einen wertvollen Rahmen.
Insgesamt öffnen sich durch diese vielfältigen Wege Herz und Seele
und sie schaffen eine liebevolle Atmosphäre, die optimales Wachstum
für die neue Familie ermöglicht.
Körperliche Reinigung – bei Frau und Mann – durch gesunde
Ernährung, natürliche Entgiftungskuren und sanfte Bewegung unter-
stützen die Vitalität und öffnen Räume für neue Lebensenergie.
Eine wichtige Grundlage für eine gesunde Empfängnis und Schwanger-
schaft ist das Mikroökosystem des Körpers – das Mikrobiom von
Frau und Mann. Die Vielfalt und das Gleichgewicht der mikrobiellen
Gemeinschaften im Darm, in der Vagina und der Gebärmutter prägen
maßgeblich die Fruchtbarkeit und die Empfängnisbereitschaft.
11Moderne Labordiagnostik ermöglicht eine detaillierte Analyse die-
ser Mikroorganismen und gibt Aufschluss über deren Diversität und
Balance. Eine vielfältige und stabile Mikrobiota zeigt sich vorteilhaft für
die Bildung von Eizellen und Spermien (Gametogenese) sowie für die
Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut, die als entscheidende
Voraussetzung für eine erfolgreiche Schwangerschaft gilt. Ein aus-
gewogenes vaginales Milieu, dominiert von milchsäurebildenden Bak-
terien (Lactobazillen), schafft ein gesundes Mikrobiom und schützt vor
Infektionen.
Ebenso beeinflusst ein intaktes Darmmikrobiom das Immunsystem
und den Stoffwechsel positiv, was sich auf die gesamte reproduktive
Gesundheit auswirkt. Bei Dysbalancen im Mikrobiom eröffnen sich
vielfältige Möglichkeiten der Heilung und Unterstützung, etwa durch
gezielte Probiotika, Präbiotika und naturheilkundliche Begleitung.
Ziel ist es, das mikrobielle Gleichgewicht so zu fördern, dass bestmög-
liche Voraussetzungen für Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt
geschaffen werden.
Rituale verstärken die Verbindung und
schaffen ein bewusstes Willkommen
Rituale sind kraftvolle Wege, die Verbindung zwischen Paaren tief zu
stärken und die gemeinsame Reise in die Elternschaft bewusst und
liebevoll zu gestalten. Sie schaffen Räume der Verankerung, bringen
Stabilität in Zeiten großer Veränderung und laden dazu ein, innezu-
halten und sich neu auszurichten. Gerade in unserer modernen, oft
schnelllebigen Welt helfen Rituale, die uralten menschlichen Bedürf-
nisse nach Gemeinschaft, Sicherheit und Verbundenheit nachhaltig zu
stillen.
Das „familiäre Dorf“ als Stütze in dieser Zeit ist viel mehr als eine Meta-
pher: Es beschreibt ein Netzwerk aus vertrauten Menschen – Familie,
Freundinnen, Nachbarinnen, Hebammen und anderen Begleiterinnen,
die mit Fürsorge, Unterstützung und gemeinsamer Erfahrung Kraft
schenken.
Ursprünglich haben sich Menschen in eng verbundenen Gruppen orga-
nisiert, um gemeinsam Kinder großzuziehen, Wissen weiterzugeben
und körperliche sowie seelische Gesundheit zu bewahren. Dieses Prin-
zip wird heute als zentrale Ressource für werdende Familien als ebenso
wichtig erkannt und sollte bewusst gesucht und gepflegt werden.12Konkret können Rituale in kleinen täglichen Handlungen bestehen:
das bewusste gemeinsame Essen, ein tägliches Dankbarkeitsritual,
in dem positive Gedanken und Werte geteilt werden oder das gegen-
seitige Anzünden von Kerzen als Symbol von Licht, Wärme und dem
Willkommenheißen neuen Lebens.
Auch gemeinsames Schreiben von Briefen an das ungeborene Kind
oder das Legen von Samen in die Erde als Zeichen des Wachstums för-
dern Verbundenheit.
Weitere Rituale beinhalten achtsame Berührungen und Massagen, die
Nähe und Körperbewusstsein stärken, sowie das Einbinden von Natur
und Elementen, um den Rhythmus des Lebens und der Jahreszeiten
bewusst zu erleben.
Dieses familiäre und gemeinschaftliche „Dorf“ wirkt unterstützend auf
vielfältigen Ebenen: Es vermindert Stress, schenkt emotionalen Rück-
halt und teilt praktische Lasten. Besonders in anspruchsvollen Zei-
ten ermöglicht es Müttern und Paaren, sich getragen zu fühlen, um
sich selbst und ihrem Kind ganz neu zu begegnen und die Zukunft mit
Zuversicht zu gestalten.
Die Verbindung zur Gemeinschaft und das familiäre „Dorf“ bieten
emotionale Stärke und praktische Fürsorge. Fachliche Unterstützung
bei Fruchtbarkeitsfragen oder tiefergehenden Belastungen steht als
wertvolle Begleitung bereit.
Bewusste Schwangerschaft im Einklang mit Körper und Natur
Die bewusste Schwangerschaft ist eine kraftvolle Zeit der Wandlung,
in der Körper, Herz und Seele der Frau sich auf ein neues Leben
ausrichten. Auf vielen Ebenen entsteht ein zartes, doch tiefes Band
zwischen der Schwangeren, dem werdenden Kind und dem Vater –
eine gegenseitige Begegnung voller Wachstum, Verwandlung und
gemeinsamer Vorbereitung, Verbindung auf seelischer Ebene.
Die Schwangerschaft öffnet ein Fenster zu einer intensiven inneren
Begegnung mit dem Kind. Die Frau spürt Bewegungen, hört leise
Impulse und kann in einen Austausch mit ihrem ungeborenen Kind
gehen. Ruhe, Achtsamkeit und bewusste Momente des Innehaltens
nähren diese Verbindung. Das bewusste Sprechen mit dem Kind, das13Spüren der Berührung bei sanften Bauch-Streicheleinheiten und das
gemeinsame Atmen schaffen Nähe und Urvertrauen.
Auch der Vater ist eingeladen, sich aktiv an dieser Zuwendung zu
beteiligen. Gemeinsame Momente, in denen das Paar das Kind will-
kommen heißt – sei es durch Gespräche, Berührungen oder kleine
Rituale – stärken das Band zwischen allen dreien. So wächst das
Familiengefühl mit jedem Tag.
Körperliche Veränderungen und Entwicklung
Der Körper der Frau wandelt sich in vielfältigen, oftmals wundervollen
Prozessen. Die Hormone schaffen zarte Veränderungen in Haut, Haa-
ren und Bindegewebe. Die Brust bereitet sich behutsam aufs Stillen vor,
der Bauch wächst sichtbar und mit ihm das Gefühl von Verantwortung
für das neue Leben. Gleichzeitig verändern sich Organe und Kreislauf,
die Wirbelsäule passt sich an, und der Körper der Mutter unterstützt
gezielt das Wachstum des Kindes.
Manche spüren müde Tage, wechselnde Stimmungen oder körperliche
Beschwerden. In der Zeit der Schwangerschaft können diese Zeichen
daran erinnern, als heilsame Phase des Neuausrichtens genutzt zu
werden.
Unterstützungsbedarf in den einzelnen Phasen
Jede Phase der Schwangerschaft bringt eigene Bedürfnisse mit sich.
Zu Beginn ist es oft mehr die emotionale Verarbeitung, Klärung
von Ängsten sowie die Gestaltung eines schützenden Feldes für das
ungeborene Leben. Stabilisierende Gespräche, Entspannungsübungen
und psychosoziale Begleitung können sehr entlastend wirken.
In der mittleren Phase gewinnen körperliche Beweglichkeit, gesund-
heitliche Vorsorge und die bewusste Gemeinschaft große Bedeutung.
Sanfte Bewegung, Yoga oder Schwimmen stärken die Muskulatur,
Hebammen begleiten die körperlichen und seelischen Themen. Die
Zugehörigkeit zu Kursen oder Frauengruppen bietet Raum für Aus-
tausch.
14Im letzten Drittel rücken die innere Vorbereitung auf die Geburt und
das Annehmen der anstehenden Transformation in den Vordergrund.
Hier sind Atemarbeit, Meditation, Geburtsvorbereitungskurse und
die Beziehung zum geburtshilflichen Team wichtige Ressourcen für
Sicherheit und Selbstvertrauen.
Ganzheitliche Vorbereitung auf die Geburt
Die Geburt ist ein Wunder des Lebens, das von einem fein abgestimmten
Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind getragen wird. Wenn das
Kind in der Gebärmutter seine volle Reife erreicht, sendet es Signale
an den Körper der Mutter, die behutsam den Geburtsprozess einleiten.
Hormone wie Oxytocin und Prostaglandine werden vermehrt aus-
geschüttet, um die Gebärmutter in rhythmische Wellen aus Wehen zu
versetzen, die den Muttermund weiten und das Kind auf die Welt vor-
bereiten. Oxytocin, das sogenannte „Bindungshormon“ oder „Liebes-
hormon“, spielt dabei eine zentrale Rolle. Es fördert nicht nur die kraft-
vollen Kontraktionen der Gebärmutter während der Wehen, sondern
stärkt gleichzeitig die tiefe emotionale Verbindung zwischen Mutter
und Kind. Dieses Hormon unterstützt das Urvertrauen und ermöglicht
es der Frau, sich entspannt auf den Geburtsprozess einzulassen.
Auch über die Geburt hinaus begleitet Oxytocin die Mutter-Kind-
Beziehung und fördert die innige Bindung, die über alle Lebensphasen
hinweg von unschätzbarem Wert ist. Stillen, liebevolle Berührungen
und das gemeinsame Lauschen auf die Bedürfnisse des Kindes aktivie-
ren immer wieder die Oxytocin-Ausschüttung. So wird diese kraftvolle
Verbindung zwischen Mutter und Kind lebendig und stärkt das Gefühl
von Sicherheit und Geborgenheit.
Die bewusste Pflege dieser Bindung ist eine wesentliche Säule für die
emotionale Gesundheit von Mutter und Kind – sie schafft ein Funda-
ment für ein liebevolles Miteinander und unterstützt das Kind darin,
sich sicher und angenommen zu fühlen. Für die werdende Mutter
bedeutet das: Vertrauen in ihren Körper, sich sanft begleiten lassen
und die eigene innere Stimme wahrnehmen, die ihr sagt, wann sie
Kraft schöpfen oder loslassen darf. So wird die Geburt zu einem kraft-
vollen und zutiefst berührenden Erlebnis, welches das Fortführen
eines lebenslangen Bandes markiert, welche seit der Empfängnis des
Kindes besteht.
15Wochenbett als heilige Zeit der Rückbildung & Neufindung
Das Wochenbett ist eine kostbare Übergangszeit nach der Geburt, in
der Mutter und Kind sich finden, neu verbinden und zurück in ihren
Rhythmus einschwingen.
In vielen Kulturen wird diese Phase 40 Tage lang zelebriert – der Kör-
per wird sanft umsorgt, die Seele genährt und Raum für Ruhe, Heilung
Wertschätzung und Fürsorge geschaffen.
Diese Wochen geben der Frau Gelegenheit, sich bewusst vom kraft-
vollen, intensiven Ereignis der Geburt zu erholen und in ihre neue Rolle
hineinzuwachsen. Die Zeit steht im Zeichen der liebevollen Selbstfür-
sorge sowie der wohlwollenden Begleitung durch Familie, Hebammen
und vertraute Menschen.
Massagen mit warmem Öl schenken Entspannung, fördern die Durch-
blutung und regulieren den Lymphfluss, was den körperlichen Rück-
bildungsprozess unterstützt. Tuchmassagen vermitteln tiefe Geborgen-
heit und helfen, den Körper nach der Geburt zu „schließen“ und zu
stabilisieren. So kann körperliche und seelische Regeneration statt-
finden.
Das Wochenbett lädt zu sanften Bewegungen ein, die den Körper wie-
der in seinen natürlichen Zustand bringen. Gleichzeitig ist Raum für
Stille, Achtsamkeit und Meditation, um auf seelischer Ebene anzu-
kommen und alte Energien loszulassen.
Rituale, wie das Tragen von speziellen Bändern, das Einhüllen in
warme Tücher, heilsame Bäder, Nähren auf allen Ebenen und das
Zusammensein in Frauenkreisen, schaffen einen geschützten Raum,
der das Neubeginn-Gefühl verstärkt.
Gemeinschaftliches Tragen
Das „Dorfprinzip“ ist auch hier lebendig: Die Unterstützung durch eine
tragfähige Gemeinschaft ermöglicht der Mutter emotionale Stabilität
und praktische Hilfe bei der täglichen Fürsorge für das Kind. Diese
Nähe fördert das Gefühl von Sicherheit und stärkt das Bindungs-
erleben.
16Das Stillen
Stillen ist weit mehr als Ernährung. Es nährt das Kind auf allen Ebe-
nen – körperlich, emotional und mikrobiell.
Körperlich liefert Muttermilch exakt abgestimmte Nährstoffe, die
Wachstum, Immunsystem und gesunde Entwicklung fördern. Gestillte
Kinder erkranken seltener an Infektionen, Allergien oder chronischen
Krankheiten und profitieren durch Vorteile bei der kognitiven Ent-
wicklung. Emotional schafft das Stillen durch Nähe und Berührung
eine tiefe Bindung zwischen Mutter und Kind. Hormone wie Oxytocin
fördern Entspannung, Geborgenheit und die Stressregulation beider.
Mikrobiologisch ist Stillen essenziell: Über die Muttermilch erhält
das Kind wichtige lebensfördernde Mikroorganismen, die den Auf-
bau eines gesunden Darmmikrobioms unterstützen. Diese frühe
Besiedlung schützt vor Krankheiten und legt die Grundlage für lang-
fristige Gesundheit.
Für die Mutter bietet das Stillen eine kraftvolle Rückbildungsunter-
stützung und senkt das Risiko für bestimmte Krebsarten und andere
chronische Erkrankungen. Diese vielschichtigen Vorteile machen das
Stillen zu einem zentralen Element einer bewussten und liebevollen
Familienentwicklung.
Rechte von Schwangeren und Müttern in Deutschland –
Stand Ende des Jahres 2025
In Deutschland sind Schwangere und Mütter rechtlich umfassend
geschützt und begleitet, um eine gesunde, selbstbestimmte Schwanger-
schaft, Geburt und Wochenbettzeit zu ermöglichen.
Ein zentraler Pfeiler ist die gesetzliche Hebammenhilfe, auf die jede
Frau Anspruch hat – vom ersten Tag der Schwangerschaft an bis zum
letzten Stilltag während der Stillzeit. Hierbei übernimmt die Kranken-
kasse die Kosten für die Betreuung durch qualifizierte Hebammen, die
die Frau körperlich, seelisch und beratend begleiten.
Das Mutterschutzgesetz wurde 2025 entscheidend erweitert: Frauen,
die ab der 13. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleben,
haben nun Anspruch auf eine gestaffelte Schutzfrist, die sich je nach17Schwangerschaftsdauer auf bis zu 8 Wochen beläuft. Diese Schutz-
zeiten dienen der Erholung und dem Schutz vor Belastungen am
Arbeitsplatz.
Arbeitgeber sind verpflichtet, Gefahrensituationen für Schwangere
rechtzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen,
damit die Gesundheit von Mutter und Kind nicht gefährdet wird.
Die freie Wahl des Geburtsortes ist ein grundlegendes Recht jeder Frau.
Sie kann selbst entscheiden, ob sie in einem Krankenhaus, Geburts-
haus oder Zuhause gebären möchte. Die Gesellschaft trägt die Ver-
antwortung, diese Wahlmöglichkeiten zu erhalten und auszubauen,
damit jede werdende Mutter in einer Umgebung entbinden kann, in
der sie sich sicher und geborgen fühlt.
Vorbereitung auf die Geburt sollte auch die frühzeitige Beziehung zu
einem geburtshilflichen Team umfassen – Hebammen, Doulas und
gegebenenfalls Ärzten. Dieses Team begleitet kontinuierlich, klärt die
individuellen Bedürfnisse und informiert über die Möglichkeiten vor
Ort.
Eine gemeinsam mit der Hebamme erarbeitete Patientenverfügung
gibt der Frau Sicherheit für eine gewaltfreie und interventionsarme
Geburt. Diese Rechte stärken Frauen darin, selbstbestimmt und unter-
stützt ihre Schwangerschaft, Geburt und das Muttersein zu leben.
Es ist wichtig, dass diese gesetzliche Grundlage bestehen bleibt und
gelebt wird, um den Schutz und die Würde jeder Frau zu gewähr-
leisten. Die Qualität unserer Vorbereitung auf diese wichtigen Lebens-
ereignisse bestimmt die Qualität des Er(Leben)s unserer Zeit und der
nachfolgenden Generationen.
Nutzen wir also die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten, um dafür
zu sorgen, dass alle Wesen gesehen und geschätzt werden, glücklich
und zufrieden sind.
Eva Patzak
18PSYCHE
Immunabwehr und individuelle Psyche
Der Zusammenhang zwischen seelischen Belastungen und Ein brüchen
des Immunsystems ist zwar seit Hans Selyes Stress forschung in den
1950er Jahren hinreichend bekannt und der von ihm geprägte Stress-
begriff in aller Munde, jedoch ziehen die wenigsten von uns daraus
Schlussfolgerungen für das eigene Leben.
Viele Menschen kennen das Phänomen, dass sie nach einem Schreck
ein Herpesbläschen an der Lippe bekommen, die daher im Volksmund
auch als „Schreckblase“ bezeichnet wird.
Überforderte Gymnasiasten erleiden nicht selten Immunsystem-Ein-
brüche, die sich oft in einer anderen Herpesvirus-Infektion äußern
(z. B. Epstein-Barr-Virus löst Pfeiffersches Drüsenfieber aus), die eine
langandauernde (chronische) Erschöpfung nach sich ziehen kann.
Die Angst, nicht zu genügen, kostet – wie alle anhaltenden Ängste – so
viel Energie, dass auch die innere Abwehr zusammenbricht, messbar
an der Lymphozytenzahl. Eine verminderte Anzahl weißer Blutzellen
steht wiederum mit einer verminderten Immunabwehr in ursäch-
lichem Zusammenhang.
Etwa 20 % aller PTBS-Patienten (Betroffene einer Posttraumatischen
Belastungsstörung) in Israel prägten in einer bestimmten Krankheits-
phase als physisches Korrelat eine Mononukleosis aus. (1)
Zahlreiche bekannte Autoren haben diese Erkenntnisse bereits in
Bestsellern zusammengefasst, stellvertretend seien hier genannt und
empfohlen:
• Rüdiger Dahlke: Krankheit als Sprache der Seele. 1. Aufl., 1997,
Goldmann
• Björn Eybl: Die seelischen Ursachen der Krankheiten. 7. Aufl.,
2018, Ibera
• Gabor Maté: Wenn der Körper Nein sagt. 9. Aufl., 2021, Unime-
dica
19Dahlke und Maté sind Ärzte, Eybl ist Physiotherapeut, alle mit
jahrzehntelanger Praxiserfahrung, die ihnen die beschriebenen
Körper-Seele-Zusammenhänge täglich vor Augen geführt hat. Umso
bemerkenswerter ist der Umstand, dass es noch immer Ärzte gibt, die
diese Zusammenhänge nicht sehen wollen und daher „am Thema vor-
bei“ therapieren.
Mittlerweile konnten die Vertreter der Psychoneuroimmuno logie
anhand zahlreicher Studien und Praxisbeispiele zeigen, dass die akade-
mische Trennung von Körper und Psyche und daraus folgend die Aus-
prägung verschiedener Berufszweige für ver schiedene Ebenen eines
und desselben Menschen – Ärzte für den Körper und Psychologen für
die Seele – realitätsfern sind. Diese Ebenen können nicht separat von-
einander existieren: Eine Seele ohne Körper wäre ein Geist und ein
Körper ohne Seele wäre eine Leiche – wenn Seele und Körper einmal
getrennt sind, werden medizinische oder psychologische Behandlung
nicht mehr gebraucht.
Seit den 1980er Jahren gibt es dafür zahlreiche wissenschaftliche
Belege:
In einer Studie korrelierte Angst negativ mit der Lymphozyten-Proliferationsrate
(Maß für die Geschwindigkeit der Vermehrung
weißer Blutzellen, welche die zelluläre Immunabwehr
bedingen, Anm. des Verf. (2)
Bei Patienten mit unbehandelter Angsterkrankung waren die
Lymphozyten-Proliferationsrate sowie die Interleukin-2-Produktion
(wichtige Marker der Aktivität des Immunsystems,
Anm. des Verf.) signifikant vermindert. (3)
Patienten mit Angststörungen wiesen einen höheren CD4/
CD8-Quotienten auf (immunologisch bedeutsame Fraktionen
der weißen Blutzellen), der auf einer verminderten Anzahl von
CD8+-Zellen beruhte (verglichen mit einer gesunden Kontrollgruppe).
(4)
Bei Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)
ließ sich ein Abfall der Zahl der weißen Blutkörperchen und ein
Anstieg der Aktivität der Natürlichen Killerzellen (NKZ) nach-
weisen. (5)
20Untersuchungen zu den Immunkorrelaten von emotionalem
Stress und depressiver Stimmung … weisen relativ konstant auf
eine Beeinträchtigung der Immunfunktion, insbesondere der
zellulären Immunität hin. (6)
In dem Glauben, Rationalität in der Medizin sei das Nonplusultra,
wurde in der Medizin des 19. und 20. Jahrhunderts das Cartesische
Weltbild zum Dogma. Sinngemäß beinhaltet es laut René Descartes:
Alles muss mess- und wägbar gemacht werden, und was nicht
mess- und wägbar ist, muss es so lange zerteilt werden, bis es
mess- und wägbar ist.
