Gemeinsame Broschüre der Arbeitsgruppe zum Thema: Ganzheitliche Immunprophylaxe

Die Ende des Jahres 2025 erschienene Erstauflage ist vorerst vergriffen - bitte lesen Sie hier: 

IMPRESSUM

1. Auflage 2025

© 2025 Verein Helping Crane o. z.

Arbeitsgruppe für ganzheitliche Immunprophylaxe

und Impffolgenforschung IIFF

Bestellungen bitte über: www.helpingcrane.com

Druck und Vertrieb dieser Broschüre werden durch Schenkungen

finanziert. Wir danken herzlich für Ihre Unterstützung:

IBAN BE96 9054 7936 4105 BIC: TRWIBEB1XXX

 

Ganzheitliche Immunprophylaxe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung 6

Bewusste Empfängnis, Schwangerschaft & Geburt 10 

Vorbereitung auf neues Leben - was braucht es dafür? 10

Bewusste Schwangerschaft im Einklang mit Körper und Natur 14

Wochenbett als heilige Zeit der Rückbildung & Neufindung 16

Psyche 19

Immunabwehr und individuelle Psyche 19

Psychohygiene 29

Vorgeburtliches Erleben 33

Körper 36

Wichtiges zur Basis von Gesundheit: Bewegung | Wärme |

Kälte | Entspannung | Schlaf 36

Grundsätze einer gesunden Ernährung

und erfolgreichen Darmsanierung 40

Gesundheitliche Selbstbeobachtung 55

Die gesundheitsfördernde Funktion des Fiebers 60

Orthomolekulare Medizin bei der Immunprophylaxe 65

Virusinfekte: Prophylaxe & akute Selbsthilfe 67

Homöopathie 69

Klassische Homöopathie – eine ganzheitliche Heilmethode 69

Homöoprophylaxe nach Hahnemann & Golden 73

Kann man Impfstoffe „homöopathisch ausleiten“? 77

Heilpflanzen & Aromatherapie (ätherische Öle) 80

Baubiologie | Elektromagnetische Felder | Schlafplatz 85

Einführung 85

Elektromagnetische Felder = EMF 87

Gesunder Schlafplatz 88

Entgiftung / Detox – Grundsätze 91


 

EINLEITUNG

Diese Broschüre soll Menschen zur Unterstützung ihrer Gesundheit

dienen.

Gesundheit ist nicht abhängig vom Finanztopf der Krankenkassen,

vom Rezeptblock von Ärzten und auch nicht von neuesten technischen

Errungenschaften der Universitätskliniken. Unsere moderne medizi-

nische Entwicklung sei hoch wertgeschätzt, dennoch fehlt in der west-

lichen Medizin häufig der Blick auf den ganzen Menschen inklusive der

Fähigkeiten des menschlichen Organismus. Jeder von uns verfügt über

ein enormes Potenzial von Selbstheilungskräften. Manchmal nehmen

wir nur vage, manchmal klarer wahr, was gut für uns ist.

In der vorherrschenden Medizin wird häufig verdrängt oder vergessen,

wie wichtig unsere Eigenverantwortung für eine tiefe und langfristige

Gesundheit ist. Wir selbst sind die ersten, die unsere Gesundheit und

die unserer Kinder beeinflussen können. Bestenfalls orientieren wir

uns an Mutter Natur und schätzen ihre wunderbaren Möglichkeiten

wert.

Seit Jahrtausenden haben sich traditionelle Naturheilverfahren als

unterstützend und heilsam erwiesen. Sie benötigen dringend einen

würdevollen Platz im heutigen Gesundheitswesen inklusive Arzt-

praxen, Kliniken und Universitäten. Es fällt auf, dass Menschen, die

durch einen Unfall, eine Behinderung oder aufgrund einer chroni-

schen Erkrankung vorgeschädigt sind, möglicherweise wenig Ein-

fluss auf ihre Therapie, vielleicht sogar auf ihr Alltagsleben haben. In

etlichen Belangen ist es oft trotzdem möglich, eigene Entscheidungen

oder Absprachen bezüglich Behandlungen zu treffen, z. B.: Was esse

und trinke ich? Womit fülle ich meine Zeit? Welche Motivation habe

ich bei dem, was ich für meine Gesundheit tue? Damit besteht maß-

geblich Einfluss auf das eigene körperliche und geistig-seelische Wohl-

befinden.

Selbst wenn jemand körperlich und/oder psychisch kaum in der Lage

zur Selbstbestimmung ist, bleibt oft als Möglichkeit die Psychohygiene,

das Wahrnehmen und Verändern unserer Gedanken. Dazu gehören

ein bewusster Umgang mit unseren Gefühlen, das Pflegen unseres

Glaubens an Gott, an ein großes Ganzes, ein höheres, umfassendes

Bewusstsein oder der Blick auf tiefe Lebenswerte, mit denen wir uns

verbunden fühlen.

6

Medizin, die wir Ihnen hier zur Selbsthilfe vorstellen, kostet zum größ-

ten Teil wenig Geld. Wir Menschen neigen wegen unserer erlernten

Gewohnheiten dazu, dass wir neue Erkenntnisse schwierig umsetzen

können. Deshalb sei auch die Empfehlung gegeben, Veränderungen

schrittweise umzusetzen, um so zunehmend die Rolle der Eigenver-

antwortung und Selbstermächtigung einzunehmen. Das kann ein völ-

lig neues Lebensgefühl vermitteln.

Wir beschreiben nun das Paradox der „aktuellen Medizin“ näher. Wie

erleben Menschen in der Regel Arzttermine oder dort durchgeführte

Diagnostik? Der Besuch beim Hausarzt führt zu einer Überweisung

zum Facharzt, dieser empfiehlt eine weitere Facharztkonsultation.

Nicht selten wird daraus ein Marathon aus Arztbesuchen und Unter-

suchungen wie Ultraschall, MRT und weiterer Apparatemedizin. Für

gewöhnlich verordnet der Behandler Medikamente gegen bestehende

Symptome, Antimittel, wie oft schon in der Fachbezeichnung erkenn-

bar (z. B. Antibiotika, Antiasthmatika). Häufig treten dadurch Neben-

wirkungen auf, weil die Ursache der Beschwerden weiterbesteht und

nur ein Symptom unterdrückt wird. Dagegen wird dann das nächste

„Antimittel“ verordnet, und es kann ein regelrechter Teufelskreis in

Gang gesetzt werden.

Ein solches Vorgehen bedeutet für den Patienten sowohl einen enor-

men Zeitaufwand, als auch erhebliche psychische und körperliche

Anstrengung; eine zusätzliche finanzielle Belastung kann einen weite-

ren negativen Aspekt darstellen.

Naturheilkunde, Schulung gesunder Lebensweisen, Besuche bei ganz-

heitlichen Ärzten, Heilpraktikern, Physiotherapeuten und Ernährungs-

beratern können kostspielig sein. Allerdings gelingt eine Kommunika-

tion mit auf solchen Grundlagen tätigen Kollegen meist auf Augenhöhe,

wenn für Ihre Belange genügend Zeit und Aufmerksamkeit vorhanden

sind. Diese Investition kann besondere „Zinsgewinne“ in Form von

Gesundheit, Lebensfreude, Leistungsfähigkeit und vielem mehr mit

sich bringen.

Bei der Wahl von Therapeuten und Behandlern empfehlen wir,

besonders auf folgendes Qualitätsmerkmal zu achten: Wenn Sie vom

Behandler Hilfe zur Selbsthilfe vermittelt bekommen, haben Sie lang-

fristig die Möglichkeit, eigenständig und unabhängig vom Therapeu-

ten Ihre Gesundheit zu unterstützen.

7

Bezüglich der sogenannten „Corona-Impfung“ haben wir ein meister-

haftes Lehrstück erlebt, bei dem durch eine riesige Propaganda-

maschine Angst in der Gesellschaft geschürt wurde. Es liegt der Ver-

gleich mit einem religiösen Heilsbringer in Form eines Retters und

Erlösers nahe. Es wurde intensiv und oft mit starkem Druck für eine

„Impfung“ geworben, die alle Probleme beseitigen würde. Hierfür wur-

den viele Milliarden Euro unserer Steuergelder investiert, obwohl von

verschiedenen Ärzten und ärztlichen Organisationen seit Beginn der

„Corona-Pandemie“ immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass

systematische Immunstärkung priorisiert werden sollte. Kosten, die

dafür entstanden wären, hätten nach eigener Schätzung bei 1 % der

tatsächlich entstandenen Unkosten gelegen. Dass die öffentliche Hand

diesbezüglich immer noch zurückhaltend agiert, ist für uns in der

Funktion als Arbeitsgruppe für ganzheitliche Immunprophylaxe und

Impffolgenforschung der Anlass zur Publikation dieser Broschüre.