Dass zu diesem proklamierten Zweck die Lebenszusammenhänge
zerstört werden müssen und in einer „Verschlimmbesserung“ des
Gesundheitszustandes der Behandelten enden, erkennen zuneh mend
mehr Ärzte, Heilpraktiker, Hebammen und andere Therapeuten.
Das Cartesische Weltbild, das parallel die Philosophie für die totale
Ausbeutung der Erde und alles Lebendigen bildete, wurde zu einer
philosophischen Basis des Kapitalismus. Da im Kapitalismus die Ren-
dite (der Kapitalertrag) das Maß aller Dinge darstellt und spätestens
seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Krankenbehandlungs-
wesen kommerzialisiert wurde, musste die Medizinausrichtung diesen
bedenklichen Weg einschlagen. Das rückt immer mehr ins Bewusst-
sein von Behandlern und Patienten.
Indem der Mensch im kapitalgetriebenen Wirtschaftssystem nur als
„Verbraucher“ oder „Arbeitnehmer“ zählt, wird sein Wert nicht mehr
an menschlichen, sondern an kommerziellen Maßstäben gemessen.
In den mehr als 300.000 Jahren der Menschwerdung spielten diese
Qualitäten keine Rolle, sodass zwischen unserer mehr als tausend
Generationen gewachsenen seelischen Struktur und den heutigen
Anforderungen, die an unsere seelische Anpassungs fähigkeit gestellt
werden, eine immer weniger überbrückbare Lücke klafft. Diese Lücke
ist durch die Entfremdung der Menschen von ihrer Arbeit und zwi-
schen den Menschen untereinander entstanden ist und wird immer
größer- so groß, dass sie zu einem Abgrund geworden ist, in den immer
mehr unserer Mitmenschen stürzen.
21Hormonelle Einflüsse
Cortisol und Catecholamine (die Stresshormone) haben tiefgreifende
Auswirkungen auf die angeborene und adaptive
Immunabwehr.
Wenn es demzufolge unter Stress zu einer exzessiven Immun-
stimulation kommt, können diese Stresshormone die Immun-
antwort dämpfen (Hervorhebung im Original) und eine
Veränderung des Th1/Th2-Gleichgewichts (biologisch feststehendes,
physiologisches Zahlenverhältnis zwischen den T1-
und T2-Helferzellen, Anm. des Verf.) bewirken.
Der stressbedingte Th2-Anstieg des humoralen Immunsystems
würde wiederum das Risiko für Allergien oder Asthma erhöhen.
Umgekehrt kann eine zu schwach ausfallende Cortisolreaktion
auf Stress zu einem Anstieg des Th1/Th2-Quotienten führen,
was wiederum das Risiko erhöht, an rheumatoider Arthri-
tis, Multipler Sklerose, Diabetes mellitus Typ I, autoimmunen
Schilddrüsen erkrankungen und Morbus Crohn zu erkranken.
(7)
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Davison und Neale definierten 2002 die Posttraumatische Belastungs-
störung (PTBS, engl. post traumatic stress disorder – PTSD) als eine
extreme Reaktion auf eine sehr starke Belastung, zu der auch starke
Angst, Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma im Zusammen-
hang stehen, und eine Einschränkung emotionaler Reaktionen gehören.
Es wird davon ausgegangen, dass sich bei etwa der Hälfte der
Personen, die einem sehr schweren Trauma ausgesetzt waren,
eine länger andauernde PTSD zeigt. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit
doppelt so hoch wie bei Männern, nach einem
Trauma eine PTSD zu entwickeln. (8)
Folgende Risikofaktoren wurden für eine PTSD identifiziert:
• Wahrnehmung einer Bedrohung des eigenen Lebens
• weibliches Geschlecht
• frühe Trennung von den Eltern
• familiäre Belastung durch eine psychische Erkrankung
• frühere traumatische Erlebnisse
22• vorbestehende Angststörung oder Depression
• besonders schweres Trauma
• lange Einwirkung
• Trauma wurde durch Menschen zugefügt (8, 9)
Impfungen, Immunität und seelische Erkrankungen
Der Arzt und Psychologe Prof. Dr. Dr. Christian Schubert erklärt die-
sen Zusammenhang wie folgt:
Für die Frage, wie zelluläre Immunaktivierung (das ist der
Vor gang, der nach Impfungen geplant und gewünscht ist,
Anm. des Verf.) pathophysiologisch mit Depressivität assozi-
iert sein kann, gibt es ebenfalls eine Reihe von biochemischen
Erklärungs ansätzen. Zwei wesentliche in diesem Zusammen-
hang diskutierte Mechanismen betreffen den Stoffwechsel der
Monoamine Sero tonin, Dopamin und Noradrenalin … (10)
(…) deutet heute einiges darauf hin, dass psychische und physi-
sche (infektiöse, nichtinfektiöse) Stressoren möglicherweise syn-
ergistisch (11) über Anstiege von Entzündungsprozessen diverse
zentralnervöse Manifestationen, wie Sickness Behavior [dt.
wörtlich: Krankheitsverhalten: durch entzündungsfördernde
Immunmodulatoren hervorgerufenes neuropsychiatrisches,
neuro vegetatives Beschwerdebild, das unter anderem mit
Stimmungs veränderungen, Konzentrationsstörungen, sozia-
lem Rückzug und Erschöpfung einhergeht, Anm. des Verf., 12],
und bestimmte Formen psychischer Störungen, darunter auch
Depressionen triggern können. (13)
Psychische Erkrankungen als Impffolgen
Leslie und Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen
neu aufgetretenen neuropsychiatrischen Störungen bei Kindern und
Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren mit vorausgegangenen Imp-
fungen während 3 Monaten vor dem Eintritt der Störung.
• Die untersuchten Personen entwickelten binnen 3 Monaten nach
Influenza-Impfung 80 % häufiger eine Anorexia nervosa (Ess-
störung, Anm. des Verf.), die Varianz betrug 21–168 %.
• In den Zeiträumen 3, 6 bzw. 12 Monate nach Influenza-Impfun-
gen traten Anorexia nervosa, Obsessive Compulsive Disorder23(Zwangsstörungen, Anm. des Verf.) und Angststörungen signi-
fikant häufiger auf.
• Um mehr als 40 % stieg die Wahrscheinlichkeit, nach Hepati-
tis-A-Impfung an Zwangsstörungen und Anorexia nervosa zu
er kranken.
• Die Hepatitis-B-Impfung war mit einem entsprechenden
Anstieg an Anorexia nervosa verknüpft und Meningokokken-
Impfungen führten zu häufiger auftretender Anorexia nervosa
und Tics. (14)
Nach COVID-19-Impfungen wurden an die WHO-Melde datenbank
VigiAccess gemeldet (per 16.09.2023): insgesamt 241.170 Fälle psych-
iatrischer Störungen, davon:
• 49.817 Fälle von Furcht- und Angststörungen incl. Panik attacken,
Paranioa (Verfolgungswahn) und Pavor nocturnus (Nacht-
schreck)
• 24.113 Fälle geistiger Verwirrung, Dissoziation bis hin zu
bipolaren Störungen und Psychosen
• 6.527 Fälle von Depression und depressiver Verstimmung
• 2.054 Fälle von suizidalen Neigungen oder Suizidversuchen
(davon 111 vollendete Suizide) (15)
Bei der Bewertung dieser Zahlen ist zu berücksichtigen, dass weniger
als 3 % aller Fälle von Impfkomplikationen zur Meldung gelangen (16,
17, 18, 19, 20), d. h., dass es aller Wahrscheinlichkeit nach weltweit
mehr als zehn Millionen Fälle allein psychischer Erkrankungen als
COVID-Impffolge gibt.
Sekundärtrauma bei Kindern
Wächst ein Kind mit einer traumatisierten Mutter auf, erleidet es
(ohne dass Mutter und Kind es wollen oder wissen) ein seelisches
Sekundärtrauma – durch die zwar unausgesprochenen, jedoch prä-
senten Traumatisierungen der Mutter, die sich in eigenen depressiven
oder anderen seelischen Erkrankungen des Kindes zeigen können.
Sie müssen – nach heutigem Wissensstand – schon vor seiner Geburt
ihren Anfang genommen haben.
Der führende zeitgenössische Psychotraumatologe im deutschsprachigen
Raum, Prof. Dr. Franz Ruppert/München, formulierte es so:24Die Psychotraumatologie muss deshalb mehrgenerational
an gelegt sein. Sonst versteht sie möglicherweise zwar die
Trauma folgesymptome beim einzelnen Menschen, der ein
identifizierbares Trauma erlitten hat, sie steht aber vor einem
großen Rätsel, wenn sie Menschen mit massiven psychischen
Störungen sieht, bei denen schwere Traumatisierungen nicht
offensichtlich sind. (21, 22)
Wegen des unbewussten Kontakts mit den abgespaltenen
Traumainhalten und übermächtigen Traumaenergien seiner
Eltern kann ein Kind gar nicht unterscheiden, was die eige-
nen Gefühle sind und welche Gefühle nicht zu ihm, sondern zu
seinen Eltern gehören. Das Symbiosetrauma ist daher immer
mit einem inneren Gefühlschaos verbunden. Da Gefühle ent-
scheidend für die Entwicklung der Identität eines Menschen
sind, gerät ein solches Kind in Verwirrung darüber, wer es
selbst ist. Mit den Trauma gefühlen der Mutter übernimmt es
im Kern deren Identität, welche die eigene Identität des Kindes
überlagert und deren Entwicklung blockiert … (21)
Individuation versus Abhängigkeit
Bei Kindern finden wir bisweilen seelische Überforderungen seit frü-
hester Kindheit, wenn die Mutter traumatisiert war. Dieses Phänomen
wird in der Fachsprache auch als Sekundärtrauma bezeichnet.
Ein analoges Phänomen erleben Therapeuten, die mit traumatisierten
Klienten arbeiten:
In den letzten Jahren lässt sich ein wachsendes Interesse an
den negativen Auswirkungen der therapeutischen Arbeit auf
den Therapeuten beobachten. Besondere Beachtung fand dabei
die sekundäre Traumatisierung, die im Rahmen der Arbeit
mit traumatisierten Klientinnen auftreten kann. Bisher wurde
jedoch nie geprüft, ob sich die sekundäre Traumatisierung tat-
sächlich in Form von posttraumatischen Symptomen nieder-
schlägt und eine klinisch relevante Belastung verursacht.
Im Rahmen einer explorativen Studie wurden 21 Therapeutin-
nen interviewt, die angaben, eine solche Phase berufsbedingter
Belastung erlebt zu haben. Die vorliegende Studie zeigt, dass
sich tatsächlich ohne direkten Kontakt zum Ausgangstrauma
eine solche “übertragene” Traumatisierung herausbilden kann.25Diese äußert sich in Form von Symptomen, die ähnlich zu denen
bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind,
kann aber in schweren Fällen auch über diese hinausgehen.
Voraussetzung für die Entwicklung einer sekundären Trauma-
tisierung sind vermutlich ausgeprägte Empathiefähigkeit und
dissoziative Verarbeitung des Traumamaterials seitens der
Therapeutin. (23)
Wenn die sekundäre Traumatisierung regelmäßig gestandene Thera-
peuten ereilt, kann leicht geschlussfolgert werden, dass ein Kind, das
weder die persönliche Reife noch die fachliche Kompetenz eines The-
rapeuten besitzt und keinerlei emotionalen Abstand zwischen sich und
die primär traumatisierte Person (in diesem Fall die eigene Mutter)
bringen konnte, von den Aus wirkungen des Sekundärtraumas erheb-
lich schwerer betroffen werden muss.
Im aktuellen Standardwerk der Psychoneuroimmunologie (24) stellen
die Autoren fest, dass die Untersuchungen von emotionalem Stress und
depressiver Stimmung relativ konsistent auf eine Beeinträchtigung
der Immunfunktion, insbesondere der zellulären Immunität hin(wei-
sen).
Dies bedeutet, dass Impfungen aufgrund der geschwächten Immun-
funktion im Fall mancher Kinder nicht zu einer erwünschten Immuni-
tät führen und infolgedessen das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Imp-
fung in den negativen Bereich verschoben sein kann.
Dr. Peter Patzak
Quellen
(1) Klein, E., Zohar, J. (2007): Traumatic Stress and Posttraumatic Stress
Disorder, the Israeli Experience. In: Fink, G. (ed.): Encyclopedia of Stress,
2nd ed., Academic Press
(2) Linn, B. S., Linn, M. W., Jensen, J. (1981): Anxiety and immune respon-
siveness, Psychol Rep 1981; 49:969–70.
26(3) Koh, K. B., Lee, B. K. (1996): Reduced lymphocyte proliferation and
interleukin-2 production in anxiety disorders (abstract), Psychosom Med
1996, 3:3–10.
(4) Atanackovic, D., et al. (2004): Immune parameters in patients with anx-
iety or depression during psychotherapy, J Affect Disord 2004, 81:201–9.
(5) Ironson, G., et al. (1997): Posttraumatic stress symptoms, intrusive
thoughts, loss and immune function after Hurricane Andrew. Psychosom
Med 1997; 59:128–41.
(6) Picardi, A., Tarsitani, L., Tarolla, E., Biondi, M. (2021): Negativfaktoren,
Immunaktivität und Psychotherapie, In: Schubert, C. (2021): Psychoneuro-
immunologie und Psychotherapie, 2. Aufl., (Hrsg.) Schattauer
(7) Malarkey, W. B., Tafur, J. R., Rutledge, T., Mills, P. J. (2021): Neuro-
endokrinologie und Psychoneuroimmunologie. In: Schubert, C. (2021):
Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, 2. Aufl., Schattauer
(8) Davison, G. C., Neale, J. M. (2002): Klinische Psychologie, Beltz, Psycho-
logie Verlags Union
(9) Schöpf, J. (2003): Psychiatrie für die Praxis, Springer
(10) Schubert, C. (2021): Sickness behavior und immunologisch vermittelte
Depression, In: Schubert, C. (2021): Psychoneuroimmunologie und Psycho-
therapie. 2. Nachdr., Schattauer
(11) Brydon, L., et al. (2009): Synergistic effects of psychological and
immune stressors on inflammatory cytokine and sickness response in
humans, Brain Behav Immun 2009;23: 217–24.
(12) Dantzer, R., Kelley, K. W. (2007): Twenty years of research on cyto-
kine-induced sickness behaviour, Brain Behav Immun 2007, 55: 153–60.
(13) Schubert, C. (2021): Sickness behavior und immunologisch vermittelte
Depression. In: Schubert, C. (2021): Psychoneuroimmunologie und Psycho-
therapie, 2. Nachdr., Schattauer
27(14) Leslie, D. L., Kobre, R. A., Richmand, B. J., Aktan Guloksuz, S., Leck-
man, J. F. (2017): Temporal Association of Certain Neuropsychiatric Disor-
ders Following Vaccination of Children and Adolescents: A Pilot Case-Con-
trol Study, Front Psychiatry 2017 Jan 19; 8: 3. doi: 10.3389
(15) WHO (2023): Quelle: www.vigiaccess.org/Covid-19 vaccines. (letzte
Einsicht: 16.09.2023).
(16) The Vaccine Reaction Staff (2020): Only One Percent of Vaccine Reactions
Reported to VAERS, 2020, January 9, The Vaccine Reaction, Vaccination,
Risk & Failure Reports, Quelle: National Vaccine Information Center – Your
Health. Your Family. Your Choice. (nvic.org), letzte Einsicht: 05.04.2021
(17) Lazarus, R., Klompas, M., Campion, F. X., et al. (2009): Electronic Sup-
port for Public Health: validated case finding and reporting for notifiable
diseases using electronic medical data, J Am Med Inform Assoc 2009 Jan–
Feb; 16(1):18–24.
(18) Rosenthal, S., Chen, R. (1995): The reporting sensitivities of two passive surveil-
lance systems for vaccine adverse events, Am J Publ Health, 85 (12):1706–09.
(19) Osservatorio Epidemiologico Regionale della Regione Puglia (2020):
Sorveglianza degli Eventi Avversi a Vaccino in Puglia Report 2013/2017.
Trimestrale dell’Osservatorio Epidemiologico Regionale – Anno XX, Numero
3 Ottobre – Dicembre.
(20) Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) (2011). Grant
Final Report U.S. Department of Health and Human Services, Grant ID R18
HS 017045, p 6.
(21) Ruppert, F. (2012): Trauma, Angst und Liebe, 6. Aufl. 2020, S. 173 f.
(22) Baer, U., Frick-Baer, G. (2010): Wie Traumata in die nächste Genera-
tion wirken, Affenkönig Verlag
(23) Daniels, J. (2008): Sekundäre Traumatisierung. Interviewstudie zu
berufsbedingten Belastungen von Therapeuten. Psychotherap 2008, 53:100–7.
(24) Picardi, A., Tarsitani, L., Tarolla, E., Biondi, M. (2021): Negativ-
faktoren, Immunaktivität und Psychotherapie. In: Schubert, C. (2021):
Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, 2. Nachdr. 2021, Schattauer28Psychohygiene
Das Thema Psyche und Gesundheit ist umfassend und komplex,
sodass wesentliche Eckpunkte extrahiert wurden, gefolgt von einigen
Literaturhinweisen zur eigenen Vertiefung.
Vielen Menschen, die sich mit gesundheitlichen Anliegen an uns wen-
den, ist klar, dass Gesundheit mit Selbst verantwortung verbunden
ist (siehe ausführlicher in der Einleitung). Daran schließt folgendes
Thema an:
Gesund sein oder gesünder werden ist mit einem vermehrten Wohl-
gefühl verbunden. Weitergehende Fragen in Bezug auf Prophylaxe und
Therapie sind folgende:
• Was will ich mit meiner Gesundheit anfangen?
• Wofür möchte ich gesund sein? – und daran anschließend
–
• Was will ich in diesem Leben noch erreichen?
• Was ist mir wirklich wichtig?
• Was sind meine Aufgaben? (= Worin sehe ich meine Aufgaben?)
• Welchen Sinn sehe ich in meinem Leben?
• Freue ich mich, am Leben zu sein?
• Kann ich dankbar für mein Leben sein?
Es könnte sein, dass dies einen Griff in ein „Wespennest“ bedeutet und
sich Unangenehmes, Verdrängtes bzw. Schwieriges zeigt. Die schnell-
lebige Zeit bringt es mit sich, dass derartige Dinge oftmals lange weg-
geschoben werden. Auch wir Therapeuten kennen dieses Phänomen
bei uns selbst.
Unserer Meinung nach gibt es nicht den einen therapeutischen Weg.
Eine empfehlenswerte Möglichkeit ist, diesen Fragen einen festen und
willkommenen Platz im Alltag zu geben.
Als gangbare Hilfe für Antworten bieten wir folgendes Bild an:
Stellen Sie sich vor, die Erde ist ein großes, liebevolles Lebewesen. Wir
Menschen sind viele kleine Zellen in diesem Weltorganismus. Wir sind
ein Teil eines lebendigen, größeren Ganzen, vielleicht sogar eines sinn-
vollen, unendlich großen Ganzen.
29Wir können es Schöpfung nennen, höchstes Bewusstsein oder Einheit
allen Lebens. Für manche von uns ist es Gott. Dieses Bild passt nicht
für jeden, und das muss es auch nicht, aber es könnte so sein.
Wenn dem so ist, dann sind wir nicht abgetrennt, sondern ein Teil die-
ses Ganzen, und wir können uns darin üben, unseren Platz „im Gan-
zen“ immer besser wahrzunehmen und auszufüllen.
Wenn dem nicht so sein sollte, haben wir trotzdem die Möglichkeit,
aus der Opferrolle auszusteigen und in dem größeren Sozialsystem wie
Familie, Wohnort, Arbeitsplatz, Freundeskreis, Gesellschaft etc. unse-
ren sinnvollen Platz zu finden und auszufüllen.
Es folgt das Angebot einer praktischen Übung bezüglich der Kraft der
Wünsche: Diese Kraft kann umso tiefer sein, je mehr diese Wünsche
unsere ureigenen Wünsche, also Herzenswünsche, sind.
Fühlen Sie sich eingeladen, eine bequeme Sitzposition mit aufrechtem
Rücken einzunehmen (möglichst ohne sich anzulehnen) und die Augen
zu schließen.
Stellen Sie die Füße in etwa hüftbreitem Abstand flach auf den Boden.
Nehmen Sie die Erdverbundenheit wahr, spüren Sie in die Auflage-
flächen von Gesäß, Oberschenkeln und Füßen auf Stuhl und Boden.
Wenn Sie möchten, stellen Sie sich dort Wurzeln vor, wie bei einer
Pflanze. Richten Sie sich im Brustkorb auf, als ob Sie ein Faden von der
Brustbeinmitte 45 Grad nach vorne oben zieht (= Brust raus).
Halten Sie den Kopf aufrecht. Stellen Sie sich vor, dass an der höchsten
Stelle des Kopfes ein Haken ist, an dem ein Faden den Kopf senkrecht
nach oben zieht, wie bei einer Marionette, uns als Ganzes so hochhebt
und kurz sanft rüttelt. Das trägt dann dazu bei, dass Beine, Becken,
Bauch, Brustkorb, Hals und Kopf harmonisch übereinander in ihre
regelrechte Position kommen. Fühlen Sie die Verbindung nach oben,
Richtung Himmel. Nun legen Sie eine Hand auf den Unterbauch, die
andere gegenüber auf den Rücken und fühlen die Atmung. Atmen Sie
bewusst mit jedem Atemzug Sauerstoff und Lebensenergie in Ihren
Organismus ein. Dann legen Sie Ihre Hände aufs Herz, auf die Brust-
mitte. Fühlen Sie in die eigene Mitte hinein. Wenn Sie möchten, dann
können Sie sich nun die Fragen stellen:
30• Was wünsche ich mir von Herzen?