Schon Mitte 2021 war bekannt, dass mit und ohne die Trans­ fektion

(Injektion von genetisch manipulierendem Material) in etwa dieselbe

Infektiosität besteht. Hierfür gibt es zitierbare Quellen (Veröffent-

lichung der Krisenstabsprotokolle des Robert Koch-Institutes

= „RKI-Protokolle“: www.rki-transparenz­ bericht.de, siehe auch Zusammen-

fassung unter „Pressekonferenz“). Auf die schweren und schwersten

Schäden sowie die vielen Todesfälle nach dieser „Impfung“ möchten

wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Wir möchten jedoch dazu

aufrufen, sich bezüglich solcher Themen umfangreich aus unterschied-

lichen und unabhängigen Quellen zu informieren!

Diese Broschüre steht für eine Medizin der Wahrhaftigkeit, für

Menschlichkeit und Lebensdienlichkeit. Dazu gehört sowohl physi-

sche, als auch psychische Immunprophylaxe, damit bei weiteren Ver-

suchen von Kreisen aus Politik und Ökonomie, eine Pandemieveran-

staltung zu orchestrieren, Menschen frühzeitig erkennen, worauf die

Sache hinausläuft.

Gut informiert zu sein als Prophylaxe gegen die Angst oder als „Immu-

nisierung gegen Angstmache“, kann heilsam und wert­ schätzend für

sich und die Gesellschaft sein. Eine lang bewährte Frage zum Prüfen

des Tuns anderer lautet: „Cui bono?“ Aus dem Lateinischen ins Deut-

sche übersetzt heißt das: Wem nützt es? Gemeint ist: Wer verdient

daran? Wie viel Geld fließt von wo nach wo? Wer hat welchen Macht-

vorteil davon?

Idealerweise könnte dieser Blickwinkel, dieses kritische Bewusst und

diese Art der Gesellschaftsgestaltung nicht nur speziell den Bereich

der Medizin betreffen. Das Prinzip „Argumente statt Fäuste“ lässt sich

auf alle Lebensbereiche anwenden. Der Machtmissbrauch in anderer

Form kann nicht weniger zerstörerisch sein, als die Anwendung physi-

scher Gewalt.

Wir wünschen uns, dass Sie in dieser Lektüre Werkzeuge finden, die Sie

sowohl in Bezug auf Ihre eigene Gesundheit als auch für die Gesund-

heit anderer Menschen in Ihrem Umkreis erfolgreich nutzen können.

Bezüglich thematischer Fragen oder Anregungen kontaktieren Sie

gerne die Autoren der betreffende Artikel bzw. für weitergehende

Aspekte unseren Verein. Wir bitten um Verständnis, dass allerdings

keine individuellen Diagnosestellungen oder Therapie­ empfehlungen

möglich sind.

Ihr Team vom Helping Crane

9BEWUSSTE EMPFÄNGNIS,

SCHWANGERSCHAFT & GEBURT

Vorbereitung auf neues Leben – was braucht es dafür?

Der Prozess, ein Kind zu empfangen, beginnt bereits bei der Partner-

wahl. Diese Wahl ist ein faszinierender komplexer biologischer und

sozialer Prozess, der weit über bewusste Entscheidungen im Kopf

hinausgeht. Die Natur steuert ihn insbesondere über körperliche Sig-

nale und den Geruchssinn, also durch unbewusste Signale, die für das

Fortpflanzungsergebnis entscheidend sind.

Der Geruchssinn spielt eine wesentliche Rolle: Menschen reagieren auf

Pheromone und andere körpereigene Duftstoffe, wodurch oft ein Part-

ner mit einem genetisch kompatiblen Immunsystem unbewusst bevor-

zugt wird. Dieses Prinzip ist evolutionär bedeutsam, da es die Gesund-

heit und das Überleben des Nachwuchses fördert.

Auch körperliche Signale und Sympathie werden durch unbewusste

Wahrnehmungen gelenkt. Das „Bauchgefühl“ – eine intuitive, körper-

liche Resonanz – kann neben dem Verstand ein starkes Indiz für die

Passung des Partners sein. So arbeitet der Körper als eine Art bio-

logischer „Filter“, der zusammen mit Geist und Herz dafür sorgt, dass

sich Menschen für passende Partner entscheiden, mit denen eine gute

Basis für gesunden Nachwuchs entsteht.

Dieser integrative Prozess aus bewussten und unbewussten Wahr-

nehmungen unterstützt das Zusammenspiel von Genetik und emo-

tionaler Bindung und ist eine wunderbare Kombination aus Vernunft,

Gefühl und Naturtrieb. Die Paare schaffen nun für ihre Nachkommen

eine liebevolle Verbindung, in der Wünsche, Hoffnungen und Lebens-

geschichten respektvoll gehalten und erforscht werden.

Schon lange vor der Empfängnis laden sie gemeinsam Körper, Geist

und Seele ein, sich für das neue Leben zu öffnen. Werdende Eltern,

die bereits vor der Empfängnis gemeinsam Traumaarbeit leisten und

emotionale Heilungsprozesse fördern möchten, schaffen eine stabile

Grundlage für ihr neues Baby, die von Vertrauen, Sicherheit und Liebe

geprägt ist.

10Der gemeinsame Weg kann vielfältig gestaltet werden, um alte

Belastungen sanft zu lösen und Raum für neues Glück zu öffnen.

Gemeinsame Gespräche in einem sicheren Rahmen stärken das gegen-

seitige Verständnis und öffnen Türen für Heilung. Professionelle

Begleitung durch:

• Paar- und/oder Familientherapeuten,

• Traumaexperten oder

• speziell ausgebildete Berater/Coaches

unterstützen dabei, belastende Erlebnisse zu verarbeiten.

Weitere wirksame Methoden sind achtsame Praxis wie gemeinsam

ausgeführte Meditation, Yoga oder Atemübungen, die Körperbewusst-

sein und emotionale Nähe vertiefen.

Ritualisierte, gemeinsam erlebte Momente, beispielsweise das

Anzünden von Kerzen, das Teilen von Dankbarkeit oder das Ein-

bringen gemeinsamer Visionen stärken die emotionale Bindung.

Auch körperorientierte Verfahren wie Craniosacral-Therapie, Atem-

arbeit oder Somatic Experiencing können das Loslassen von Spannun-

gen und alten Mustern fördern.

Daneben bieten Austausch- und Unterstützungsgruppen, etwa Doula-

Kreise oder Frauengruppen, einen wertvollen Rahmen.

Insgesamt öffnen sich durch diese vielfältigen Wege Herz und Seele

und sie schaffen eine liebevolle Atmosphäre, die optimales Wachstum

für die neue Familie ermöglicht.

Körperliche Reinigung – bei Frau und Mann – durch gesunde

Ernährung, natürliche Entgiftungskuren und sanfte Bewegung unter-

stützen die Vitalität und öffnen Räume für neue Lebensenergie.

Eine wichtige Grundlage für eine gesunde Empfängnis und Schwanger-

schaft ist das Mikroökosystem des Körpers – das Mikrobiom von

Frau und Mann. Die Vielfalt und das Gleichgewicht der mikrobiellen

Gemeinschaften im Darm, in der Vagina und der Gebärmutter prägen

maßgeblich die Fruchtbarkeit und die Empfängnisbereitschaft.

11Moderne Labordiagnostik ermöglicht eine detaillierte Analyse die-

ser Mikroorganismen und gibt Aufschluss über deren Diversität und

Balance. Eine vielfältige und stabile Mikrobiota zeigt sich vorteilhaft für

die Bildung von Eizellen und Spermien (Gametogenese) sowie für die

Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut, die als entscheidende

Voraussetzung für eine erfolgreiche Schwangerschaft gilt. Ein aus-

gewogenes vaginales Milieu, dominiert von milchsäurebildenden Bak-

terien (Lactobazillen), schafft ein gesundes Mikrobiom und schützt vor

Infektionen.