• Was ist mir wirklich wichtig?
• Was möchte ich erleben, erreichen, bewirken?
Atmen Sie mit jedem Einatmen den momentan wichtigsten Wunsch
tief in Ihre Zellen ein und lassen ihn dort wirken. Mit jedem Ausatmen
senden Sie die Bitte um Erfüllung in die Welt hinaus, ins Leben, ins
Universum oder an Gott und die Engelwesen. Wiederholen Sie dies
10-mal (oder so lange, wie Sie den Eindruck haben, dass es angebracht
ist). Schließen Sie dann die Übung mit einem Danke ab: an das Leben,
ans Universum, an das höchste Bewusstsein, an Mutter Erde, an Gott,
an sich selbst für das Streben, sich treu zu sein, für sich da zu sein.
Beginnen Sie mit einfachen, gut fassbaren und beschreibbaren, realis-
tisch umsetzbaren Wünschen! Es wäre hilfreich, wenn Sie zu diesem
Wunsch ein Bild oder eine innere Filmszene parat haben und diese
möglichst plastisch, mitsamt Sinneswahrnehmungen, in sich wach-
rufen. Konzentrieren Sie sich darauf, dabei auch zu fühlen, wie es
Ihnen bei der vorgestellten Erfüllung dieses Wunsches emotional geht.
Achten Sie darauf, Freude, Dankbarkeit, Erfüllung und Empfindsam-
keit so zu fühlen, als ob das Ereignis gerade wirklich geschehen würde.
Stellen wir uns die Erde wieder als großes Ganzes vor. Wenn diese Idee
wahr ist, dann sind unsere Wünsche so zu formulieren, dass mit ihnen
niemals jemand anderer geschädigt wird. Wir würden damit gleich-
zeitig uns selbst schaden.
Formulieren Sie eine realistische Zielsetzung. Der Gewinn eines Olym-
pia-Marathons oder der Box-Weltmeisterschaft im Schwer gewicht
wäre für die meisten unrealistisch. Dies ist eine wunderbare Medizin,
die Sie sich selbst verordnen können. Und sie ist kostenfrei und heil-
sam. Günstige Zeitpunkte sind der Tagesbeginn oder -abschluss. Doch
finden Sie für sich selbst einen passenden Termin und einen geeigneten
Ort.
Es sei angefügt, dass die Arbeit mit positiven Wünschen und Vor sätzen
nicht zur Vermeidung der notwendigen Bearbeitung psy chischer Trau-
mata führen soll. Es ist damit auch nicht beabsichtigt, unangenehme,
aber wichtige Entwicklungsschritte zu vermeiden.
Uwe Wilhelm Haspel
31Quellen
Literaturempfehlungen
Eybl, Björn (2018): Die seelischen Ursachen der Krankheiten, 7. Aufl., Ibera
Maté, Gabor (2021): Wenn der Körper Nein sagt, 9. Aufl., Unimedica
Dahlke, Rüdiger (2024): Krankheit als Sprache der Seele, 14. Aufl.,
Bertelsmann
Hay, Luise (2013): Gesundheit für Körper und Seele, 5. Aufl., Ullstein TB
Dethlefsen, Thorwald & Dahlke, Rüdiger (2015): Krankheit als Weg,
23. Aufl., Goldmann TB
Dethlefsen, Thorwald (1998): Schicksal als Chance, 15. Aufl., Goldmann TB
Meditationen nach Dr. med. Joe Dispenza
https://www.youtube.com/watch?v=cWcpBXA0VXw
Morgenmeditation nach Dr. Joe Dispenza
https://www.youtube.com/watch?v=L3TpGfJYCf0
7-Minuten Herz-Gehirn-Kohärenz empfohlen von Dr. Joe Dispenza, Heart-
Math- Institute und Gregg Braden
https://www.youtube.com/watch?v=UORC7nrnpBs
Abendmeditation nach Dr. Joe Dispenza
https://www.youtube.com/watch?v=1TdvyP53aZo
Mit Herzkohärenz auf deinen Wunsch einstimmen
Meditation inspiriert von Joe Dispenza – deutsch,
https://www.youtube.com/watch?v=jw4M-7u9dj0
Sonia Archangels Meditation by Sonia Choquette
https://soundcloud.com/user-271383394/sonia-archangels-meditation
32Vorgeburtliches Erleben
Aus Sicht einer Trauma- & Rebirthing-Therapeutin
Denken wir an körperliche und psychische Gesundheit, ist es rat-
sam das vorgeburtliche Leben einzubeziehen. Wie erlebt ein kleiner
Mensch seine ersten rund 280 Lebenstage (neun Monate) im Bauch
seiner Mutter?
Mutter und Kind sind über die Plazenta und die Nabelschnur direkt
miteinander verbunden. All das, was die Mutter auf- und wahrnimmt,
ihre Gefühle, Emotionen, Toxine aus Nahrungs mitteln, Inhaltsstoffe
aus Medikamenten und Drogen (wie z. B. Alkohol, Nikotin, Cannabis,
Psychopharmaka, Narkotika) werden durch die Nabelschnur auf ihr
Baby übertragen.
Wenn es im Leben der Mutter z. B. Ängste, Sorgen oder Gewalt gibt,
kommen diese Gefühle bei ihrem Baby an. Es werden bei Mutter und
Baby vermehrt Stresshormone (Cortisol/ Adrenalin) ausge schüttet.
Diese können bei dem Baby genau wie bei der Mutter zu unter-
schiedlichsten Symptomen führen, wie z. B. schnellerem Herzschlag,
Unruhe, Bauch- oder Kopfschmerzen. Das kann dem Baby im Bauch
Angst machen und zu Unsicherheit führen. Es weiß nicht was los ist,
es spürt sein schnell pochendes Herz, fühlt sich evtl. benebelt oder
orientierungslos (nach Alkohol, Nikotin, Narkosen). In der folgenden
Entwicklung können sich solche Symptome wiederholt zeigen und aus-
prägen.
Des Weiteren kann das Baby während seines Wachsens in der Gebär-
mutter den Verlust eines Zwillings erleben. Das Vanishing-Twin-Syn-
drom (VTS) bekommt in der heutigen Zeit immer noch wenig Auf-
merksamkeit. Aus embryo logischen Erkenntnissen ist bekannt, dass
ein Großteil aller Schwangerschaften als Mehrlingsschwangerschaft
(20–80 %) beginnt.
Nur ein Viertel aller Mehrlingsschwangerschaften endet auch tatsäch-
lich mit Zwillingen oder Mehrlingen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass
eines nicht überlebt. Dieser frühe Verlust bleibt bei den erwachsenen
Betroffenen oft unbemerkt.
33Der überlebende Zwilling kann diesen Verlust sehr deutlich und
schmerzhaft spüren. Diesen kann es später durch seine Körpersprache
und Verhaltensweisen deutlich zeigen, indem es sich z. B. schwer
von seinem lieb gewonnenen Kuscheltier oder von seinen Eltern
lösen kann. Eventuell machen es auch neue, ungewohnte Situationen
unsicher oder ängstlich.
Im Zusammenhang mit der Geburt können sich weiterhin schwierige
Phasen für das Baby ergeben, auf die hier nicht näher eingegangen
wird, die jedoch in Therapie und Behandlung hilfreich einbezogen wer-
den können.
Erkenntnisse der Neurobiologie und Hirnforschung zeigen, dass
ungelöste, überwältigende Erfahrungen traumatisieren können. Sie
beeinflussen das kindliche Gehirn, können Wunden und unsicht-
bare Narben hinterlassen, die im menschlichen zellulären Gedächtnis
gespeichert sind, ohne dass eine bewusste Erinnerung daran besteht.
Traumata sind Verletzungen, die durch lähmende Furcht, dem Gefühl
von Hilflosigkeit und Verlust entstehen. Im Hinblick auf körper-
liche und psychische Gesundheit kann dieses Wissen eine harmoni-
sche Schwangerschaft durch bindungsstützenden Beziehungssaufbau
begünstigen. Bei der Behandlung und Therapie unterschiedlicher
Erkrankungen, wie z. B. ADHS, Autismus-Spektrum-Störung, Ängs-
ten, Zwängen, Essstörungen und Bluthochdruck – um nur einige zu
nennen – kann es heilsam sein, unser frühestes Erleben zu berück-
sichtigen.
Andrea Linneck
Quellen
Literaturempfehlungen
Bourquin, Peter, Cortés, Carmen (2016): Der allein gebliebene Zwilling,
Edition Innenwelt, ISBN 978-3942502405
Emerson, William R. (2020): Geburtstrauma – Die Auswirkungen der
modernen Geburtshilfe auf die Psyche des Menschen, Mattes-Verlag,
ISBN 978-3868091557 --- www.emersonbirthrx.com
34Harms, Thomas (2017): Körperpsychotherapie mit Säuglingen und Eltern.
Grundlagen und Praxis, Psychosozial-Verlag, ISBN 978-3837927535
Harms, Thomas (2017): Auf die Welt gekommen – Die neuen
Babytherapien, Psychosozial-Verlag, ISBN 978-3837926477
www.thomasharms.org
Hüther, Gerald (2015): Biologie der Angst. Wie aus Stress Gefühle werden.
12. Aufl., Vandenhoeck & Ruprecht
Janus, Ludwig (2004): Pränatale Psychologie und Psychotherapie,
Mattes-Verlag, ISBN 978-3930978709
Janus, Ludwig (2015): Geburt, Psychosozial-Verlag ISBN 978-3837922417
Renggli, Franz (2001): Der Ursprung der Angst. Antike Mythen und das
Trauma der Geburt, Walter-Verlag, ISBN 978-3530421613
Renggli, Franz (2018): Früheste Erfahrungen - ein Schlüssel zum Leben Wie
unsere Traumata aus Schwangerschaft und Geburt ausheilen können (2018)
Psychosozial-Verlag ISBN 978-3837928013
Internetseiten
https://www.bfs.de › Anwendung-medizin › Diagnostik
https://www.greenbirth.de › Ultraschall in der Schwangerschaft
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/partnerschaft-familie/
schwangerschaft-uebersicht/ultraschall-schaedlich
35KÖRPER
Wichtiges zur Basis von Gesundheit: Bewegung | Wärme | Kälte | Entspannung | Schlaf
Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie unterstützend die einzelnen
Faktoren für die Gesundheit sind. Scheinbar selbstverständlich klin-
gend werden diese natürlichen Bedürfnisse im Alltag oft übergangen.
Kostenfrei und ohne Zeitaufwand lassen sie sich in unser tägliches
Leben integrieren und fördern ganz natürlich unsere Gesundheit.
Tägliche Bewegung soll idealerweise Freude machen und sich gut
in das Tagesprogramm integrieren lassen. Generell sei eine Stunde
täglich, möglichst an frischer Luft empfohlen. Passen Sie die Idee
an Ihre Situation an, weniger Bewegung ist besser als gar keine. Sie
kann in mehreren „Portionen“ erfolgen. Werden Sie kreativ bei der
Umsetzung von Bewegung.
Beispielsweise könnte man das Auto eine Straßenbahnhaltestelle vor
dem Ziel parken und dann laufen oder eine Bushaltestelle früher aus-
steigen, um den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Anzustreben ist,
dass der Atem etwas schneller geht, das Herz etwas schneller schlägt
und ein angenehmes inneres Wärmegefühl auftritt, ohne dass eine
massive Steigerung der Atmung, Herzklopfen und massives Schwitzen
auftreten.
Was Sie bezüglich Bewegung tun ist sekundär. Wenn Sie es gerne
machen, dann ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass Sie
langfristig dabeibleiben. Umfassend aktivieren Sie den Bewegungsapparat
z. B. beim Gehen mit Stöcken – „Walking“. Aufrechte Körper-
haltung sowie auch Schulter-, Hüft- und Rückenbewegungen werden
gleichermaßen gefördert.
Ein weiterer Tipp: Lassen Sie genug Wärme und Kälte in Ihr Leben!
Kneipp-Anwendungen fördern die Gesundheit – das ist bekannt.
Bei der Anwendung muss es kein kalter Guss sein, es tut auch eine
kühlende Waschung.
36Sie benötigen dazu eine Schüssel mit möglichst kaltem Wasser (unter
18 Grad) und einen Waschlappen. Gießen oder waschen Sie sich jeden
Morgen von den Beinen bis zum Kopf kalt ab, also von herzfern bis
herznah. Für Untrainierte sei empfohlen, dies blitzartig innerhalb
einer Minute zu tun.
Voraussetzungen für eine Kaltanwendung sind: Ihnen muss angenehm
warm sein, keinesfalls dürfen Sie bereits durchgefroren sein. Die
Umgebung sollte ebenfalls wohl temperiert sein. Die Reizstärke muss
passen. Innerhalb von Minuten nach der Anwendung muss Ihnen
wieder warm geworden sein, wärmer als zuvor. Ansonsten unter-
stützen Sie den Wärmehaushalt mit flotter Bewegung, einem warmen
Tee oder, wenn nichts anderes hilft, mit einer Wärmflasche. Falls
Sie Stunden nach der Kaltanwendung wiederholt oder dauernd frie-
ren, war der Reiz zu stark. Dann empfiehlt es sich bei Wiederholung,
die Maßnahme kürzer und eventuell nur am Ober- oder Unterkörper
durchzuführen (Teilguss, Teilwaschung).
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es anfangs nicht optimal läuft.
Sie werden immer besser und die für Sie wichtigen Beding ungen zur
optimalen Verträglichkeit der Anwendung herausfinden.
Die regelmäßige, möglichst tägliche Durchführung kalter
Anwendungen in der passenden Dosis ist eine hervor ragende
Möglichkeit zur Stärkung des Immunsystems.
Eine Übung, die dynamisiert und bei sitzender Tätigkeit oder zur Kraft-
schöpfung in Pausen von langen Auto- oder Bahnfahrten hervorragend
wirken kann, wird auch als „Übung des Meisters“ vermittelt.
Stellen Sie sich aufrecht hin, bleiben Sie in den Knien locker und stel-
len Sie die Füße parallel auf, etwa hüftbreit auseinander. Beide Arme
hängen locker seitwärts herunter. Nehmen Sie die Schultern bewusst
etwas nach hinten. Pendeln Sie nun mit beiden Armen gemeinsam
nach vorn und nach hinten. Lassen Sie den Ausschlag der Arme immer
größer werden. Wenn der Schwung so stark ist, dass Sie mit den Hän-
den vorne auf Schulterniveau landen, dann schleudern Sie die Arme
mit einem kontrollierten Impuls nach hinten, wie Sie dies beim Ski-
fahren mit den Skistöcken machen würden. Atmen Sie synchron dazu
kräftig aus. Bei jedem erneuten Pendeln der Arme nach vorne atmen
Sie wieder normal ein, beim Impuls der Arme nach hinten atmen Sie37gleichzeitig aus usw. Sie können diese Bewegung und den Impuls
dabei weiter unterstützen, indem Sie bei jeder Vorwärts- und Rück-
wärtsbewegung der Arme etwas mehr in die Knie gehen, nach unten
mit dem Körper wippen, wie auch beim Ski-, Schlittschuh- oder Roll-
schuhlaufen.
Wenn Sie diese Übung 10 Minuten durchführen, sind die Lebensgeister
wieder munter.
Entspannung ist ein weiteres Thema zur Unterstützung der eige-
nen Gesundheit. Erholsame Pausen sind in der Zeit des Prinzips von
„höher – weiter – schneller“ für manche schwierig umsetzbar. Eine
bewusste Entspannung in definierten Abständen lässt uns den Alltag
auf Dauer besser bewältigen.
Die folgende Übung ist deshalb wertvoll, weil sie in fast jeder Lebens-
situation und von jedem ausgeführt werden kann, ohne dass es auf-
fällt. Sie wirkt gleichzeitig tief entspannend. Sie kann als „EIN-AUS-
PAUSE-ÜBUNG“ bezeichnet werden.
Ausgangsposition ist ein möglichst aufrechter Sitz oder Stand. Nun
atmen Sie tief in den Bauch (der Bauch wölbt sich vor), atmen Sie nor-
mal wieder aus und machen dann eine bewusste Atempause! Bleiben
Sie in dieser Ausatemstellung so lange, wie Sie gefühlter maßen gut mit
Sauerstoff versorgt sind. Wenn Sie es bis zur Atemnot machen würden,
wäre das Ergebnis gesundheitlich kontraproduktiv. Achten Sie darauf,
dass Sie den Punkt immer besser erreichen, an dem der Sauerstoff
zu Ende geht und trotzdem noch Wohlgefühl da ist. Dann atmen Sie
sachte wieder in den Bauch und beginnen den nächsten Atemzyklus.
So lassen sich z. B. das Warten an der Discounterkasse, das Stehen
im Stau oder das Warten an der Haltestelle wunderbar für Ihre Ent-
spannung und Ihre Gesundheit nutzen. Vielleicht genießen Sie solche
Zeiten zukünftig als Geschenk. Sie können zehn solcher Zyklen hinter-
einander ausführen, oder so viele, wie Sie zeitlich realisieren können
bzw. Ihnen guttun.
Der letzte Punkt dieses Kapitels betrifft unseren Tag-Nacht-Rhyth-
mus.
Es kursieren verschiedene Theorien über gesundes Verhalten dies-
bezüglich. Wir empfehlen folgende Melatonin-Pflegemethode:38„Zeitig zu Bett und zeitig auf, das macht gesunden Lebens-
lauf!“ Gerade den Städtern und „Zimmerpflanzen“ sei empfohlen,
sich ausreichend an natürlichen Rhythmen wie Sonnenaufgang und
Sonnenuntergang zu orientieren. Dies ist bei vielen von uns durch
Kunstlicht und andere Zivilisationsfaktoren verkümmert. Je besser
und erholsamer wir schlafen, und je mehr wir dies nachts tun, umso
gesundheitsfördernder ist die Wirkung.
Uwe Wilhelm Haspel
Quellen
Bachmann, Robert (2020): Natürlich gesund mit Kneipp, Trias
Dennison, Paul (2015): Brain-Gym – das Handbuch, VAK
Kneipp, Sebastian (1997): Mein Testament Kneipp, Bad Wörishofen
Kneipp, Sebastian (2002): So sollt Ihr Leben – Meine Wasserkur (in einem
Band), Ehrenwirth-Verlag
Kommentar: „BrainGym“ ist eine einfach durchzuführende Technik zur
Hirnhälftensynchronisierung. Sie kann auch für Kinder sehr hilfreich sein,
weil sie spielerisch möglich ist, und inzwischen finden Sie viele weitere Lite-
ratur zum Thema.
Zentrum der Gesundheit: Melatonin – Wirkung und Nebenwirkungen,
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/weitere-
erkrankungen/schlaflosigkeit-uebersicht/melatonin
39Grundsätze einer gesunden Ernährung & erfolgreichen Darmsanierung
Dieser Text gibt in weiten Teilen die Sichtweisen und Erfahrungen von
„Mayr-Ärzten“ wieder, die in der Praxis Diagnostik und Therapie nach
Dr. F. X. Mayr“ anbieten (ärztliche Zusatzausbildung). Zentrale Frage
dieser Behandlung ist:
Was ist für eine gesunde Ernährung aus ganzheitlicher Sicht wichtig?
Damit eng verbunden sind die Fragen:
• Wie sieht ein gesundes Verdauungssystem aus, wie sieht ein
gesunder Darm aus?
• Wie kann der Mensch selbst langfristig zur eigenen Darmgesundheit
beitragen?
• Gesunder Darm – wieso ist das so wichtig? Wieso hat die Darm-
sanierung eine so grundlegende Rolle in der Medizin?
Bei uns Menschen ist die Rolle des Darms vergleichbar mit der Funk-
tion der pflanzlichen Wurzeln. Von dort aus erfolgt ein wesentlicher
Teil der Nährstoff-, Flüssigkeits- und Energiever sorgung. Die Grund-
gesundheit der Flora hängt bei den meisten Arten von dem gut funk-
tionierenden Zusammenspiel von Wurzeln und Bodenleben ab.
Entsprechend finden wir beim Menschen die Rolle des Darmmikro-
bioms – der wünschenswerten Bakterienbesiedelung.
Als Mayr-Ärzte sehen wir die westliche zivilisierte Gesellschaft vor
einer großen gesundheitlichen Aufgabe. Zahlreiche Menschen zeigen
körperliche, emotionale und psychische Anzeichen dafür, dass sie die
aufgenommene Nahrung nur zu einem geringen Teil effizient verdauen,
nämlich in wertvolle Bausteine aufspalten und verwerten können.
Ein sehr großer Teil der Nahrung wird bei dieser Verdauungs-
schwäche nicht biochemisch von den Verdauungssäften wie Speichel,
Drüsensekreten mit Enzymen, Magensäure und Galle bzw. mecha-
nisch mithilfe von Darmbewe gungen (Peristaltik) regelrecht verdaut.
Sie wird stattdessen zu einem kleineren oder größeren Teil von ver-
schiedenen Bakterien und Pilzen, sogenannten Schmarotzern, zu Fäul-
nisstoffen zersetzt und zu giftigen Alkoholen und anderen Fuselstoffen
vergärt (siehe Kapitel „Rolle von Bakterien in unserem Körper“).
40Das wäre in etwa so, als ob Nahrungsmittel (wie z. B. Fleisch, Wurst
oder Kompott) tagelang ungekühlt in der warmen Küche stehen und
verderben. Befinden sich Menschen über Jahre und Jahrzehnte in einer
solchen Situation, nimmt ihr Organismus mit den lebenswichtigen
Nährstoffen auch mehr und mehr dieser toxischen Zersetzungsstoffe
auf, die wie „Sand im Getriebe“ wirken, und vor allem die bei dem
betreffenden Menschen am schwächsten angelegten Organe schädigen
(Beispiele siehe im folgenden Text).