Ebenso beeinflusst ein intaktes Darmmikrobiom das Immunsystem

und den Stoffwechsel positiv, was sich auf die gesamte reproduktive

Gesundheit auswirkt. Bei Dysbalancen im Mikrobiom eröffnen sich

vielfältige Möglichkeiten der Heilung und Unterstützung, etwa durch

gezielte Probiotika, Präbiotika und naturheilkundliche Begleitung.

Ziel ist es, das mikrobielle Gleichgewicht so zu fördern, dass bestmög-

liche Voraussetzungen für Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt

geschaffen werden.

Rituale verstärken die Verbindung und

schaffen ein bewusstes Willkommen

Rituale sind kraftvolle Wege, die Verbindung zwischen Paaren tief zu

stärken und die gemeinsame Reise in die Elternschaft bewusst und

liebevoll zu gestalten. Sie schaffen Räume der Verankerung, bringen

Stabilität in Zeiten großer Veränderung und laden dazu ein, innezu-

halten und sich neu auszurichten. Gerade in unserer modernen, oft

schnelllebigen Welt helfen Rituale, die uralten menschlichen Bedürf-

nisse nach Gemeinschaft, Sicherheit und Verbundenheit nachhaltig zu

stillen.

Das „familiäre Dorf“ als Stütze in dieser Zeit ist viel mehr als eine Meta-

pher: Es beschreibt ein Netzwerk aus vertrauten Menschen – Familie,

Freundinnen, Nachbarinnen, Hebammen und anderen Begleiterinnen,

die mit Fürsorge, Unterstützung und gemeinsamer Erfahrung Kraft

schenken.

Ursprünglich haben sich Menschen in eng verbundenen Gruppen orga-

nisiert, um gemeinsam Kinder großzuziehen, Wissen weiterzugeben

und körperliche sowie seelische Gesundheit zu bewahren. Dieses Prin-

zip wird heute als zentrale Ressource für werdende Familien als ebenso

wichtig erkannt und sollte bewusst gesucht und gepflegt werden.12Konkret können Rituale in kleinen täglichen Handlungen bestehen:

das bewusste gemeinsame Essen, ein tägliches Dankbarkeitsritual,

in dem positive Gedanken und Werte geteilt werden oder das gegen-

seitige Anzünden von Kerzen als Symbol von Licht, Wärme und dem

Willkommenheißen neuen Lebens.

Auch gemeinsames Schreiben von Briefen an das ungeborene Kind

oder das Legen von Samen in die Erde als Zeichen des Wachstums för-

dern Verbundenheit.

Weitere Rituale beinhalten achtsame Berührungen und Massagen, die

Nähe und Körperbewusstsein stärken, sowie das Einbinden von Natur

und Elementen, um den Rhythmus des Lebens und der Jahreszeiten

bewusst zu erleben.

Dieses familiäre und gemeinschaftliche „Dorf“ wirkt unterstützend auf

vielfältigen Ebenen: Es vermindert Stress, schenkt emotionalen Rück-

halt und teilt praktische Lasten. Besonders in anspruchsvollen Zei-

ten ermöglicht es Müttern und Paaren, sich getragen zu fühlen, um

sich selbst und ihrem Kind ganz neu zu begegnen und die Zukunft mit

Zuversicht zu gestalten.

Die Verbindung zur Gemeinschaft und das familiäre „Dorf“ bieten

emotionale Stärke und praktische Fürsorge. Fachliche Unterstützung

bei Fruchtbarkeitsfragen oder tiefergehenden Belastungen steht als

wertvolle Begleitung bereit.

Bewusste Schwangerschaft im Einklang mit Körper und Natur

Die bewusste Schwangerschaft ist eine kraftvolle Zeit der Wandlung,

in der Körper, Herz und Seele der Frau sich auf ein neues Leben

ausrichten. Auf vielen Ebenen entsteht ein zartes, doch tiefes Band

zwischen der Schwangeren, dem werdenden Kind und dem Vater –

eine gegenseitige Begegnung voller Wachstum, Verwandlung und

gemeinsamer Vorbereitung, Verbindung auf seelischer Ebene.

Die Schwangerschaft öffnet ein Fenster zu einer intensiven inneren

Begegnung mit dem Kind. Die Frau spürt Bewegungen, hört leise

Impulse und kann in einen Austausch mit ihrem ungeborenen Kind

gehen. Ruhe, Achtsamkeit und bewusste Momente des Innehaltens

nähren diese Verbindung. Das bewusste Sprechen mit dem Kind, das13Spüren der Berührung bei sanften Bauch-Streicheleinheiten und das

gemeinsame Atmen schaffen Nähe und Urvertrauen.

Auch der Vater ist eingeladen, sich aktiv an dieser Zuwendung zu

beteiligen. Gemeinsame Momente, in denen das Paar das Kind will-

kommen heißt – sei es durch Gespräche, Berührungen oder kleine

Rituale – stärken das Band zwischen allen dreien. So wächst das

Familiengefühl mit jedem Tag.

Körperliche Veränderungen und Entwicklung

Der Körper der Frau wandelt sich in vielfältigen, oftmals wundervollen

Prozessen. Die Hormone schaffen zarte Veränderungen in Haut, Haa-

ren und Bindegewebe. Die Brust bereitet sich behutsam aufs Stillen vor,

der Bauch wächst sichtbar und mit ihm das Gefühl von Verantwortung

für das neue Leben. Gleichzeitig verändern sich Organe und Kreislauf,

die Wirbelsäule passt sich an, und der Körper der Mutter unterstützt

gezielt das Wachstum des Kindes.

Manche spüren müde Tage, wechselnde Stimmungen oder körperliche

Beschwerden. In der Zeit der Schwangerschaft können diese Zeichen

daran erinnern, als heilsame Phase des Neuausrichtens genutzt zu

werden.

Unterstützungsbedarf in den einzelnen Phasen

Jede Phase der Schwangerschaft bringt eigene Bedürfnisse mit sich.

Zu Beginn ist es oft mehr die emotionale Verarbeitung, Klärung

von Ängsten sowie die Gestaltung eines schützenden Feldes für das

ungeborene Leben. Stabilisierende Gespräche, Entspannungsübungen

und psychosoziale Begleitung können sehr entlastend wirken.

In der mittleren Phase gewinnen körperliche Beweglichkeit, gesund-

heitliche Vorsorge und die bewusste Gemeinschaft große Bedeutung.

Sanfte Bewegung, Yoga oder Schwimmen stärken die Muskulatur,

Hebammen begleiten die körperlichen und seelischen Themen. Die

Zugehörigkeit zu Kursen oder Frauengruppen bietet Raum für Aus-

tausch.

14Im letzten Drittel rücken die innere Vorbereitung auf die Geburt und

das Annehmen der anstehenden Transformation in den Vordergrund.

Hier sind Atemarbeit, Meditation, Geburtsvorbereitungskurse und

die Beziehung zum geburtshilflichen Team wichtige Ressourcen für

Sicherheit und Selbstvertrauen.

Ganzheitliche Vorbereitung auf die Geburt

Die Geburt ist ein Wunder des Lebens, das von einem fein abgestimmten

Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind getragen wird. Wenn das

Kind in der Gebärmutter seine volle Reife erreicht, sendet es Signale

an den Körper der Mutter, die behutsam den Geburtsprozess einleiten.

Hormone wie Oxytocin und Prostaglandine werden vermehrt aus-

geschüttet, um die Gebärmutter in rhythmische Wellen aus Wehen zu

versetzen, die den Muttermund weiten und das Kind auf die Welt vor-

bereiten. Oxytocin, das sogenannte „Bindungshormon“ oder „Liebes-

hormon“, spielt dabei eine zentrale Rolle. Es fördert nicht nur die kraft-

vollen Kontraktionen der Gebärmutter während der Wehen, sondern

stärkt gleichzeitig die tiefe emotionale Verbindung zwischen Mutter

und Kind. Dieses Hormon unterstützt das Urvertrauen und ermöglicht

es der Frau, sich entspannt auf den Geburtsprozess einzulassen.

Auch über die Geburt hinaus begleitet Oxytocin die Mutter-Kind-

Beziehung und fördert die innige Bindung, die über alle Lebensphasen

hinweg von unschätzbarem Wert ist. Stillen, liebevolle Berührungen

und das gemeinsame Lauschen auf die Bedürfnisse des Kindes aktivie-

ren immer wieder die Oxytocin-Ausschüttung. So wird diese kraftvolle

Verbindung zwischen Mutter und Kind lebendig und stärkt das Gefühl

von Sicherheit und Geborgenheit.