Biochemisch gesehen sind solche Substanzen einerseits oft Säuren,
die Entzündungen, Allergien, Schmerzen, Knorpel- und Knochen-
zerstörung sowie Krebszellwachstum fördern können. Andererseits
besteht ein großer Teil aus Zucker-Eiweiß-Verbindungen, die das
Gewebe mehr und mehr verkleben und dazu führen, dass gesunde
physiologische Lebensvorgänge behindert werden. Insbesondere die
Zellernährung mitsamt dem Stofftransport in die Zelle hinein sowie
auch die „Müllabfuhr“ der Zelle, der Abtransport der Abfall- und Rest-
stoffe, werden mehr und mehr behindert.
Verschiedene Symptome weisen auf solche Zustände hin. Ein Teil
spielt sich im Bauchraum ab – Vergrößerung, oft Aufblähung durch
Darmgase, Verformung von Bauch und Körperhaltung, im Magen und
Darm teils verkrampfte, teils erschlaffte Abschnitte, mit Nahrungsbrei
und Kot verklebte Abschnitte.
Dies kann langstreckig sein, sodass bei Fortschreiten dieser Fehl-
verdauung stetig weniger Darmoberfläche für die normale
Resorption (Aufnahme) von Nährstoffen zur Verfügung
steht. Damit verbunden finden in den ver klebten Darm-
anteilen in den vielen verwinkelten Nischen der Darmzotten
massive Zersetzungsvorgänge statt.
Dies scheint ein wesentliches Korrelat der Magen-Darm-Beschwerden
zu sein, die viele Menschen heute aufweisen. Trotz dieser Fehlver-
dauung kann ein Wohlbefinden vorliegen.
Als Symptom kann die Darmausscheidung breiig, schmierig
und klebrig sein, sodass viel Toilettenpapier notwendig wird. Der
Kot kann gärig (wie vergorenes Kompott), jauchig oder faulig rie-
chen. Manche Menschen haben eher allgemeine Symptome wie
Erschöpfungsgefühl, körperliche Schwäche, Schmerzen, Unwohl sein41bzw. Schwindel. Manche bekommen organische Symptome wie
Blutdrucksteigerung, Durchblutungsstörungen, Gelenk- und Rücken-
beschwerden, Bandscheibenschäden, Arthrose, Allergien, Ent-
zündungen, Krebs und vieles andere. Wieder andere Erscheinungen
betreffen die Psyche, wie Vergesslichkeit und Konzentrations-
schwäche. Des Weiteren kann es häufig einerseits zu vermehrter
Aufregung, Unruhe sowie Aggressionsneigung und andererseits zu
Müdigkeit, Antriebsschwäche und Trübsinn (bis hin zur Depression)
kommen.
Mit Mitteln der herkömmlichen Medizin wird in vielen Fällen nichts
Erhebliches gefunden. Oder, was oft vorkommt, es werden Diagnosen
gestellt, die am eigentlichen Problem vorbeigehen.
Die Auswirkung der „Verschmutzung“ des Verdauungssystems kann
somit erschreckend sein. Es kann zu einer Vielzahl von Krank-
heiten kommen und als Folgeerscheinung sogar bis zum Tod
führen.
Die Möglichkeiten zur Abhilfe sind im Grunde sehr einfach – so ein-
fach, dass sie möglicherweise deswegen meist übersehen oder ver-
kannt werden.
Wie kommt es zur Fehlverdauung?
Der Grund ist immer derselbe: Die eigene Verdauungsleistung
ist schwächer, als es die Anforderungen an die Verdauung
sind. Ich betone: Fehlverdauung heißt nicht gleich Verstopfung oder
andererseits Durchfall. Mit Fehlverdauung ist hier gemeint: Fusel-
Gärung, Verjauchung, Verfaulen von Nahrung in Magen und Darm-
trakt. Das läuft oft versteckt „auf kleiner Flamme“ ab, mit allerdings
trotzdem oft schwerwiegenden Langzeitwirkungen. „Steter Tropfen
höhlt den Stein“, wäre hier die passende Metapher.
Was bremst also die Verdauungsleistung?
Es kann einfach Bewegungsmangel sein, zu spärlicher Aufenthalt
im Freien oder mangelnder Kontakt mit Kälte und damit mangelndes
Training des Wärmeorganismus bedeuten.
Ausnehmend wichtig ist die Rolle der Psyche: Wer sich sehr sorgt,
ängstigt, häufig ärgert, angespannt, auf geregt oder betrübt ist – und
das vor allem während langer Phasen oder während der Mahlzeit –,
wer sich selbst chronisch überfordert oder überfordert fühlt und wer
42sich sinnlos, nutzlos bzw. verlassen vorkommt, der schraubt damit
seine Verdauungskraft massiv herunter.
Die Gebiete der Ernährungsweise und der geeigneten Flüssigkeitszufuhr
sind fundamental wichtig. Häufig wirkt schwächend,
wenn Menschen zu schnell, zu viel, zu oft, zu spät und/oder zu schwer
verdaulich essen. „Gut gekaut ist halb verdaut“ heißt es so trefflich.
Wenn ich die Bissen mit Getränken hinunterspüle, wenn ich das Essen
hineinschlinge, hineinstopfe, dann fehlt Speichel und damit nötige
Verdauungsenzyme im Darm.
„Esse abends wie ein Bettler!“, damit der Heizkessel der Dampflok
nicht mit Kohlen voll befüllt wird, bevor sie im Schuppen abgestellt
wird (bedeutet: damit Magen und Darm nicht mit frischen und unver-
dauten Speisen gefüllt sind). Im Biorhythmus des Menschen ist nachts
ein ausgeprägtes Verdauungstief beschrieben.
Zivilisationsbedingt sind viele weitere Faktoren zu berücksichtigen,
die sich störend auswirken. Wir sprechen von chemischen
Faktoren (Toxine aus Umwelt, Nahrung etc.) und physikalischen Fak-
toren (elektromagnetische Strahlung und Felder, auch Schallwellen ...).
Sie wirken teilweise direkt im Darm. Zum Beispiel ist das Pestizid Gly-
phosat für unser Mikrobiom toxisch, was chronischen Eiweißmangel
mit verschieden Folgekrankheiten nach sich ziehen kann. Teilweise
beeinflussen solche Toxine auch die Steuerzentren der Verdauungs-
organe, das vegetative Nervensystem und das Hormonsystem (WLAN,
Mobilfunk …).
Ergänzend zum Blick auf Vorgänge im Großen, Makroskopischen, sei
nun noch die Welt unserer mikroskopisch kleinen Mitbewohner, des
Mikrobioms inclusive der Darmbakterien, beschrieben:
Die Rolle von Bakterien im menschlichen Körper und
deren Bedeutung für die Gesundheit
Das Mikrobiom und der gesamte menschliche Körper sind von Bil-
lionen von Bakterien besiedelt, die eine entscheidende Rolle für die
Gesundheit spielen. Diese Mikroben sind nicht nur für die Verdauung
wichtig, sondern beeinflussen auch das Immunsystem, die Stimmung
und viele andere Körperfunktionen.
43Derzeitige Faktoren wie ungesunde Ernährung und Lebensweise,
Stress und der übermäßige Einsatz von Antibiotika können das Mikro-
biom aus dem Gleichgewicht bringen. Diese Ungleichgewichte können
zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, darunter Aller-
gien, Autoimmunerkrankungen und Verdauungsstörungen. Natürliche
Heilmethoden bieten eine Vielzahl von ursprünglichen Ansätzen zur
Wiederherstellung und Unterstützung eines gesunden Mikrobioms.
Dazu gehören:
• Probiotika: Beim Verzehr von probiotischen Lebensmitteln
und Nahrungsergänzungsmitteln, die lebende Bakterienkulturen
enthalten, geht es um die Stärkung der Darmflora.
• Präbiotika: Sie fördern das Wachstum gesunder Bakterien. Dies
geschieht durch den Verzehr von Ballaststoffen und bestimmten
Lebensmitteln, die als Nahrungsquelle für die „guten“ Bakterien
dienen.
• Ernährungsumstellung: Wir empfehlen eine gesunde, aus-
gewogene Ernährung, die reich an natürlichen, unverarbeiteten
Lebensmitteln ist.
Quelle: Zschocke, Anne Katharina (2016): Natürlich heilen mit
Bakterien, Gesund mit Leib und Seele; AT-Verlag
Sinnvolle Darmsanierung
Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich
eine gesunde Ernährung. Dies ist allerdings nur ein Faktor – oft
nicht einmal der wichtigste.
Wie schon erwähnt, spielen zu großen Teilen Psyche, Bewegungsverhalten,
Toxine etc. mit hinein. Unsere Definition von gesunder
Ernährung bezieht sich nur sekundär auf die Einkaufsliste und den
Teller. Gesunde Ernährung nach dem österreichischen Arzt Dr. Franz
Xaver Mayr (1875–1965) heißt für uns, dass alle Schritte langfristig
regelrecht ablaufen (vom Lebensmittel angefangen bis zum
Ankommen der Nähr- und Vitalstoffe in der Zelle einschließ-
lich einer funktionierenden Ausscheidung der Abfallstoffe).
Oberster Rat von uns ist die passende Einstellung zum Essen. Unsere
Empfehlung lautet: Essen Sie ausschließlich in Ruhe! Schenken
Sie Ihre Aufmerksamkeit sich selbst und Ihrer Mahlzeit. Ablenkungen44durch Nachrichten, TV, Computer oder Smartphone schwächen die
natürlichen Verdauungsvorgänge, lassen Sie unauf merksam beim
Kauen und Wahrnehmen sein.
Essen dient als wichtige physische und psychische Kraftquelle.
Unser Organismus ist dafür konzipiert, während des Essens den
„Betriebsmodus“ zu wechseln. Das Nervensystem stellt sich auf einen
sogenannten „Ruhemodus“ um (Aktivierung des Para sympathikus).
Während einer Mahlzeit ist es vorteilhaft, uns nicht mit dem „alltäg-
lichen Lebenskampf“ zu beschäftigen.
Parasympathikus und Vagus (10. Hirnnerv) unterstützen eine gute
Nahrungsverwertung und Aufnahme. Dieser Teil des vegetativen
Nervensystems ist auch für innere Heilungsvorgänge wesentlich und
stärkt die Orientierung nach innen.
Der Sympathikus, der sogenannte „Stressnerv“, bringt unseren
Organismus in den Zustand der Leistungsfähigkeit, fördert mehr die
Orientierung nach außen.
Wie wäre es, wenn wir unseren Esstisch freundlich und einladend her-
richten, eventuell mit einer schönen Tischdecke, Blumen und einer
Kerze, dazu entspannende Musik? An so einem Tisch können wir uns
willkommen und eingeladen fühlen. In dieser Atmosphäre fällt es uns
leichter, sorgfältig zu kauen und unsere Mahlzeit zu genießen.
Gut gekaut ist halb verdaut! Eine Empfehlung zum guten Kauen lautet
über 30-mal pro kleinem Bissen. Das mag zu Beginn sehr un gewohnt
sein, könnte jedoch als tägliche Meditation eine gesundheitsfördernde,
kostenfreie Alltagsroutine werden.
Die Wahl der richtigen Getränke ist mindestens so wichtig wie die
Wahl der Nahrung. Empfehlenswert ist (stilles) Wasser, Wasser und
noch einmal Wasser. Ungesüßter Kräutertee kann ebenfalls getrunken
werden, um unterschiedliche Geschmacksvorlieben zu befriedigen.
Hierzu eignen sich besonders gut Kräuter wie Fenchel, Melisse,
Kamille, Schafgarbe und Brennnessel. Früchtetee oder roter Hibiskus-
tee sind nicht anzuraten, weil sie den Körper übersäuern können.
Ein Zusatzhinweis zum Thema Wasserqualität: Wir empfehlen Ihnen
allgemein, sich aufgrund der Umfänglichkeit des Themas mit den ver-
schiedenen Möglichkeiten der Versorgung mit Wasser zu befassen.45Aufgrund der tiefgreifenden gesundheitlichen Wirkung, die wir diesem
Punkt zuschreiben, halten wir eine angemessene Aufmerksamkeit für
erstrebenswert, um diesen guten Lebenssaft bestmöglich gesundheit-
lich zu nutzen.
Weiteres sei in Stichpunkten angemerkt:
• Essen Sie spätestens 18 Uhr im Winter, 19 Uhr im Sommer zu
Abend. Dies sollte die kleinste Portion des Tages sein („… abends
wie ein Bettler!“).
• Für die meisten empfehlen sich 2–3 Mahlzeiten täglich.
• Zwischen den Mahlzeiten darf die Nahrungsaufnahme pausieren,
damit die Aufmerksamkeit der zuständigen Organe konzentriert
auf das Verdauen gerichtet sein kann. Das gelingt am besten,
wenn keine Zwischensnacks wie Kekse, Obst oder auch Bonbons
und Kaugummis zu sich genommen werden.
• Eventuell legen Sie 1–2 gezielte Zwischenmahlzeiten ein (in
Ruhe!).
Bezüglich der Art der Lebensmittel wird die bevorzugte Wahl von
regionalen und saisonalen Produkten empfohlen. Ideal sind der
Eigenanbau oder der Bezug direkt vom Produzenten. Reifes Obst
und Gemüse schmecken aromatischer, enthalten mehr wertvolle
Vitalstoffe und werden häufig wesentlich besser vertragen als unreif
geerntete Importware. Auch der ökologische Aspekt bezüglich gerin-
gem Transportweg und die Unterstützung der lokalen Produzenten
seien erwähnt.
Als Autor dieses Kapitels habe ich über Jahre eingehende Erfahrungen
gesammelt mit vegetarischer und veganer Kost, glutenfreier und
milchproduktfreier Ernährung, Rohkost, Vollwertkost nach Kollath
und Bruker, Öl-Eiweiß-Kost nach Budwig, Milder Ableitungsdiät nach
Mayr und Rauch sowie etwas Erfahrung mit verschiedenen Keto-Kost-
und Trennkost-Formen. Mein Fazit: Die ideale Kostform ist individuell
verschieden und auch stark von Faktoren wie Konstitution, momen-
tanem Gesundheitszustand, Klima, Tagesgestaltung etc. abhängig, da
sich Bedürfnisse und Erfordernisse bei Menschen ändern können. Es
erfolgen deshalb bewusst keine detaillierten Empfehlungen, sondern
die Einladung, selbst Erfahrungen mit aufmerksamer Wahrnehmung
zu sammeln, welche Ernährungsform vor allem auf längere Sicht zu
mehr Gesundheit verhilft.
46Spezielle Aspekte der Darmsanierung
Probiose (Stärkung der günstigen Darmflora): Ein einfacher preis-
günstiger Weg ist, täglich frisches, also nicht pasteurisiertes Sauer-
kraut zu essen (nach Bekömmlichkeit eine Gabel voll bis maximal
150 g), dieses sehr gut zu kauen, idealerweise mit etwas Leinöl
(möglichst frisch gepresst) oder Olivenöl. Eventuell mischen Sie 1 TL
bis 1 EL frisch pulverisierten Leinsamen darunter (z. B. in der elektri-
schen Kaffeemühle gemahlen).
Der Unterschied zu Wasserkefir, Molke, Kefir oder Sauerkrautsaft ist,
dass durch das sehr gute Kauen des Krautes die darin enthaltenen Bak-
terien assimiliert werden, d. h. in die eigene Darmflora eingegliedert
werden. Auch Kimchi und anderes kaubares Fermentiertes sind
empfehlenswert. Zusätzlich kann ein Probiotikum, ein Präparat mit
lebendigen Darmbakterien, hilfreich sein.
Das Labor Biovis veröffentlichte dazu eine Tabelle von wissenschaft-
lichen Erfahrungen mit einer Reihe von Präparaten verschiedener
Hersteller: (siehe bei Quellen unter biovis – Evidenzbasierte Mikro-
biom-Therapien).
Präbiose: Gängige Präparate enthalten in verschiedenen Zusammen-
setzungen Substanzen wie Akazienfasern, Guarkernmehl, Haferkleie,
Butyrat, resistente Stärke, pulverisierte Flohsamenschalen, Inulin,
Apfelpektin, FODMAP, Fructo-/Galakto-Oligosaccharide etc. (siehe
Quellen: biovis Mikrobiom 2.0). Wir weisen darauf hin, dass die
Eigenherstellung einer geeigneten Mischung ein preisgünstiger Weg
sein kann.
Grundlegend wichtig für die Darmgesundheit ist eine aus reichende
Vitamin-D-Versorgung.
Bei vielen Patienten liegt der Vitamin-D3-Wert deutlich
unterhalb des Normbereichs. Eine Darmsanierung bei Vitamin-
D-Mangel würde bedeuten, ein zwei Meter tiefes Loch im Garten mit
einem Teelöffel graben zu wollen.
Es empfiehlt sich zu Beginn und in weiterer Folge, 2-mal jährlich
den Blutspiegel bestimmen zu lassen. Eine Dosis von 5000 IE täglich
kombiniert mit dem Vitamin K2 ist erfahrungsgemäß zum Einstieg
passend, die Einnahme wird zum Frühstück empfohlen. Die Dosis47soll dann dem Blutspiegel angepasst werden (siehe Orthomolekulare
Immunprophylaxe), wir sehen 60–80 ng/ml als günstig an.
Bittermittel: Unsere natürliche Nahrung enthält als wichtige Kom-
ponente Bitterstoffe. Heutzutage sind diese meist heraus gezüchtet
worden und diese Geschmacksrichtung fehlt in der Nahrungspalette
der allermeisten Menschen. Bitterstoffe stärken auf natürliche Weise
die Darmschleimhaut und fördern die Ver dauungsleistung, in weiterer
Folge auch unsere Immunkräfte.
Bei der Einnahme von Bitterpflanzen empfiehlt sich, diese so lange wie
möglich im Mund zu lassen, gegebenenfalls gut zu zerkauen. Pulver
sollte unter die Zunge gelegt werden, bis der Speichel es nach und nach
innerhalb einiger Minuten wegschwemmt.
Tropfen belassen Sie 1–3 Minuten im Mund (z. B. bis 60 oder 180 zäh-
len), dann erst schlucken. Bitteren Tee trinken Sie am besten auch in
kleinen Schlucken und behalten diesen einige Sekunden im Mund.
Einzeldosen sind 7–12 Tropfen oder entsprechend eine erbsengroße
Menge bis ½ Teelöffel des unten genannten Pulvers.
Eine günstige Einnahmezeit für Bitterstoffe ist vor dem Essen bzw.
noch zusätzlich direkt nach dem Essen (als Digestiv) und abends (vor
dem Schlafengehen).
Wer einen Garten hat, kaue täglich sorgfältig vor dem Essen 2–3 Blät-
ter Löwenzahn pur. Ähnlich wirken Radicchio oder Chicorée, welche
zudem auch im Winter gut erhältlich sind.
Falls kein eigener Garten vorhanden ist, sind folgende Präparate
empfehlenswert:
Amara Tropfen (Weleda) oder Bitterkräuter-1-Tropfen (Lebens-
kraft pur) oder Bitterliebe Tropfen (auch alkoholfrei erhältlich als
Bitterliebe Tropfen mild) oder andere qualitativ gute Präparate.
Diese Therapie unterstützt ebenfalls die Funktion von Leber und Nie-
ren.
Sie können z. B. wochenweise abwechseln mit:
7-Kräuter-Pulver (nach Heidelberger) Bioqualität (verschiedene
Hersteller) und
48Bittertee ist vor allem ab nachmittags zu empfehlen, anwendbar als
medizinischer Tee mit kochendem Wasser aufgegossen und abgedeckt
10 Minuten ziehen gelassen. Gut geeignet sind:
• Tausendgüldenkraut (eine Prise pro Tasse genügt!),
• Magentee bitter (H&S) oder
• Salus Verdauungstee.
Wertvolle ausführliche grundsätzliche Informationen zum Thema
Wirkung von Bitterstoffen und verschiedenen Pflanzenvarianten fin-
den Sie auf www.bitterliebe.com unter Bitterwissen.
Magnesium ist ein wichtiger Kofaktor des Vitamin D. Es unterstützt
bei starken Gesundheitsproblemen den Körper und ist wesentlich für
eine gesunde Herz-Kreislauf-, Nerven- und Gehirn- sowie Muskel-
funktion. Möglich ist entweder die Einnahme in organischer Ver-
bindung als Tabletten, Kapseln oder Granulat, oder noch besser oder
zusätzlich die Anwendung über die Haut als Magnesiumöl.
Für die Eigenherstellung brauchen Sie: Ein großes Schraubglas z. B.
500 ml wird mit Magnesiumchlorid Hexahydrat gefüllt. Die Hälfte der
Salzmenge, also 250 ml (bitte nicht mehr – das ist bewusst sehr wenig)
wird an Wasser dazugegeben. Das Glas wird mehrmals im Abstand von
Stunden kräftig geschüttelt, bis alles gerade so gelöst ist. So entsteht
eine gesättigte Sole mit der Konsistenz von Öl, deshalb Magnesiumöl
genannt.
Anwendung: Mit diesem reiben Sie vor dem Schlafen Rumpf, Arme
und Beine ein. Ein guter Start (für 4–6 Wochen) ist 5-mal pro Woche,
dann als Erhaltungsdosis 2-mal wöchentlich. Diese Mischung sollte
nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen (salzscharf). Bitte
waschen Sie die Hände danach. Die Schlafkleidung kann klamm wer-
den (wie beim Urlaub am Meer).
Als Alternative besteht die Möglichkeit 1- bis 2-mal pro Woche ein
Vollbad für 15–30 Minuten mit etwa 1 Pfund des Salzes zu nehmen.
Bezugsquellen: Sie erhalten Großgebinde von guter Qualität für externe
Anwendung à 25 kg beim Landwirtschaftsbedarf. Lagern Sie den Sack
sehr trocken, verschließen Sie ihn gut, geben ihn günstigerweise noch-
mal in einen zweiten Plastiksack, den Sie ebenfalls gut verschließen.49Dieses Salz zieht drastisch und schnell Feuchtigkeit an! Kleinere Men-
gen sind auch als fertiges „Öl“ erhältlich.
Omega-3-Fettsäuren stabilisieren die Darmzellen und machen sie
entzündungsresistenter. Das Omega-3-Öl vegan von Norsan schmeckt
angenehm und es ist auch für Kinder bewährt. Die ausreichende
Tagesdosis von 2 Teelöffeln täglich ins Essen geben. Wenn Sie wei-
tere Anbieter mit guter Qualität finden, dann nutzen Sie natürlich auch
diese. Gerade beim Omega-3-Öl sei bei Kindern darauf hingewiesen,
dass sie es auch einnehmen müssen, damit es wirkt, und dass es ihnen
nicht (wie früher der Lebertran) für viele Jahre vermiest werden soll.
Erwähnt sei, dass bei vielen Algenölen die ölproduzierenden Algen
in abgeschlossenen Tanks gezüchtet werden und somit die Kontami-
nation mit Schadstoffen aus dem Meer, insbesondere von Schwer-
metallen, entfällt.
Preisgünstiger ist Fischöl, achten Sie allerdings auf gute Qualität, auf
Schadstofffreiheit geprüft. Empfohlen sind täglich 2 g EPA plus DHA
(Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure). In vielen Fällen gelingt
es, den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren über Leinöl zu decken. Von die-
sem seien 2 Esslöffel täglich ins Essen gemischt empfohlen.
Das Kauen und Einspeicheln des Öls bewirkt eine Verbesserung der
Aufnahmefähigkeit der Inhaltsstoffe im Darm. Dies schützt die Vital-
stoffe davor, von schmarotzenden Bakterien oder anderen Parasiten
„weggefressen zu werden“. Im Speichel sind nicht nur Verdauungs-
enzyme enthalten, sondern auch verschiedene Substanzen, welche das
Wachstum und den Stoffwechsel von schädlichen Mikroorganismen
bremsen oder gar verhindern können.
Vitamin C ist ebenfalls grundlegend hilfreich bei der Darmsanierung
(siehe „Orthomolekulare Immunprophylaxe“).
Zusatzempfehlungen
Bewegen Sie sich täglich mindestens eine Stunde an der frischen
Luft.
Achten Sie auf „Hygiene“ im Bereich der Psyche und im
Sozialleben!
Minimieren Sie Toxine und EMF = elektromagnetische Strahlen-
und Feldbelastung (siehe „Baubiologie, EMF“)!
50Während der Darmsanierung lohnt sich ein konsequenter
Verzicht auf stimulierende Getränke, wie:
Kaffee, grünen und schwarzen Tee, Guarana, Mate, Maca,
Schokolade und Kakao sowie auf zuckerhaltige Speisen, wie:
Kuchen, Kekse, Gebäck und andere Süßigkeiten sowie auf
weitere, nicht genannte Stimulanzien.
Eine gute Möglichkeit, den süßen Geschmackssinn zu befriedigen,
wäre folgende: Genießen Sie 1-mal täglich Obst oder Trockenfrüchte,
eventuell ein Honigbrot gemeinsam mit Fettem – mit einigen Nüssen,
Mandeln, Sahne, fettem Quark oder einem Butterbrot. Das Fett ver-
langsamt stark die Zuckerverdauung im Darm und die Aufnahme von
Zucker ins Blut. Dies gleicht den Insulinspiegel auf natürliche Weise
aus.
„Chemie“ in der Nahrung (Herbizide, Pestizide, viele der Nahrungs-
Zusatzstoffe, Umweltschadstoffe etc.) birgt eine Menge negativer Kon-
sequenzen. Biologisch angebaute Kost ist von großem Vorteil in Zeiten,
in denen immer mehr unverantwortliche chemische Pflanzenschutz-
mittel ihre Zulassung erhalten.
Auch biologische Kost kann durch die allgemeine Umweltver-
schmutzung chemisch belastet sein. Doch insgesamt ist die Konzent-
ration der Giftbelastung um ein Vielfaches geringer, die Dosis macht
meist den größten Teil der Schadwirkung im Körper aus (siehe auch
offizielle Messungen des Öko-Monitoring in Baden-Württemberg).
Schweinefleisch und Schweinewurst sind außer ihrer medi-
kamentösen und hormonellen Belastung als entzündungs fördernd
bekannt und sollten im Speiseplan gar nicht bis selten auftauchen.
Beim Braten und Frittieren entstehen Transfette, welche den
Zellstoffwechsel stark beeinträchtigen. Werden Sie kreativ beim
Zubereiten Ihrer Nahrung, vielleicht gönnen Sie Ihrer Bratpfanne eine
Weile Pause oder verschenken sie. Transfette gehören keinesfalls auf
einen gesunden Speiseplan.
Verwenden Sie vorwiegend kalt gepresstes Oliven-, Kokos- oder Leinöl.
Butter, Sahne, Rahm oder Schmand können ebenfalls in Maßen ver-
wendet werden. Sämtliches empfiehlt sich über die schon gegarten
Speisen zu geben.
51Je nach Zubereitung von Nahrungsmitteln gehen Vitamine und
Spurenelemente verloren, schonende Zubereitungsmöglichkeiten sind
das Dünsten, Dampfgaren oder Grillen der Nahrung. Die Zugabe von
Fett eignet sich erst nach Abschluss des Erhitzungsvorgangs.
Alkohol ist während der Darmsanierung ebenfalls hinderlich.
Genießen Sie ihn nach der Sanierung in Maßen und in Maßen und sel-
ten.
Nach der Darmsanierung kommt zum Erhalt und der weiteren Ver-
besserung des Erfolges der ausnehmend wichtige Schritt der Neu-
orientierung der Lebensweise. Damit ist die Wiederintegration von
Gewohnheiten in dem Maße gemeint, die gesundheitlich bekömm-
lich bzw. nicht schädlich ist. Es ist unserer Erfahrung nach am nach-
haltigsten, wenn Sie selbst immer besser lernen wahrzunehmen, was
Ihnen langfristig bekommt und was Ihnen schadet. Wir Ärzte und
Heilpraktiker sind dann gern dafür da, um ab und zu nachzusehen, ob
Ihre Wahrnehmung stimmt oder ob blinde Flecken angegangen wer-
den sollten. Übrigens, das geht uns Fachleuten ganz genauso: Auch wir
tun hier und dort gut daran, Rückmeldungen zu unserer Gesundheit
von Kollegen zu erbitten.
Zusammenfassung
Trinken Sie ausschließlich stilles Wasser oder ungesüßten Kräutertee.
Essen Sie in Ruhe – mit voller Aufmerksamkeit beim Essen,
ohne Ablenkung.
Kauen Sie sehr gut.
Essen Sie nur zur Mahlzeit oder gezielten Zwischenmahlzeit, nicht
andauernd zwischendurch.
Essen Sie abends spätestens 18 Uhr im Winter bzw. 19 Uhr im Sommer.
Bewegen Sie sich täglich möglichst an der frischen Luft.
Probiose: Essen Sie täglich frisches Sauerkraut plus Leinöl plus even-
tuell gemahlener Leinsamen 10–30 g täglich, sehr gut gekaut.
Eine Alternative stellt ein spezielles probiotischen Präparat dar:
Präbiose erfolgt durch die Ernährung und/oder ein Präparat.
Vitamin D+K2 5000 IE täglich zum Frühstück (Blut spiegelkontrolle
und Dosisanpassung!)
52Omega-3-Fettsäuren: Mischen Sie täglich 2 Teelöffel Omega-3-Öl oder
2 Esslöffel Leinöl ins Essen.
Bittermittel: z. B. 7–12 Tropfen vor und eventuell auch nach dem Essen
sowie vor dem Schlafengehen, 1–3 Minuten im Mund belassen
Vitamin C 1-3-mal 1 g täglich, eventuell gepuffert (magen-freundlich)
als Natrium-oder Calciumascorbat
Magnesium eingenommen oder Magnesiumöl-Einreibungen oder
Magnesiumchlorid-Vollbäder
Lassen Sie Stimulanzien wie Zucker und das meiste Süße, Alkohol,
Schweineprodukte, Nahrungsmittelzusatzstoffe und nicht biologische
Nahrungsmittel weg, auch Gebratenes und Frittiertes.
Uwe Wilhelm Haspel
Quellen
Literaturempfehlungen
Batmanghelidj, Faridun (2016): Sie sind nicht krank, sie sind durstig, VAK
Bruker, Max Otto (2022): Unsere Nahrung, unser Schicksal, 53. Aufl., EMU-
Verlags-GmbH
Budwig, Johanna (1999): Krebs, das Problem und die Lösung (viel zum
Thema Omega-3 und Leinöl), Sensei Handels UG & Co. KG
Emoto, Masaru (2010): Die Botschaft des Wassers, Koha
Fleischhauer, Guido (2015): Essbare Wildpflanzen, AT Verlag
Grimm, Hans-Ulrich (2014): Garantiert gesundheitsgefährdend, Knaur TB
Kollath, Werner (2013): Die Ordnung unserer Nahrung, Haug Fachbuch
Konz, Franz (2006): Der große Gesundheits-Konz (mit vielen wertvollen
Hinweisen und Erfahrungen, allerdings auch vielem, was kritisch betrachtet,
durchleuchtet und geprüft, teils korrigiert werden muss, es fehlt heute
immer noch erheblich an Erfahrungen in diesem Gebiet), 9. Aufl., Uni-
versitas
53Lustig, Robert (2016): Die bittere Wahrheit über Zucker, Riva-Verlag
Rauch, Erich (2011): Die Darmreinigung nach Dr. F. X. Mayr,
Goldmann TB, Trias
Rauch, Erich & Mayr, Peter (2017): Die Milde Ableitungsdiät, Trias
Schatalova, Galina (2002): Wir fressen uns zu Tode, Goldmann
Wolfe, David (2001): Die Sonnen-Diät, Goldmann
Broschüren und Internetseiten
Berichte der Öko-Monitoring Baden-Württemberg (Messergebnisse der
Überwachung der biologisch in BW angebauten und gehandelten Lebens-
mittel ab 2002)
Biovis Labor; Broschüre Evidenzbasierte Mikrobiom-Therapien, Seite 4–5:
https://www.biovis.eu/wp-content/uploads/biovis_Evidenzbasierte-Mikro-
biom-Therapien_DE.pdf
Biovis Labor; Broschüre Mikrobiom 2.0: https://www.biovis.eu/wp-con-
tent/uploads/biovis_Mikrobiom_2-DE.pdf, S. 8 mit Präbiotika-Liste
https://verbraucherportal-bw.de/,Lde/Startseite/Verbraucherschutz/
Berichte+zum+Oekomonitoring Bericht von 2023
https://verbraucherportal-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/docu-
ments_E-1458903422/MLR.Verbraucherportal/Dokumente/
Dokumente%20pdfs/Verbraucherschutz/Gesundheitlicher%20
VSchutz/%C3%96komonitoring-Berichte/2023_oekomonitoring_lang-
fassung.pdf
54Gesundheitliche Selbstbeobachtung
Bin ich auf dem richtigen Weg, der meiner Gesundheit
dienlich ist?
Wenn Sie für sich selbst Verantwortung übernehmen und gesund-
heitsfördernde Maßnahmen im Alltag umsetzen, dann sind Werkzeuge
nützlich, mithilfe derer Sie den Erfolg messen können. Dies dient zur
Klarstellung, ob die Gesundheitsmaßnahmen in positiver Weise wir-
ken. Auf einer Wanderung ist hin und wieder eine Überprüfung sinn-
voll, ob man immer noch auf dem richtigen Weg ist oder ob Korrektu-
ren vorzunehmen sind.
Es gibt verschiedene grundlegende Kennzeichen des Zustandes eines
Organismus. Anhand derer können Sie durch aufmerksame und kun-
dige Selbstbeobachtung nachvollziehen, wie es um Sie gesundheitlich
steht. Dadurch können Sie mehr und mehr ein Gefühl dafür entwickeln,
wie sich das jeweilige Verhalten wie Stress management, Bewegungs-
und Ernährungsverhalten auf ihren Organismus auswirkt.
Hier sind einige Handlungsempfehlungen:
Regel 1: Wir können die gesundheitliche Auswirkung einer Maßnahme,
z. B. Ernährungsumstellung, nur dann richtig ermessen, wenn eine
relative Ausgeglichenheit von Körper, Seele und Geist vorherrscht.
Auch Ruhe- und Stressphasen sollten in Balance sein, genauso wie
Flüssigkeitshaushalt, Schlaf, Bewegung und Ernährung.
Meine Empfehlungen in der Praxis (in der Broschüre wegen der
Wichtigkeit wiederholt erwähnt) lauten:
Gleichen Sie konsequent und täglich Wasser- und Bewegungs-
mangel sowie Schlaf- und Ruhemangel aus.
Gehen Sie, wenn irgend möglich, mit gesundem Menschen-
verstand in die Sonne und die Natur.
Sorgen Sie für eine angemessene Psychohygiene.
Reduzieren Sie so gut wie möglich ein Übermaß an Handy-
oder Computernutzung, vor allem abends und nachts.55Regel 2: Achten Sie bei sich auf Straffheit und Durchblutung des
Gewebes, gut sichtbar im Gesicht, an der Körperhaltung sowie an
dem Bauchumfang und der Form.
Wer gesund ist, sieht auch gesund aus. Wenn wir nicht „in Form sind“,
ist uns das anzusehen.
Machen wir uns bewusst, in welche Richtung wir uns entwickeln. Neh-
men wir die Zeichen unseres Körpers wahr.
Welche Rückmeldungen liefert er uns?
Welche Rückmeldung bekommen wir aus unserer (verlässlichen und
vertrauenswürdigen) Umgebung? Damit sind nicht Menschen gemeint,
die derartige Kommentare als gehaltlose Floskeln abgeben.
Regel 3: Wer gesund ist, funktioniert auch gesund. Er hat das
Gefühl von Frische und Kraft, körperlich und geistig. Ein solcher
Mensch weist eine gute Leistungsfähigkeit und Ausdauer auf. Dies
beinhaltet die Fähigkeit, sich auf wechselnde Situationen und Erfordernisse
einzustellen, bzw. sich nicht so schnell durcheinander bringen
zu lassen. Das bezieht sich sowohl auf den Körper, als auch auf den
Geist und das Gefühlsleben. Dieser Zustand schließt auch die Fähig-
keit ein, sich von mäßig starken Belastungen (z. B. mehrere Stunden
Fußmarsch) schnell wieder zu erholen. Gemeint ist ein Grundgefühl
innerer Ruhe und Freude sowie auch eine gute Leistungsfähigkeit der
5 Sinnesorgane mitsamt Verarbeitung der Wahrnehmungen.
Mögliche selbst durchführbare Tests sind:
Schlafreduktion: Wie reagiert mein Organismus, wenn plötzlich
eine Nacht überhaupt nicht oder nur zwei, vier oder sechs Stunden
geschlafen wird? Wie viele Tage braucht der Organismus, um sich wie-
der auszubalancieren? (Allenfalls als Test empfohlen!)
Fastentest: Wie reagiert mein Organismus, wenn ich einen ganzen
Tag ausschließlich Wasser trinke? Welche anschließende Zeit braucht
er, um die Folgen auszugleichen? Bekomme ich nach einigen Stun-
den Kopf-, Rücken oder Gliederschmerzen, große Müdigkeit und
Erschöpfungsgefühl?
56Bauchumfangs-Morgen-Abend-Test: Ist direkt nach dem
Erwachen mein Bauch schlank und wird am Tag aufgetrieben? Ändert
sich das bei Verhaltens- bzw. Ernährungsumstellung?
WICHTIG zu wissen ist, dass vom Organismus auf schädliche
und belastende Reize eine schnelle und intensiv schützende
Gegenreaktion erfolgt. Diese sinnvolle Maßnahme wendet schäd-
liche Einflüsse ab und kompensiert belastende Situationen.
Also: „Symptom“ heißt nicht immer gleich „krank“. Erbrechen
von Hochgiftigem kann lebensrettend sein.
Auch Fieber kann in solchen Situationen sehr hilfreich sein. (siehe
Kapitel „Fieber“)
Regel 4: Zu gesundem Funktionieren gehören auch funktions fähige,
ihren Zweck erfüllende Ausscheidungen. Das betrifft die Kom-
petenz eines Organismus zur Selbstreinigung. Dazu gehören die
Fähigkeiten, durch Körpersekrete sowie über Haut und Schleim häute
Abfallstoffe bzw. Gifte auszuscheiden. Dies kann sich unterschiedlich
äußern: schwallartiges Erbrechen, Durchfall, Schnupfen, schleimende
Bronchitis, Scheidenausfluss etc.
Bei gesundheitlich nutzbringenden Umstellungen riechen
die Ausscheidungen häufig intensiver, bis hin zum starken
Gestank. Das ist ein Zeichen der Anregung der Ausschei-
dungs- und Reinigungsfunktionen. Meist gibt sich dieses in
absehbarer Zeit, um dann in einen angenehmen Geruch mit eigener
charakteristischer Note überzugehen.
Angemerkt sei: Verstopfung mit hartem knuddeligem Kot ist oft ein
Zeichen einer zielführenden anfänglichen Therapiephase.
Zu Beginn einer erfolgreichen Entgiftung sowie in der
Heilungsphase friert der Patient oft schnell.
Steigt der Vergiftungsgrad ist Fieber eine wichtige Selbsthilfemethode,
um die Geschwindigkeit der Problemlösung um ein Mehrfaches
zu steigern. Genügt das nicht, kann mithilfe von umgrenzten
Entzündungen (Nasennebenhöhlen, Bronchien und Lunge, Magen,
Darm, Scheide, Blase, Nieren, Gelenke etc.) das Problem in Schach
gehalten oder gelöst werden.
57Hier ist der ärztliche Blick oft wichtig, um zu unterscheiden, was ist
gerade Symptom im Heilungsverlauf, wo sind Geduld und Abwarten
angesagt, und wo entwickelt sich gerade ein neues Krankheitsbild, das
ausufern und gefährlich werden könnte. Wo besteht dringender Hand-
lungsbedarf (siehe Kapitel „Fieber“).
WICHTIG: Es ist gesund, wenn ein Organismus bei großer
Überforderung mit Symptomen antwortet. Wenn irgend
möglich, soll er diese Symptome (Fieber, Schmer zen etc.,
Ausscheidungen) „ausleben“ dürfen, um sich wieder ins
Gleichgewicht zu bringen!
Es ist wie beim Auto: Leuchtet die rote Öldruckanzeige, so besteht
sofortiger Handlungsbedarf – der Wagen ist umgehend anzuhalten. Es
wäre absurd, die Glühbirne zu zerstören und in dem Glauben weiterzu-
fahren, das Problem sei nun gelöst.
Regel 5: Was zeigt der Bauch selbst?
Inwieweit verspüre ich Übelkeit, Schwere-, Druck- und Völlegefühl im
Bauch, nehme ich Schmerzen, Gasbildung und Flatulenz sowie Müdig-
keit nach dem Essen wahr?
Wie verändert sich die Symptomatik, wenn ich mich mehr oder weni-
ger bewege, ausreichend Flüssigkeit zu mir nehme, mich ausruhe, sehr
aufmerksam kaue etc.?
Regel 6: Welchen Manipulationen unterliege ich, um
Schwierigkeiten zu bewältigen?
Konkret gesagt heißt das: Wie oft und wie viel Aufputschmittel nehme
ich zu mir (z. B. Kaffee, Schokolade, Kakao, grünen oder schwarzen
Tee, Zucker und anderes Süßes)? Dies gilt auch für größere Portionen,
spätes (nach 18 Uhr, Sommerzeit 19 Uhr) oder häufiges Essen (mehr
als 3-mal täglich)?
Auf den Punkt gebracht sei zusammengefasst:
Achten Sie darauf, ob Sie gesund – und immer gesünder – aus-
sehen sowie körperlich, emotional und geistig gut mit anstehenden
Herausforderungen umgehen können. Dazu gehört auch, sich danach
in angemessener Zeit wieder zu erholen.58Achten Sie im Einzelnen auf Bauchgröße, Notwendigkeit von
Manipulatoren (Kaffee, Zucker etc.), Veränderungen bei
der Darmausscheidung und Funktionsfähigkeit der Aus-
scheidungen insgesamt!
Geben Sie der Umstellung Zeit, haben Sie genügend Geduld!
Wenn Sie Ihre Ernährung umstellen, kann sich erst einmal ein Durch-
einander mit sogar belastenden Symptomen entwickeln, nicht nur
körperlich, sogar emotional und geistig.
Bei erfolgreicher Therapie hat sich innerhalb absehbarer Zeit ein neues
Gleichgewicht mit vermehrter Gesundheit, Wohlgefühl und Stabilität
eingestellt.
Dies kann in schweren Fällen Monate, sogar Jahre dauern, aller dings
sollte für den Therapeuten durch Untersuchungsergebnisse nach-
vollziehbar sein, dass die Therapie in eine erfolgreiche Richtung geht.
Uwe Wilhelm Haspel
59Die gesundheitsfördernde Funktion des Fiebers
Viele Menschen beschleicht Angst um ihre Gesundheit oder die
ihres Kindes, sobald das Fieberthermometer die 37-Grad-Marke
überschritten hat. Diese Angst ist aus früheren Zeiten erhalten
geblieben, in denen schwere Verläufe von Infektionskrankheiten wie
Masern, Pocken, Diphtherie etc. a) häufig waren und b) wegen der
unzureichenden Immunlage der Menschen bedingt durch Hunger,
schlechte Wohnverhältnisse, mangelnde Hygiene und psychosozialen
Stress wie Krieg oder soziale Unruhen oft tödlich ausgingen.
Labor-/Messwerte werden jedoch erst zu Krankheits zeichen,
wenn sie mit klinischen Beschwerden einher gehen. Das ist bei
Fieber oft gar nicht der Fall. Bei Kleinkindern ist die Zahnung der häu-
figste Anlass, Fieber zu entwickeln. Gelegentlich reagieren die Ohren
oder der Hals mit, und manchmal der gesamte Verdauungstrakt
(Durchfall).
Kommt es bei Fieber zu Komplikationen durch zerebrale Vorschäden,
sind diese oft auf Impfungen zurückzuführen. Das ist aus der
Fachliteratur hinlänglich bekannt und häufig in der Praxis zu sehen.
Leider wird jungen Eltern mit der Behauptung Panik gemacht, dass
bei jeder Temperatur ab 38 °C ein Fieberkrampf drohe. Dies ist jedoch
extrem selten.
Sollten Sie sehen, dass Ihr Kind hoch fiebert und die Hitze ganz im
Kopf steckt und Hände und Füße kalt sind, darf man Folgendes aus
der häuslichen Hydrotherapie anwenden: Man feuchte ein Paar Baum-
wollsocken mit mäßig warmem Wasser an, ziehe sie dem Kind an und
darüber noch ein Paar dicke Wollsocken. Dies bewirkt, dass das Fieber
besser im Körper verteilt wird. Es soll nicht gesenkt werden!
Wichtig wäre stattdessen, die physiologischen Funktionen des
Fiebers zu kennen:
Bestimmte Immunglobulin-Fraktionen werden erst bei febrilen Tem-
peraturen (> 39,5 °C) formiert, sind also für die Ausreifung eines
intakten Immunsystems unverzichtbar.
Die Temperatur-Regulations-Kerne unseres Zwischenhirns regeln die
Körpertemperatur entsprechend der im Blut zirku lierenden Bakterien-60Antigene in dem Ausmaß, dass die Körper kerntemperatur oberhalb
der für die entsprechende Bakterienart günstigen Vermehrungs-
temperatur gehalten wird. Auf diesem Weg soll die Vermehrung
unerwünschter Bakterien ge hemmt werden.
Menschen, die Krebs entwickeln, haben laut Statistik 10 bis 15 Jahre
zuvor kein Fieber gehabt, insofern ist eher das Nicht auftreten von
Fieber ein Grund zur Sorge.
Auf die krebsverhindernde Wirkung exanthematischer fieberhafter
Erkrankungen (Mumps, Masern, Röteln, Scharlach, Windpocken) in
der Kindheit geht der Schweizer Kollege Dr. Hansueli Albonico in sei-
nen Schriften ausführlich ein. Er und seine Kollegen konnten in Stu-
dien an tausenden Schweizer Patienten nachweisen, dass mit jeder
durchgemachten fieberhaften, exanthematischen Kinderkrankheit die
statistische Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung im späteren
Leben in gewissem Maße abnimmt.
Was das Senken von Fieber an Schäden anrichten kann (egal, ob
mit Wadenwickeln oder Paracetamol, Ibuprofen oder Nurofen-Fie-
bersaft), beschrieb einer der erfahrensten deutschen Homöo pathen,
Dr. Manfred von Ungern-Sternberg, in seinem Aufsatz über die homöo-
pathische Behandlung bei Masern (Buch: Vom Sinn der Kinderkrank-
heiten, Narayana-Verlag).
Wenn ein Kind fiebert, ist es oft die wichtigste Aufgabe des Thera-
peuten, die Eltern zu beruhigen. Das homöopathische Mittel, welches
infolge Fieber des Kindes in Panik geratene Eltern aus der homöo-
pathischen Hausapotheke nehmen sollten, ist Aconitum (um ihre
Angst zu besänftigen).
Des Weiteren ist es wichtiger zu beobachten, wie es dem Kind geht, als
die Temperatur zu messen. Manchen Kindern geht es schon bei 38 °C
schlecht und manche Kinder spielen bei 39,5 °C noch munter weiter.
Der bekannte homöopathische Arzt Dr. Friedrich Graf verweist darauf,
dass die Abwehr des Kindes im Geist der Eltern beginnt.
Wichtige Hinweise für Eltern, die ihre Kinder in
homöopathische Behandlung geben
Lassen Sie sich von Ihrem Homöopathen eine homöopathische Haus-
und Notfallapotheke empfehlen und kaufen Sie sie auch. Dann haben61Sie immer entsprechende Heilmittel zu Hause, wenn Sie sich tele-
fonisch beraten lassen, welches Mittel im Akutfall gebraucht wird.
Geben Sie nicht voreilig Belladonna, sobald sich das Kind warm
anfühlt! Vielleicht sinkt das Fieber dadurch, aber Sie können die
Krankheit verschlimmern, wenn Sie ein nicht angezeigtes Mittel geben.
Belladonna ist kein „homöopathischer Nurofensaft“! Gerade durch
das Senken von Fieber werden nicht selten neurologische Symptome
(Krämpfe, Lähmungen) ausgelöst. Rufen Sie lieber Ihren Homöo-
pathen an, denn – wie gesagt – die Stärkung der Abwehr Ihres Kindes
beginnt im Geist der Eltern!
Fieber ist nicht die Krankheit, sondern beweist die Fähigkeit, die
Krankheit zu bewältigen. Mit dem angezeigten homöo pathischen
Heilmittel ist es möglich, das Kind schnell und mit wenig Schmerzen
durch die akute Krankheit zu führen, ohne das Fieber zu unterdrücken.
Bei Kindern mit Vorerkrankungen von Herz, Lunge oder Nervensystem
bedarf es genauer Beobachtung und Abklärung, ob akuter Handlungs-
bedarf besteht.
Also – was (nicht) tun?
Ein fieberndes Kind bedarf in jedem Fall besonderer Fürsorge und
Rücksicht. Auch wenn das Kind bei 39,5 °C gut isst, normal spielt und
keine Schmerzen äußert (wie bei gesunden Kindern nicht selten), sollte
es nicht:
• im Freien spielen, mit dem Fahrrad herumgefahren werden
oder heftig toben. Das kostet unnötig Energie, die das Kind zur
Heilung braucht. Das gilt für mindestens 2 weitere Tage nach
Rückgang des Fiebers.
• gebadet werden, denn jede Temperaturschwankung strengt
den Organismus zusätzlich an und Baden mit warmem Wasser
und Seife kann bei Babys den Schutzmantel der Haut beein-
trächtigen, sodass die Abwehr weiter geschwächt würde.
• in der Sonne oder am Ofen sitzen. Auch wenn das Kind
Schüttelfrost beim Fiebern hat, ist zusätzliche Wärmezufuhr
un günstig, lieber eine etwas wärmere Zudecke geben, die im
Falle von Schwitzen wieder weggenommen wird.
• viele Stunden in einem vollen Kinderarzt-Warte zimmer
sitzen. Wenn medizinische Hilfe vonnöten ist, verein baren Sie
einen Hausbesuch mit Ihrem Heilpraktiker oder Arzt.62• aufgeweckt werden, weil Essenszeit ist oder um homöopathische
Mittel zu geben. Die meisten gesund fiebernden
Kinder schlafen tiefer und länger als gewöhnlich (gelegentlich
auch mehr als 12 Stunden am Stück); eine bessere Heilreaktion
als den Schlaf gibt es in diesem Zustand nicht. Dabei sollten
Temperatur, Herzfrequenz und Atmung beobachtet werden.
• versäumt werden auszuschließen, dass eine behandlungsbedürftige
Erkrankung vorliegt. Manche Kinder haben
krankheits bedingt ein vermindertes Schmerzempfinden und
fallen deshalb nicht auf. Wenn das Fieber mehr als 1-2 Tage
andauert, sollte auf jeden Fall eine gründliche Untersuchung
durch einen Heilpraktiker/Arzt erfolgen. Achten Sie außer-
dem auf den Wasserhaushalt, also nicht nur, ob das Kind aus-
reichend trinkt, sondern auch, ob und wie viel es ausscheidet!
Wenn die Temperatur unter 37 °C gesunken ist, lassen Sie das Kind
noch mindestens 2 weitere Tage zu Hause. Eine Fremd betreuung stellt
einen erheblichen Stress dar, der das Immunsystem überfordern kann.
Das Kind sollte nur leichte Kost bekommen; es ist gerade mit seiner
Heilung beschäftigt, da bleibt nicht so viel Energie für die Verdauung.
Dr. Peter Patzak
Quellen
Frühzeitiges und massives Fiebersenken erhöht drastisch
das Sterberisiko
Zwischen Dezember 2002 und September 2003 wurden in Miami, Flo-
rida, im Rahmen einer Studie die Auswirkungen aggressiven Fieber-
senkens untersucht. Bei der einen Patienten gruppe wurde das Fieber
alle sechs Stunden gesenkt, sobald die Temperatur über 38,5 °C lag.
Ab 39,5 °C wurde außerdem eine Kühldecke eingesetzt. Die andere
Gruppe wurde erst ab 40 °C fiebersenkend behandelt, und nur solange,
bis die Temperatur wieder auf unter 40 °C gefallen war.
Die Studie musste aus ethischen Gründen abgebrochen werden, nach-
dem in der frühzeitig fiebersenkend behandelten Gruppe sieben Todes-
fälle registriert wurden, gegen nur einen Todesfall in der moderat
fiebergesenkten Gruppe.
63Quelle: Schulman, CI (2005): The Effect of Antipyretic Therapy upon
Outcomes in Critically Ill Patients: A Randomized, Prospective Study,
Surg Infect, vol 6, (4), DOI: 1089/sur.2005.6.369
Fiebersenker verstärken Grippe-Epidemien
(ir) Laut einer Modellrechnung kanadischer Wissenschaftler der
McMaster University in Hamilton haben Fiebersenker möglicherweise
5 Prozent mehr Grippeinfektionen und damit auch jährlich zusätzlich
Tausende von Todesfällen zu verantworten. Der Grund liege wahr-
scheinlich darin, dass die natürliche Funktion des Fiebers behindert
wird, Erreger an der Vermehrung zu hindern und das Immunsystem
effektiver arbeiten zu lassen. Außerdem führe das Dämpfen der Sym-
ptome dazu, dass Erkrankte zu früh an ihren Arbeitsplatz oder in die
Öffentlichkeit zurückkehren. Die Autoren fordern epidemiologische
Studien zur Klärung der Sachlage. Womöglich seien die 5 Prozent nur
ein Mindestwert.
Quelle: Focus online: Proceedings of the Royal Society B, Vol. 281,
No. 1778, publ. 22. Jan. 2014
Geringeres Allergierisiko bei vorsichtigem Einsatz von Anti-
biotika und Fiebersenkern
Quelle: Flöistrup, H., et al. (2006): Allergic disease and sensitization in
Steiner school children. J Allergy Clin Immunol. 2006 Jan;117(1):59–66.
64ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN
BEI DER IMMUNPROPHYLAXE
In den letzten Jahren erhielt Vitamin D3 im Zusammenhang mit dem
Immunsystem auf ärztlichen Fortbildungen immer mehr Aufmerk-
samkeit. Es ist bei zahlreichen Blutanalysen deutlich geworden, dass
bei vielen Menschen ein Vitamin-D3-Mangel vor liegt.
Wir empfehlen für Erwachsene:
Vitamin D3, 1-mal täglich 8.000 IE entspricht 8 Tropfen Vitamin D3,
bei 1.000 IE pro Tropfen, morgens einzunehmen, dazu unbedingt
jeden Tag 1 Kapsel Vitamin K2 (100 µg) und dazu Magnesium als Mg-
Threonat, Mg-Citrat oder Mg-Malat, ca. 400–500 mg/Tag (damit das
Magnesium-Kalzium-Verhältnis ausgewogen bleibt).
Kinder erhalten je nach Körpergewicht entsprechend weniger.
Da im Laufe des Lebens die Verwertung abnimmt, benötigen Ältere
teilweise deutlich höhere Dosen pro 10 kg als Kinder.
Achtung! Einnahme hoher Dosen über 10.000–15.000 IE
pro Tag länger als 3 Monate ohne Messung kann zur Überdosierung
führen.
Lassen Sie bitte, wenn wieder einmal eine Blutentnahme ansteht, den
Spiegel kontrollieren!
Insbesondere in der Schwangerschaft ist es wichtig, auf einen Spiegel
zwischen 50 und 100 ng/ml zu achten, Überdosierung kann (ebenso
wie Mangel) schädigend für den Fötus sein.
Wenn Sie nicht zu der Bevölkerungsgruppe gehören, die den Test als
Kassenleistung erhält, können Sie für 20–30 Euro den Test kosten-
pflichtig in Eigenregie in einem Labor durchführen lassen. Für ein
aussagekräftiges Ergebnis ist es wichtig, mit der Einnahme von Vita-
min D3 eine Woche vor der Blutentnahme zu pausieren.
Messwert 60–80 ng/ml →>Einnahmedosis 2.000–5.000 IE (nach
Körpergewicht), dann 100 µg Vitamin K2 alle 2 Tage
Messwert < 60 ng/ml →> Einnahmedosis 10.000 IE, dann Vita-
min K2 jeden Tag 100 µg
Messwert < 40 ng/ml →> Einnahmedosis 15.000 IE, dann Vita-
min K2 jeden Tag 200 µg
Messwert über 100 ng/ml →> Einnahme für mindestens 2 Monate
pausieren, danach mit einer geringeren Dosis fortfahren65Sprechen Sie bei einem Folgetermin über Werte und Dosierung!
Wie wir inzwischen wissen, erschöpft sich die Rolle von Vitamin D3
nicht beim Kalziumtransport (= Osteoporose-Prophylaxe, Heilung
von Narben bindegewebiger Verletzungen), sondern es ist eine der
wichtigsten Vorstufen der Steroidhormone (Cortisol, Testosteron,
Östrogene, Progesteron, Aldosteron etc.). Ursache für die allbekannte
„Winterdepression“ ist oft auch ein erheblicher Vitamin-D3-Mangel-
zustand.
Der Fachliteratur folgend und unserer Erfahrung nach gibt es bei Vita-
min D3 zwei Besonderheiten zu beachten:
Der individuelle Bedarf ist nicht für alle Menschen gleich, sondern
hängt von Alter, Körpergewicht, Geschlecht, Hautfarbe und weiteren
Faktoren ab. Er muss daher im praktischen Versuch ermittelt werden
(dasselbe gilt z. B. für Jod).
Deutsche Labore führen auf den Auswertungsbögen unter schiedliche
Normwertbereiche für Vitamin D3 an, je nachdem wie sehr sich der
Laborleiter mit der Thematik beschäftigt hat. Sie reichen nach eigenen
Beobachtungen von 20–60 ng/ml bis 100–200 ng/ml. Sehen Sie also
davon ab, sich von den angeführten (teil weise veralteten) Normwerten
leiten zu lassen.
Bei Erkältungs- oder Krebsneigung bzw. -verdacht und anderen
Immunschwächesituationen können 4000–6.000 mg Vitamin C/
Tag (verteilt auf 3–6 Einzeldosen) hilfreich sein, am günstigsten und
verträglichsten ist Natriumascorbat (Bezug auch über Hersteller von
Lebensmitteln); die Einnahme erfolgt am besten mit einem Schluck
Obstsaft.
66VIRUSINFEKTE: PROPHYLAXE &
AKUTE SELBSTHILFE
(Erwachsenendosis, bei Kindern Reduktion nach Körper-
gewicht):
• Vitamin C als Natriumascorbat 3–6 g verteilt auf Dosen à 1 g
• Vitamin D3/K2 (siehe umseitig)
• Zink 1-mal täglich 50 mg (als Tablette oder Pulver), Kinder je
nach Körpergewicht etwa die Hälfte
• L-Lysin 3-mal täglich 1,5 g (= Aminosäure)
• Cystus 2-mal täglich 1 Kapsel (= Pflanzenextrakt) oder als Tee
• ätherische Öle (siehe entsprechendes Kapitel)
• Kneipp-Anwendungen zur Abhärtung (siehe Bewegung-
Wärme-Kälte)
Nur bei COVID-Verdacht, nicht für Kinder!
• 1-mal täglich ASS 100 (100 mg Acetylsalicylat, Aspirin) für
14 Tage
Bei Erkrankungen mit Gefahr thrombotischer Veränderungen: Nach
Absprache mit dem Therapeuten Ihres Vertrauens bitte 3-mal täglich
ASS 100 (Acetylsalicylsäure 100 mg) einnehmen.
Mehr auf COVID 19 zugeschnittene Informationen finden Sie unter
www.covid-19-vorbeugen-und-behandeln.de (auch als PDF zum
Herunterladen).
Bei Zeichen akuter „Erkältung“ mit Krankheitsgefühl,
Gliederschmerzen, Symptomen im Rachen und den Atemwegen
sowie beginnendem Fieber lohnt es sich, einen Liter einer
Mischung von Holunderblüten- und Lindenblütentee zuzubereiten
und ungesüßt innerhalb von 20 Minuten zu trinken (3–4 Beutel oder
je 1 gehäuften Esslöffel aufbrühen und 10 Minuten abgedeckt ziehen
lassen). Es gibt fertig gemischten „Fiebertee“ in der Apotheke, auch als
Teebeutel. Bei Herz-Kreislauf- und Venen gesundheit kann dazu paral-
lel ein heißes Vollbad erfolgen. Vorsicht, es kann dadurch zur Kollaps-
neigung kommen. Danach sollte deswegen ausgiebig geruht werden!
67Achtung: Wenn messbare Leberstörungen oder deutliche Leber-
Galle-Beschwerden vorliegen, warten Sie die Heilung der Leberbeschwerden
ab, bevor Sie die Vitamin-D3-Einnahme beginnen. Neh-
men Sie in dieser Zeit nur 3-mal 2.000 mg Vitamin C und 1-mal täglich
500 IE Vitamin E ein.
Essenzielle Aminosäuren und Fettsäuren können bei chronischen
Krankheiten mangeln. Zur Prophylaxe empfehlen sich besonders
Omega-3-Fettsäuren.
Die ungezielte Einnahme von Aminosäuren kann nicht empfohlen
werden, weil es bestimmte Aminosäuren gibt, die im Stoffwechsel
miteinander konkurrieren. Die Einnahme irgendeines Aminosäure-
Präparates kann einen unentdeckten Mangel einer anderen Amino-
säure sogar verstärken und deshalb sollte die Einnahme immer nach
einem Laborbefund auf den individuellen Bedarf abgestimmt sein.
Dr. Peter Patzak
Quelle
Blaurock-Busch, E. (2022): Lehrbuch Nährstofftherapie. Grundlagen und
Anwendung der Orthomolekularmedizin, 1. Aufl., ML Verlag
68HOMÖOPATHIE
Klassische Homöopathie –
eine ganzheitliche Heilmethode
Die Homöopathie ist eine Behandlungsform, die der sächsische Arzt
Dr. Samuel Hahnemann (1755–1843) ab etwa 1796 entwickelt hat.
Sie basiert nicht auf biochemischen Wirkungen, sondern ist eher als
Informationsmedizin zu bezeichnen. Die Grundlagen der Homöo-
pathie sind:
• die Prüfung der Arzneimittel am Gesunden,
• die Potenzierung der Ausgangsstoffe durch Verreiben und Ver-
schütteln in Verbindung mit Verdünnen, sodass Verdünnungen
entstehen, die keine nachweisbare Menge des Ausgangsstoffes
mehr enthalten und
• das Ähnlichkeitsprinzip (Similia similibus curentur, deutsch:
„Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.“), das bereits
Paracelsus und Hippokrates anwandten.
Durch diesen Vorgang wird bei ausreichender Ähnlichkeit von Arznei-
mittel- und Krankheitsbild ein Impuls gesetzt, der die Selbstheilungs-
kräfte aktiviert. Die Lebenskraft kann auf diese Weise gestärkt und der
Organismus in seiner Heilung unterstützt werden.
Der Begriff Klassische Homöopathie wurde als Abgrenzung zu später
entwickelten Therapieformen wie Komplexmittel-Anwen dung oder
anthroposophische Medizin gewählt.
Nur die original Hahnemann´sche Homöopathie behandelt Menschen
tatsächlich individuell.
Lebenskraft
In der reduktionistischen Medizin wird der Mensch – vereinfacht
gesagt – als biochemischer Reaktor betrachtet. Sobald es an irgendeiner
Stelle im Organismus messbare Störungen gibt, werden bio-
chemisch dagegenwirkende Substanzen zugeführt bzw. bei äußer-
lichen bzw. körperlichen Veränderungen diese mit Salben unterdrückt
oder operativ entfernt.
69Der Mensch wird nicht als Geist-Seele-Körper-Organismus angesehen,
der er ist. Dabei existiert in uns eine immaterielle Kraft, die alle Pro-
zesse im Organismus aktiviert, und die Dr. Hahnemann als Lebens-
kraft bezeichnet hatte.
Wir sind keine starren Konstrukte, wir reagieren auf unsere Mit-
menschen, psychische und physische Einflüsse, Umweltgifte, Worte,
Musik oder Berührungen. Der Mensch kann je nach Intensität, Har-
monie, Resonanz oder Dissonanz eines Reizes von außen krank, oder
durch ihn geheilt, er kann geschwächt oder gestärkt werden. Diese
Erkenntnis wurde 100 Jahre nach Hahnemanns Entwicklungen durch
die Greifswalder Professoren entdeckt und als Arndt-Schulz-Gesetz
zum Grundgesetz der Biophysik erhoben.
Die Homöopathie ist in der Lage, mit dem entsprechenden homöo-
pathischen Mittel einen Impuls zu setzen, um die Lebens energie frei
fließen zu lassen, was zur Gesundung führt.
Wirkungsweise
Die Naturgesetze, auf deren Grundlage die homöopathischen Wir-
kungen eintreten, sind noch nicht bekannt. Gleichwohl gibt es kein
Naturgesetz, dem diese Effekte widersprechen. Der Patient bekommt
nach ausführlicher Anamnese ein individuell ausge wähltes homöo-
pathisches Mittel, welches dem Gesamtbild seiner körperlichen, emo-
tionalen und mentalen Symptome entspricht, quasi ein Analogon.
Dazu ein Beispiel:
Jemand leidet unter akutem Schnupfen mit klarem, scharfem Sekret,
das permanent aus der Nase läuft. Die Augen tränen und brennen.
Durch Verabreichung des Arzneimittels Allium cepa, der Küchenzwiebel,
die bekanntlich beim gesunden Menschen genau diese Symp-
tome hervorruft, kann dieser Kranke in kürzester Zeit beschwerdefrei
werden.
Homöopathische Mittel
Die Arzneimittel können aus pflanzlichen, tierischen und minerali-
schen, in der Natur vorkommenden oder synthetischen Ausgangs-
substanzen hergestellt werden.
70Durch das oben erwähnte Herstellungsverfahren, Potenzierung
genannt, wird sozusagen Information der Ursubstanz auf den Arznei-
träger (Globuli aus Saccharose oder Wasser-Alkohol-Gemisch) über-
tragen.
Es werden D-Potenzen (mit der Verdünnung 1:10), C-Potenzen (Ver-
dünnung 1:100), Q- und LM-Potenzen (Verdünnung 1:50.000) her-
gestellt und verordnet. Die Herstellung homöopathischer Arznei-
mittel ist in Deutschland gesetzlich geregelt und im Homöopathischen
Arzneibuch (HAB), das in jeder Apotheke vorhanden sein muss, fest-
gelegt. Die Potenzen werden so ausgewählt, dass sie dem Zustand des
Kranken möglichst optimal angemessen sind.
Behandlung
Eine homöopathische Behandlung kann für alle Menschen, aber
auch Tiere und Pflanzen, eingesetzt werden. Schwangere und das
ungeborene Kind im Mutterleib können darauf ebenso effizient reagie-
ren wie betagte Menschen. Auch Menschen, die biochemische Arznei-
mittel nicht vertragen, können alternativ mit homöopathischen Poten-
zen behandelt werden.
Solange ausreichendes Potenzial an Lebenskraft vorhanden ist, das
aktiviert werden kann, ist die Herbeiführung von Gesundheit und
Beschwerdefreiheit oder zumindest Linderung möglich. Es können
Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen von der klassi-
schen Homöopathie profitieren.
Eine homöopathische Fallaufnahme umfasst in chronischen Fällen
ein ca. zweistündiges Gespräch, einschließlich einer körperlichen
Untersuchung. Während des Anamnesegesprächs werden sämtliche
jetzigen und früheren Krankheitssymptome, aber auch Essens- und
Schlaf gewohnheiten, frühere Operationen und auch Impfungen in
die Betrachtung einbezogen, um ein individuelles homöopathisches
Arzneimittel für den jeweiligen Patienten zu finden.
Impffolge-Erkrankungen (Vaccinosis)
Die Klassische Homöopathie ist eine wirksame und sanfte Methode,
um auch durch Impfungen hervorgerufene Gesundheits schäden zu
behandeln.
71Die reichhaltigen Erfahrungen bei der Behandlung, die viele Homöo-
pathen weltweit auf diesem Gebiet über Jahrzehnte sammeln konnten,
kann keine andere Therapieform in dieser Qualität und Quantität vor-
weisen.
Sogar bei den neuartigen Injektionen, den sogenannten mRNA- oder
Vektorimpfstoffen, bei denen genetische Informationen übertragen
werden, kann die klassische Homöopathie günstig Erkrankungen, die
dadurch entstanden sind, beeinflussen.
Fazit
Eine homöopathische Behandlung kann jeder in Anspruch nehmen,
der an einer physischen, psychischen, geistigen Erkrankung und/oder
an einer Impfkomplikation leidet.
Je früher die Therapie einsetzt, desto besser sind die Aussichten auf
Wiederherstellung.
Andrea Linneck; Dr. Peter Patzak
72Homöoprophylaxe nach Hahnemann & Golden
Homöopathische Prophylaxe von Infektionskrankheiten
Die homöopathische Prophylaxe von Infektionskrankheiten ist eine
wissenschaftlich, in großen Feldversuchen als wirksam befun dene
medikamentöse Vorbeugemaßnahme für ansteckende Krank heiten.
Sie hat sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts auf der ganzen Welt
erfolgreich bei Epidemien bewährt – siehe dazu auch die angegebene
Literatur. Bereits im Jahr 1838 war eine homöopathische Belladonna-
Verdünnung (damals noch nicht als Hochpotenz) von der preußischen
Gesundheitsbehörde allein wegen ihrer überzeugenden Wirkung bei
Scharlachepidemien als Prophylaxe vorgeschrieben worden.
Bei in Deutschland öffentlich empfohlenen Impfungen handelt es
sich um Verfahren, die auf der Theorie von schützenden Antikörpern
beruhen. Nennenswerte Mengen von Antikörpern, die längere Zeit per-
sistieren, werden nach Anwendung von Tot- Impfstoffen nur gebildet,
wenn dem Impfstoff als Adjuvans biochemisch wirksame Substanzen
(Squalen, Aluminiumhydroxid und andere) zugesetzt werden. Die
Höhe eines Antikörperspiegels allein kann in den meisten Fällen nicht
als Indikator einer Immunität gegen eine bestimmte Krankheit gelten.
Zwei Beispiele für große Feldversuche mit zehntausenden Versuchs-
personen:
• 1969–74 mit der BCG-Impfung (gegen Tuberkulose)
in Indien (durch die WHO),
• 1999 mit der DPT-Impfung in Guinea-Bissau
(durch Prof. Peter Aaby, Bandim Health Project)
führten zu folgendem Ergebnis: Die Geimpften erkrankten und star-
ben signifikant häufiger als die ungeimpfte Kontrollgruppe.
Da die WHO mittlerweile ca. 90 % ihrer Einnahmen von internationalen
Finanzkartellen erhält (die Medizinindustrie und Medien
kontrollieren), werden wir die Ergebnisse dieser Studien kaum aus
der Tageszeitung erfahren. Epidemien in Ländern mit Impfpflicht
(z. B. Masernepidemien in Finnland und den USA, wo 100 % aller73Erkrankten geimpft waren) bestätigen die oft mangelhafte Wirksam-
keit biochemischer Impfverfahren.
Die Zuverlässigkeit der homöopathischen Prophylaxe und ande-
rem wurde in einer Studie über 15 Jahre von 1988 bis 2003 an über
2.300 Kindern an der Universität von Melbourne/Australien unter Auf-
sicht von zwei Statistikprofessoren nachgewiesen. Danach erreicht die
homöopathische Prophylaxe eine Schutzwirkung von durchschnittlich
mehr als 90 %, eine Zuverlässigkeit, die unter Epidemiebedingungen
nur selten bei einem Impfstoff gelang.
Das beiliegende Prophylaxe-Programm wurde in Anlehnung an die For-
schungen von Isaac Golden, PhD, der die Studie in Australien leitete,
und an die in Deutschland üblichen Kinderimpfungen vorgenommen.
Eltern sollten in Abstimmung mit ihrem Homöo pathen entscheiden,
wann und welche Prophylaxe für das jeweilige Kind zu empfehlen ist.
Für Erwachsene gilt die Methode analog.
Einnahmeschema nach I. Golden:
1 oder 2 Kügelchen des Prophylaxe-Mittels in einem 10-ml-Fläschchen
mit 40-prozentigem Alkohol auflösen, davon an 2 aufeinanderfolgenden
Tagen je 2 Tropfen auf 1 Teelöffel Wasser einnehmen, die
Flasche vor jeder Einnahme kräftig schütteln. Bei Bedarf können meh-
rere Personen aus derselben Flasche versorgt werden.
Wenn man mehrere Mittel benutzt, sollten die Flaschen unbedingt
beschriftet sein.
Das Prophylaxe-Schema kann analog auf mögliche Erkrankungen bei
Tropenreisen (Malaria, Gelbfieber) angewendet werden. Die dafür
benötigten Mittel und Empfehlungen erhalten Sie bei dem Homöo-
pathen Ihres Vertrauens.
Da zwei Monate Zeit pro vorzubeugender Krankheit notwendig sind,
sollten Sie vor geplanten Auslandsreisen rechtzeitig mit einer homöo-
pathischen Prophylaxe beginnen.
Auch bei tropischen Krankheiten hat sich die Methode bewährt. Hier-
für liegt uns eine Studie aus Kuba vor, in der aufgezeigt wurde, dass –
nachdem konventionelle Impfprogramme versagt hatten – mit einer74einzigen Gabe von C 200 die oft todbringende Leptospirose (tropische
Infektionskrankheit durch das Bakterium Leptospira icterohaemorr-
hagica) besiegt werden konnte.
Das homöopathische Eradikationsprogramm kostete 1,7 % dessen, was
zuvor die Impfungen gekostet hatten.
Für Erkrankungen wie Poliomyelitis und Masern gibt es einen konkre-
ten Zeitplan zur Anwendung homöopathischer Mittel:
Zeitplan des Ablaufs der homöopathischen Prophylaxe:
Epidemische
Krankheit
Arzneimittel 1. Gabe 2. Gabe 3. Gabe
Keuchhusten Pertussinum
oder Drosera
1. LM*
C 200
2. LM
C 200
3. LJ**
XMK***
Tetanus Hypericum oder
Tetanotoxinum
11. LM
C 200
12. LM
C 200
6. LJ
XMK
Masern Morbillinum 4. LM
C 200
5. LM
C 200
6. LJ
XMK
Poliomyelitis Lathyrus sativus
oder Polionosode
4. LM
C 200
15. LM
C 200
7. LJ
XMK
LM* = Lebensmonat, LJ** = Lebensjahr, XMK*** = C 10.000
(K=Korsakoff-Methode der Herstellung)
Den Masern-Antikörpertiter bestimmen Sie frühestens
4–6 Wochen nach Abschluss der Gaben. Belastbare Immunität und ein
offiziell genügender Antikörpertiter-Anstieg gehen in der Mehrzahl der
Fälle nicht miteinander einher. Für die Masernprophylaxe sollte des-
halb ein abweichendes Schema angewandt werden.
Dr. Peter Patzak
75Quellen
Bracho, G., Varela, E., Campa, C. et al. (2010): Large-scale application of
highly-diluted bacteria for Leptospirosis epidemic control, Homeopathy 99,
156 ff.
Buchwald, G. (2000): Impfen – das Geschäft mit der Angst, emu Verlag
Golden, I. (2005): Vaccination and Homeoprophylaxis? A Review of Risks
and Alternatives. 6th ed., Isaac Golden publ.
Graf, F. P. (2003): Homöopathie und die Gesunderhaltung von Kindern und
Jugendlichen, Sprangsrade Verlag
Hahnemann, S. (2001): Gesammelte kleine Schriften, 1. Aufl.,
Hrsg. Josef M. Schmidt und Daniel Kaiser, Karl F. Haug Verlag
Roy, R., Lage-Roy, C. (2023): Homöopathischer Ratgeber Reisen, 15. Aufl.,
Lage & Roy Verlag
76Kann man Impfstoffe „homöopathisch ausleiten“?
Der Ausdruck „ausleiten“ impliziert einen stofflichen Vorgang nach der
Idee: Der Impfstoff wurde eingeleitet (per Injektion), und jetzt leiten
wir ihn wieder aus (per Kügelchen). Der Begriff „Ausleitung“ ist im
Zusammenhang mit Impfungen irreführend.
Da sich die verschiedenen Impfstoffbestandteile mit unterschied lichen
Geschwindigkeiten im gesamten Körper ausbreiten (via Blut- und
Lymphstrom), ist die Vorstellung, man könne diese Milliarden Mole-
küle irgendwie wieder „einsammeln“ und konzentriert irgendwo hin-
leiten, für Naturwissenschaftler schwer erträglich.
Außerdem sind die von uns homöopathisch verwendeten Arznei mittel
gar nicht stofflich.
Ein Beispiel zum Verständnis: Wenn jemand einen Eimer Farbe in
einen Fluss gießen würde, wie könnte man die Farbe, die sich binnen
Stunden überall verteilt hat, wieder „ausleiten“?
Mit der Injektion eines Impfstoffes beginnen auch zahlreiche immuno-
logische Prozesse, die binnen Stunden irreversibel verlaufen, d. h. ein-
mal gebildete Entzündungsmediatoren (Zytokine), Immunglobuline
oder Antikörper lassen sich nicht wie mit einem gedachten Sieb in den
Blutgefäßen wieder auffangen und dann irgendwo unschädlich aus-
leiten. Dr. Tinus Smits, auf dessen Methode sich manche berufen, hat
das auch nirgends in seinen Schriften behauptet. Smits selbst nannte
seine Methode „Detox“, also Entgiftung, was der Sache näherkommt.
Es geht vielmehr um eine spezifische Aktivierung der Lebenskraft
nach dem Ähnlichkeitsgesetz, d. h. nach den individuellen Symp-
tomen des Falles und nach der vermuteten Ursache (siehe Organon,
§§ 5 und 153). Wird es anders angewendet, sollte es lieber nicht als
Homöopathie bezeichnet werden. Smits nannte daher seine Methode
korrekterweise Isopathie.
Nach dem Einbringen eines Impfstoffes geschehen tausende bio-
chemische Reaktionen, von denen jede einzelne zu einer Gesundheits-
störung führen kann – welche Reaktionen das sein können und in wel-
cher Vielfalt ist der Fachliteratur und den Datenbanken zu entnehmen.
Wegen dieser biochemischen Vorgänge ist „der Impfstoff“ – als hetero-
genes Gemisch dutzender bioaktiver Substanzen – bereits nach Minu-
ten nicht mehr als solcher vorhanden.
77Die häufig enthaltenen Adjuvantien, nämlich Zusatzstoffe wie z. B.
Aluminiumverbindungen oder Squalen, aber auch Lösungsmittel,
Emulgatoren wie Tween 80®, Konservierungsstoffe wie Formaldehyd
und Thiomersal, Metallkomplex-Nanopartikel als mögliche Ver-
unreinigungen, nicht erst neuerdings DNA- und RNA-Partikel aus
den Anzuchtmedien (oft Bakterienkulturen und menschliche Krebs-
zelllinien) und bei mRNA-Produkten auch frostschutzmittelähnliche
Substanzen (Glykole), verteilen sich mit dem Blut- und Lymphstrom
im ganzen Organismus und können an jeder Stelle und in jedem
Gewebe zu un erwünschten Arzneiwirkungen führen.
Es trifft zu, dass es erfolgreiche homöopathische Behandlungsmöglichkeiten
für Impfkomplikationen gibt: Diese müssen jedoch
angepasst sein – je nach eingetretener Komplikation und indivi dueller
Gesamtlage der Gesundheit der geimpften Person. Die Erkennung die-
ser Komplikationen wird erst möglich, nachdem der Schaden in Gestalt
eines Arzneimittelbildes erkennbar ist.
Das derzeit modernste homöopathische Verzeichnis, das explizit Impf-
komplikationen listet – Meta Repertory (4. Aufl. 2018) – enthält
205 bewährte Arzneimittel in der Rubrik Vaccinations, ailments from.
Ein einzelnes „bewährtes Mittel“ für alle Impffolgen anzupreisen, muss
daher als unseriös gelten.
Der Begriff „homöopathische Ausleitung“, der sich umgangs sprachlich
leider etabliert hat, führte zu der irreführenden Annahme, man könne
sich und seine Kinder ruhig impfen lassen, die Homöo pathie werde
entstandene Gesundheitsstörungen schon wieder ausleiten/reparie-
ren.
Nachdem der Verfasser dieses Kapitels in 30 Jahren mehr als 750 Impf-
geschädigte behandelt bzw. begutachtet hat, soll diese Annahme revi-
diert werden.
Der Statistik zufolge (mit Stand Oktober 2024) führen (ohne individu-
elle homöopathische Behandlung)
• ca. 1 % aller Impfkomplikationen zum Tode,
• ca. 75 % zu bleibenden Gesundheitsschäden und
• nur ca. 24 % (meist akute fieberhafte Entzündungsreaktionen)
heilen von alleine aus.
78Trotz bestmöglicher Behandlung bleiben bei einem Teil der
Geschädigten irreversible Beschwerden zurück. Auch Hahnemann
wusste das (siehe Organon der Heilkunst §§ 75 und 76).
Dr. Peter Patzak
Quellen
Hahnemann, S.: Organon der Heilkunst (1989). 6. Aufl., O-Verlag
Murphy, R. (2018): Meta Repertor, 4th ed, Lotus Health Institute
Smits, T. (2020): Autism Beyond Despair. Cease Therapy, 3rd. ed, edited by
Tim Owens, Emryss Publ.
79HEILPFLANZEN & AROMATHERAPIE
(ÄTHERISCHE ÖLE)
Düfte, Aromen und Gerüche sprechen den ältesten Teil unseres
Gehirns an – das Stammhirn mit dem limbischen System. Durch den
Geruchssinn werden die grundlegendsten Lebensfunktionen gesteuert
und beeinflusst.
Dort ist der Sitz von Sympathie und Antipathie, der Grund stimmung,
des Antriebs und der Grundmotivation. Wir finden hier die Ur-Impulse
der Sexualität, die Verbindungen zu Erinnerungen und zur Steuer-
zentrale des vegetativen Nervensystems, was wichtig für das Immun-
system ist.
Die Reaktion auf Gerüche geht schneller und wirkt tiefer als die
Reaktion auf Seh- und Höreindrücke, da diese erst an das Groß-
hirn geleitet werden, um dort analysiert und verarbeitet zu werden.
Sie kennen die Redewendungen wie „Lunte riechen“, „das riecht, als
ob etwas faul ist“, „jemanden nicht riechen können“, „Wind (= Geruch)
bekommen von etwas“.
Duftreize bewirken die Ausschüttung von Neurotransmittern (Nerven-
botenstoffe) im limbischen System (= Riechhirn):
• Enkephaline: schmerzstillend, Heiterkeit, Euphorie, Wohlgefühl
• Endorphine: schmerzstillend, sexuelle Stimulation, Wohlgefühl
• Serotonin: Beruhigung, Entspannung
• Noradrenalin: Anregung, Wachheit
Hinweis:
Für Therapiezwecke sollen ausschließlich hochwertige und
natürliche Öle, wenn irgend möglich in Bioqualität, ver-
wendet werden!
(Recherche zum Hersteller sei empfohlen)
Für die Immunprophylaxe möchten wir Ihnen zwei ätherische Öle vor-
stellen, die Sie sehr einfach und wirksam im Alltag einsetzen können.
Das erste ist das Latschenkiefernöl oder auch das Kiefernöl.
80Es wirkt sehr stark reinigend bzw. heilend auf die Atemwege und hat
auch einen günstigen Einfluss auf den Bewegungsapparat (bei Ver-
spannungen, Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen etc.).
Das zweite bewährte Mittel ist das Gewürznelkenöl.
Seit der Coronazeit ist es bekannter geworden, nämlich in seiner erfolg-
reichen Verwendung als Luftreiniger, zur Infektions prophylaxe und
auch als Schutz vor negativen Auswirkungen durch Ausscheidungen
von „Corona-Geimpften“ über die Atemluft oder den Schweißdunst.
Anwendung (betrifft beide Öle, auch einer Mischung von beiden):
Einreiben auf der Haut: Vor möglicher Exposition reibe man sich
Arme, Hals, eventuell den Oberkörper mit dem verdünnten Öl ein
(Menge ca. 20–40 Tropfen – 1–2 ml). Dieses Prozedere kann im Laufe
des Tages mehrmals wiederholt werden. Bei z. B. langer Bahnfahrt
sollte ein Fläschchen davon in der Tasche nicht fehlen!
Raumbehandlung: Raum mit 5–10 Sprühstößen aussprühen (z. B.
auf Holzmöbel, gibt keine Flecken, ich selbst habe mehrere dafür vor-
gesehene Holzstücke in den Regalen, die ich ansprühe) – sehr wichtig!
Immer vor Gebrauch schütteln!
Herstellung von Raumspray: Geben Sie 20 (30, 50) Tropfen des
ätherischen Öls in eine braune 20- (30-, 50-) ml-Arzneiflasche mit
Sprayaufsatz aus der Apotheke. Füllen Sie die restliche Menge mit
Doppelkorn oder besser noch mit hochprozentigem Alkohol auf (70
oder 96 %).
Herstellung von Öl zum Einreiben erfolgt wie beim Raumspray,
aber anstatt des Alkohols nehmen Sie Mandel-, Jojoba-, Traubenkern-,
Argan- oder ein anderes gutes Trägeröl in Bioqualität.
Das Gebiet der Phytotherapie, der therapeutischen Anwendung von
Heilpflanzen, ist riesig.
Hier ist der Auszug eines Erfahrungsberichtes eines Arztes unseres
Teams, welcher beispielhaft zeigen soll, wie auf einfache, natürliche
Weise komplexe Probleme gehandhabt werden können:
81„Aufgrund eines häufigen Phänomens bei den Familien, die ich
in der Coronazeit behandelt habe, bin ich auf die Kiefer, speziell
die Kiefernnadeln gestoßen.
Kiefernnadeln enthalten Suramin, eine Substanz, die das toxi-
sche Spike-Protein bindet. Wenn Eltern mir erzählten, dass sie
Sorge hätten, dass die ungeimpften Kinder durch die Spike-
Ausscheidung der geimpften Großeltern Schaden davontragen
könnten, war meine häufige Antwort: Ich halte es für wichtig,
dass die Enkel und die Großeltern sich sehen. Macht ein Ritual
miteinander. Bietet an, dass Ihr einen Kiefernnadeltee kocht
und diesen Tee dann die gesamte Familie miteinander trinkt.“
Mal abgesehen von der medizinischen Heilkraft sind die Nadelbäume
ein großes Kulturgut für uns. Sie sind in viele Abläufe des Jahres ein-
geschlossen: Adventskranz und Christbaum mit ihren duftenden
Nadeln, Tannenzweige, die über die winterlichen Beete als Schutz
gegeben werden. Harz und ätherisches Öl werden seit Urzeiten zur
Therapie von Erkrankungen der Atmungsorgane und des Bewegungs-
apparates verwendet.
Kieferntee-Rezept
Zubereitung: 1–3 Esslöffel von in ca. 1 cm große Stückchen geschnittene
Nadeln pro große Tasse geben!
Bringen Sie Wasser zum Kochen und geben die Nadeln hinein. Ent-
fernen Sie den Topf von der heißen Platte und decken ihn sofort ab.
Danach ist es günstig, den Topf in ein großes Handtuch einzuwickeln,
und ohne weitere Erhitzung den Tee 15–20 Minuten ziehen zu lassen.
Am besten ist es natürlich, den Tee ungesüßt zu trinken. Ein bisschen
Honig oder ein paar Tropfen Zitronensaft können bei der Motivation
zum Trinken für „ungewohnte Kehlen“ hilfreich sein. Für normale
Gesundheit empfehle ich 1–3 große Tassen pro Tag.
Quellen für Kiefernnadeln:
Es ist mit Abstand am besten, selbst in den Wald zu gehen und die
Triebe dieses Jahres zu sammeln (etwa die letzten 10 cm des Zwei-
ges, von der Zweigspitze zur nächsten Aufzweigung). Die Ernte wird
auf einem Geschirrtuch etwa 5 cm hoch ausgebreitet und zwei bis drei
Wochen getrocknet (etwa alle zwei Tage wenden) und dann luftig in82einem Stoffbeutel aufbewahren (z. B. in einem trockenen Raum unter
der Decke hängend oder in einem Glas, das lichtgeschützt gelagert
wird).
Die zweite Heilpflanze, die nicht nur erfolgreich zur Therapie einer
Covid-19-Infektion eingesetzt wird, ist der Löwenzahn. Dieser häu-
fige Begleiter unserer Gärten reinigt hervorragend Leber und Nieren.
Er unterstützt ebenso Magen und Darm bei der Verdauung und den
Immunfunktionen.
Außerdem wurde inzwischen wissenschaftlich festgestellt, dass er
Spike-Proteine deaktiviert.
Anwendung:
Erwachsenen sei empfohlen 3–5 Blätter täglich zu Beginn einer Mahl-
zeit sehr ausgiebig pur zu kauen. Mit Kindern zusammen lässt sich
eine „Hasenparty“ veranstalten: Jeder hat ein Blatt in der Hand und
dann wird es mit den Schneidezähnen Stück für Stück geknabbert, wie
ein Hase oder Karnickel es tun. So lässt sich Gesundheit mit Spaß ver-
binden. Schon das Pflücken des Löwenzahns kann ein schöner Teil des
Rituals sein.
Uwe Wilhelm Haspel
Quellen
Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte (2011), AT-Verlag
Studie über Wirkung von Suramin (Kiefernnadeln) bei Covid 19:
100-Year-Old Treatment Inhibits COVID-19 Infection – Rensselaer
researchers find that suramin may help fight new COVID variants, July 24,
2023: https://news.rpi.edu/content/2023/07/24/100-year-old-treatment-
inhibits-covid-19-infection
Studie über Wirkung von Löwenzahn bei Covid 19:
Common dandelion (Taraxacum officinale) efficiently blocks the interaction
between ACE2 cell surface receptor and SARS-CoV-2 spike protein D614,
mutants D614G, N501Y, K417N and E484K in vitro:
Pharmaceuticals doi: 10.3390/ph14101055 – vom 19.03.2021
83BAUBIOLOGIE |
ELEKTROMAGNETISCHE FELDER |
SCHLAFPLATZ
Einführung
Viele von uns leben heutzutage in der westlichen Welt zu einem gro-
ßen Teil in überwiegend künstlicher Umgebung. Dabei ist vielen fremd
geworden, dass wir als Menschen ein Teil der Natur sind. In mehr oder
weniger bedeutsamen Belangen leben wir sogar gegen die Natur und
ihre Gesetze.
Selbstverständlich hat unsere Umgebung Einfluss auf die eigene
Gesundheit und unser Wohlbefinden. Doch um Angst und Hysterie
vorzubeugen, sei hier zu Beginn gesagt:
Bei aller Chemie sowie auch aller Feld- und Strahlenbelastung funk-
tioniert unser Organismus phänomenal und zwar ganz einfach. Er
arbeitet nach demselben Prinzip wie ein See oder Bankkonto:
Wir haben einen Zufluss, einen Kontoeingang – und wir haben
einen Abfluss, einen Zahlungsausgang.
Wenn der Abfluss, d. h. die Reinigungsleistung unseres Organismus
gut funktioniert und wir sie durch unsere Lebensweise unterstützen,
können wir eine erstaunliche Menge an toxischen Chemikalien und
auch schädliche elektromagnetische Feldbelastung kompensieren. So
wunderbar ist unser Organismus beschaffen.
Deshalb seien wegen ihrer Wichtigkeit folgende Dinge aus
vorigen Kapiteln nochmals betont:
Tun Sie sich grundsätzlich gesundheitlich Gutes mit:
• täglicher Bewegung an der frischen Luft,
• täglichem Innehalten und Reflektieren: Was tue ich gerade? Wel-
che Ziele habe ich? Bin ich auf dem passenden Weg dafür? Wie
geht es mir? Was brauche ich?,
• täglich erfüllenden sozialen Kontakten, erfüllendem Tun,
• dem Trinken von gesundem Wasser,84• dem Essen in Ruhe und nur in benötigter Menge („Wir leben
nicht, um zu essen, sondern wir essen, um zu leben!“
– Zitat
Pfarrer Kneipp) und
• eventuell noch einer Kneipp-Abwaschung oder eines Gusses.
Dann folgt ein einfacher, dennoch so wichtiger Rat, dass er schon fast
zu simpel klingt:
Jedes Gift und jede Belastung, die wir uns nicht zufügen,
brauchen wir nicht zu kompensieren, d. h. im Klartext: So
sinnvoll und effektiv wie möglich sind Chemie-, Feld- und
Strahlungsexposition zu minimieren!
Hier ist eine Checkliste der wichtigsten Fragen, die individuell
angepasst werden können:
• Welchen chemischen Reizen bin ich täglich oder häufig aus-
gesetzt?
• Welche Chemikalien inkorporiere ich (durch Essen, Einatmen,
großflächige Aufnahme über die Haut, auch durch Injektion)?
• Welche Quellen von Strahlung und Energiefeldern befinden sich
mehrere Stunden pro Woche nahe an meinem Körper oder
im Raum (vor allem in Brustnähe oder in der Hosentasche,
eventuell sogar am Steuerzentrum = Kopf) – Handy, DECT-
Telefone, Smartphone, Tablet, Computer, Router, Fritzbox und
andere WLAN-Quellen?
• Welchen Chemikaliendämpfen und elektromagnetischen Fel-
dern (EMF) bin ich während des Schlafs ausgesetzt (siehe
folgenden Abschnitt)?
Des Weiteren:
• Ist mein Ausscheidungssystem intakt, unterstütze ich es
genug, ist meine Lebensweise in grundlegenden Belangen gesund
genug? (siehe Kapitel „Darmreinigung“, „Selbstbeobachtung“
und „Entgiftung – Detox“)
• Ist die Atemluft an den Orten, an denen ich viel Zeit verbringe,
rein genug? Bedarf es einer Verhaltensänderung oder eines Luft-
filters?
85Elektromagnetische Felder = EMF
Hier sind einige Fragen zum Überprüfen Ihres „Status quo“:
Habe ich mein Telefon so lange Zeit wie möglich auf Flug-
modus?
Wenn ich auf Telefonempfang bin, habe ich so lange Zeit wie mög-
lich WLAN und die „mobilen Daten“ ausgeschaltet? (deren
Strahlenbelastung ist im Bereich des Hundert- oder Tausend fachen im
Vergleich zu bloßer Telefon-Empfangsbereitschaft, wegen der vielen
und ständigen Datenübermittlung durch die aktiven Apps und sozialen
Netzwerke). Je größer die Entfernung des Telefons vom Kopf bzw. der
Feld- und Strahlungsquelle (wie Laptop, Router, Fritzbox) vom Kör-
per, umso geringer ist die EMF-Belastung!
Telefoniere ich konsequent mit verkabeltem Headset? Auch
Bluetooth bedeutet elektromagnetische Feldbelastung und diese-
Exposition geht entweder mit den Ohrhörern ins Ohr oder befindet
sich im Bereich der Kopfhörer sehr nahe am Gehirn.
Ergänzend sei gesagt: Es ist messtechnisch widerlegt, dass WLAN-
Strahlung auch durch verkabelte Ohrhörer ins Ohr geleitet würde.
Im Ohr möglicherweise schädlich ist das Magnetfeld des Mini-Laut-
sprechers in Ohr- oder Kopfhörern, besonders bei häufiger Nutzung
über Stunden täglich. Empfohlen seien Produkte, bei denen die End-
strecke der Schallübertragung in den Gehörgang durch eine Luftsäule
erfolgt und somit nur minimale Feldbildung in unmittelbarer Nähe des
Kopfes geschieht.
Erledige ich meine Arbeiten und Korrespondenzen, sowohl zu Hause
als auch am Arbeitsplatz, soviel wie möglich an einem verkabelten
Computer (WLAN-Feld entfällt, dazu kommen als günstige Faktoren
die aufrechte Körperhaltung und der „geweitete“ Blick)? Als Tipp für
preisgünstige effektive Verkabelung der gesamten Wohnung gibt es die
Möglichkeit, das LAN-Signal durch das elektrische Netz zu leiten. Mit-
tels eines speziellen Steckers, welcher das Signal decodiert, ist somit an
jeder Steckdose desselben Stromnetzes möglich, verkabelt am Compu-
ter zu arbeiten (siehe bei www.heise.de „LAN über Steckdose“).
86Gesunder Schlafplatz
Der Schlafplatz ist deshalb von immenser Wichtigkeit, weil wir
einen sehr großen Teil unseres Lebens dort verbringen (plus/
minus 1/3 der Tageszeit) und weil wir im Schlaf im „Erholungs-
modus“ hundertmal empfindlicher für Toxine und elektro-
magnetische Felder (EMF) sind als im „Leistungsmodus“ im Wach-
zustand.
Um einen Vergleich anzubringen: Die Belastung im Schlaf ist mit der
Gefahr vergleichbar, die besteht, wenn ein Mensch nackt bei -20 Grad
hinaus in den Schneesturm geht, anstatt sich angemessen mit Klei-
dung zu schützen.
Der „Leistungstonus“ unseres vegetativen Nervensystems wirkt als
Schutz vor vielerlei Schadfaktoren.
Achten Sie im Schlafzimmer auf Folgendes:
• Im Raum soll kein elektromagnetisches Feld produziert wer-
den.
• Alle elektrischen Geräte, besonders Router, Computer,
Handy, DECT-Telefone und Quarzwecker, sollen sich in anderen
Räumen befinden!
• Eventuell bauen Sie eine „Netzfreischaltung“ ein – mit dem
Effekt, dass nachts im Schlafzimmer automatisch mit dem Aus-
schalten des Lichts der 220 V-Stromkreis abschaltet!
• Schalten Sie nachts konsequent (für die ganze Wohnung oder
das Haus) das WLAN aus (eine Zeitschaltuhr kann da nützlich
sein)!
Achten Sie des Weiteren auf Folgendes:
• Bettwäsche, Schlafanzug, Decke, Kissen, Matratze, Auf- und
Unterlage sollten frei von Chemie, Kunstfaser sowie Plas-
tik sein.
• Bettgestell, Lattenrost, Fußbodenbelag und idealerweise auch
Mobiliar sollten frei von Pressspan und Kunststoffen, ins-
besondere PVC, sein. Konsequenz: Ersetzen Sie diese Materia-
lien gegebenenfalls durch Naturmaterialien!
• Keine Metallfedern („Sprungfedern“ in der Matratze)!87• Kein Licht beim Schlafen (wegen des Melatonin-Stoffwechsels)!
• Halten Sie Fenster möglichst über lange Zeit des Jahres in
Kippstellung (Luftaustausch verdünnt jeglichen Schadstoff)!
Zur Verbesserung der Schlafqualität sei weiterhin empfohlen:
• Gehen Sie frühzeitig Schlafen (vor 22 Uhr)
• Nehmen Sie das letzte Essen frühzeitig am Tag ein (vor
18 Uhr, in der Sommerzeit vor 19 Uhr)
• Sorgen Sie für einen ausgeglichenen Flüssigkeitsspiegel vor
dem Zubettgehen. Vermeiden Sie durstig zu sein, sonst funktio-
niert die innere Körperreinigung nicht – Nieren haben nachts
ihre Hauptarbeitszeit.
• Programmieren Sie sich direkt vor dem Schlafengehen mit
dem leise gesprochenen Vorsatz, gut zu schlafen und frisch zu
erwachen. (z. B.: „Ich erhole mich gut in dieser Nacht und wache
frisch und munter um … Uhr auf!“)
Verbessern Sie die Raumatmosphäre!
Bringen Sie ätherisches Öl aus, z. B. Lavendel oder Mischungen aus
Lavendel, Vanille etc.). Diese Öle gibt es auch als fertige Aerosolsprays
zu kaufen (bitte in Bioqualität, Anleitung zum Selbstmischen im Kapi-
tel Heilkräuter und Aromatherapie).
Besprühen Sie ein Holzstück, ein Stoff- oder Papiertaschentuch (auf
dem Nachtschrank) oder reiben sich das verdünnte ätherische Öl auf
die Brust, die Pulsadern oder die Beine.
Uwe Wilhelm Haspel
Quellen
Informationsblätter und Broschüren
Die 16 praktischen Handyregeln der Wiener Ärztekammer als PDF:
file:///C:/Users/User/Downloads/Zypern_OeAeK_Handyregeln_
Nov_2017-1.pdf
88Ratgeber 1: Elektrostress im Alltag
Ratgeber 2: 5G Risiken Alternativen
(beide Ratgeber über www.diagnose-funk.org erhältlich)
Mobilfunk – Die verschwiegene Gefahr, Broschüre als PDF (2012):
https://de.scribd.com/document/192058321/Mobilfunk-Die-Ver-
schwiegene-Gefahr
Literatur und Links
Maes, Wolfgang: Stress durch Strom und Strahlung (2019), Institut für Bau-
biologie und Nachhaltigkeit
Niggli, Ursula; Land im Strahlenmeer: Über die gesundheitlichen Aus-
wirkungen von Funkstrahlungen bei Mensch und Tier (2017), Omnino
Verlag Berlin
Scheiner, Dr. med. Hans-Christoph und Ana: Mobilfunk – die verkaufte
Gesundheit (2006), Michaels
Informative Internetseiten
www.diagnose-funk.org
www.ul-we.de
89ENTGIFTUNG / DETOX – GRUNDSÄTZE
In der heutigen Zeit, in der wir ständig mit unterschiedlichen Stresso-
ren wie Umweltgiften, Pestiziden etc. konfrontiert sind, gewinnt das
Thema Entgiftung zunehmend an Bedeutung.
Der menschliche Körper ist ein bemerkenswertes System, welches über
verschiedene Mechanismen zur Selbstreinigung verfügt. Diese natür-
lichen Entgiftungsprozesse sind für die Aufrechterhaltung unserer
Gesundheit und für das Wohlbefinden entscheidend. In diesem Artikel
werden wir die wichtigsten körpereigenen Entgiftungsmöglichkeiten
beleuchten.
Die Leber als zentrales Organ zur Entgiftung im menschlichen Kör-
per filtert das Blut, entfernt schädliche Substanzen und wandelt sie in
weniger schädliche Formen um. Danach werden diese über die Galle
oder die Niere (den Urin) ausgeschieden. Die Leber ist in der Lage,
Alkohol, Medikamente und andere Toxine abzubauen.
Die Nieren spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der körper-
eigenen Reinigung, indem sie Abfallprodukte und über schüssige Subs-
tanzen aus dem Blut filtern. Sie regulieren den Wasserhaushalt und
sorgen dafür, dass Schadstoffe ebenfalls über den Urin ausgeschieden
werden.
Die Haut ist nicht nur das größte Sinnesorgan unseres Körpers, son-
dern auch ein wichtiger Bestandteil des Entgiftungssystems. Durch
Schwitzen werden Toxine und Abfallprodukte aus dem Körper eli-
miniert. Regelmäßige Bewegung und Saunagänge können die Haut-
funktion unterstützen und die Ausscheidung fördern.
Auch der Darm spielt eine wesentliche Rolle bei der Entgiftung, indem
er Nahrungsreste und Toxine aus dem Körper entfernt. Eine ballast-
stoffreiche Ernährung fördert die Darmgesundheit und unterstützt die
Ausscheidung von Abfallprodukten.
Des Weiteren tragen die Atemwege zur Toxinausleitung bei, indem
sie Schadstoffe aus der Luft filtern. Die Lunge entfernt schädliche Par-
tikel und Gase, die wir einatmen. Durch bewusstes Ein- und Ausatmen
kann die körpereigene Reinigung unterstützt werden.
90Sowohl pflanzliche als auch mineralische Entgiftungs methoden
bieten unterstützende Ansätze, um den Körper von schädigenden
Substanzen zu befreien und das allgemeine Wohl befinden zu fördern.
Viele Pflanzen enthalten bioaktive Verbin dungen, welche die Leber-
funktion unterstützen, die Verdauung fördern und die Ausscheidung
von Giftstoffen anregen.
Zu den bekanntesten Pflanzen, die für diese Zwecke verwendet wer-
den, gehören
die Mariendistel. Sie enthält Silymarin, welches unterstützende
Eigenschaften für die Leber besitzt und sogar die Leberregeneration
fördern kann.
Die Wurzeln und gleichermaßen die Blätter des Löwenzahns wirken
harntreibend und regen die Nierenfunktion an, was zur Ausscheidung
von Giftstoffen beiträgt.
Die Brennnessel hat entzündungshemmende Eigenschaften und
kann die Nierenfunktion unterstützen, was die Ausscheidung von Gift-
stoffen bewirkt.
Grüner Tee ist reich an Antioxidantien, hilft freie Radikale zu neutra-
lisieren und die Leber zu entlasten.
Koriander ist dafür bekannt, Schwermetalle im Körper zu binden
und deren Ausscheidung zu begünstigen.
Neben pflanzlichen Mitteln spielen auch Mineralien eine wichtige
Rolle bei der Entgiftung des Körpers. Sie sind an verschiedenen bio-
logischen Prozessen beteiligt, die zur Eliminierung von Toxinen und
somit zur Aufrechterhaltung der Gesundheit notwendig sind.
Mineralien wie Magnesium, Zink und Selen sind wesentlich für
toxinausleitende enzymatische Prozesse im Körper.
Heilerde, die unter anderem häufig in Detox-Kuren verwendet wird,
bindet Giftstoffe im Verdauungstrakt, wodurch deren Aufnahme in
den Körper verhindert wird. Viele Menschen nutzen sie auch zur Lin-
derung von Entzündungen und zur Förderung der Wundheilung.
91Die Kombination von pflanzlichen und mineralischen Anwendungen
kann eine effektive Methode sein, um den Körper zu reinigen und die
Gesundheit zu fördern.
Es ist jedoch wichtig, solche Detoxmaßnahmen mit Bedacht anzugehen
und im Idealfall Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker
zu halten, insbesondere für den Fall, dass Vorerkrankungen
bestehen oder falls Medikamente ein genommen werden.
Auf dem aktuellen Gesundheitsmarkt sind viele weitere pflanzliche
und mineralische Produkte verfügbar. Die Wahl der Substanzen sollte
dem individuellen Bedarf angepasst werden.
Folgendes sei zusammenfassend gesagt:
Eine ausgewogene, biologische Kost in Kombination mit
ausreichender Flüssigkeitszufuhr und täglicher Bewegung
helfen unserem Körper, gesund zu bleiben.
Andrea Linneck
Quellen
Huch, Renate, Jürgens, Klaus D. (2020): Mensch Körper Krankheit 9. Aufl.,
Urban & Fischer
Roberts, Alice, et al. (2023): Anatomie und Physiologie – die große Bild-
Enzyklopädie, Dorling Kindersley Verlag
Simonsohn, Babara (2023): Löwenzahn-Wunderkraut für Resilienz und
Lebens kraft – Kompaktratgeber, Mankau Verlag
Simonsohn, Babara (2024): Brennnessel Kompaktratgeber, Mankau Verlag
Madejski, Margret (2024): Entgiften mit Heilkräutern, AT Verlag
Mayer, Monika, Tuma, Clara (2008): Natürlich gesund mit Heilerde,
AT Verlag
9293Autoren
Andrea Linneck
Heilpraktikerin für Psychotherapie – Homöopathin
www.heilzeit-linneck.de
Eva Patzak
Hebamme – Yogalehrerin
Veranstalterin der Doula-Kreise
www.evapatzak.de
Dr. med. vet. Peter Patzak
Heilpraktiker - Homöopath
Sachverständiger für Impfverfahren & Impfschäden,
zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17024
www.impfsachverständiger.de
www.stadtphysicus.de
Uwe Wilhelm Haspel
Praktischer Arzt – Naturheilverfahren
Diagnostik und Therapie nach Dr. med. F.X.Mayr
www.uwewilhelmhaspel.de
94GANZHEITLICHE
IMMUNPROPHYLAXE
Herausgeber: Verein Helping Crane o. z.
Autoren: Arbeitsgruppe IIFF
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