Die bewusste Pflege dieser Bindung ist eine wesentliche Säule für die

emotionale Gesundheit von Mutter und Kind – sie schafft ein Funda-

ment für ein liebevolles Miteinander und unterstützt das Kind darin,

sich sicher und angenommen zu fühlen. Für die werdende Mutter

bedeutet das: Vertrauen in ihren Körper, sich sanft begleiten lassen

und die eigene innere Stimme wahrnehmen, die ihr sagt, wann sie

Kraft schöpfen oder loslassen darf. So wird die Geburt zu einem kraft-

vollen und zutiefst berührenden Erlebnis, welches das Fortführen

eines lebenslangen Bandes markiert, welche seit der Empfängnis des

Kindes besteht.

15Wochenbett als heilige Zeit der Rückbildung & Neufindung

Das Wochenbett ist eine kostbare Übergangszeit nach der Geburt, in

der Mutter und Kind sich finden, neu verbinden und zurück in ihren

Rhythmus einschwingen.

In vielen Kulturen wird diese Phase 40 Tage lang zelebriert – der Kör-

per wird sanft umsorgt, die Seele genährt und Raum für Ruhe, Heilung

Wertschätzung und Fürsorge geschaffen.

Diese Wochen geben der Frau Gelegenheit, sich bewusst vom kraft-

vollen, intensiven Ereignis der Geburt zu erholen und in ihre neue Rolle

hineinzuwachsen. Die Zeit steht im Zeichen der liebevollen Selbstfür-

sorge sowie der wohlwollenden Begleitung durch Familie, Hebammen

und vertraute Menschen.

Massagen mit warmem Öl schenken Entspannung, fördern die Durch-

blutung und regulieren den Lymphfluss, was den körperlichen Rück-

bildungsprozess unterstützt. Tuchmassagen vermitteln tiefe Geborgen-

heit und helfen, den Körper nach der Geburt zu „schließen“ und zu

stabilisieren. So kann körperliche und seelische Regeneration statt-

finden.

Das Wochenbett lädt zu sanften Bewegungen ein, die den Körper wie-

der in seinen natürlichen Zustand bringen. Gleichzeitig ist Raum für

Stille, Achtsamkeit und Meditation, um auf seelischer Ebene anzu-

kommen und alte Energien loszulassen.

Rituale, wie das Tragen von speziellen Bändern, das Einhüllen in

warme Tücher, heilsame Bäder, Nähren auf allen Ebenen und das

Zusammensein in Frauenkreisen, schaffen einen geschützten Raum,

der das Neubeginn-Gefühl verstärkt.

Gemeinschaftliches Tragen

Das „Dorfprinzip“ ist auch hier lebendig: Die Unterstützung durch eine

tragfähige Gemeinschaft ermöglicht der Mutter emotionale Stabilität

und praktische Hilfe bei der täglichen Fürsorge für das Kind. Diese

Nähe fördert das Gefühl von Sicherheit und stärkt das Bindungs-

erleben.

16Das Stillen

Stillen ist weit mehr als Ernährung. Es nährt das Kind auf allen Ebe-

nen – körperlich, emotional und mikrobiell.

Körperlich liefert Muttermilch exakt abgestimmte Nährstoffe, die

Wachstum, Immunsystem und gesunde Entwicklung fördern. Gestillte

Kinder erkranken seltener an Infektionen, Allergien oder chronischen

Krankheiten und profitieren durch Vorteile bei der kognitiven Ent-

wicklung. Emotional schafft das Stillen durch Nähe und Berührung

eine tiefe Bindung zwischen Mutter und Kind. Hormone wie Oxytocin

fördern Entspannung, Geborgenheit und die Stressregulation beider.

Mikrobiologisch ist Stillen essenziell: Über die Muttermilch erhält

das Kind wichtige lebensfördernde Mikroorganismen, die den Auf-

bau eines gesunden Darmmikrobioms unterstützen. Diese frühe

Besiedlung schützt vor Krankheiten und legt die Grundlage für lang-

fristige Gesundheit.

Für die Mutter bietet das Stillen eine kraftvolle Rückbildungsunter-

stützung und senkt das Risiko für bestimmte Krebsarten und andere

chronische Erkrankungen. Diese vielschichtigen Vorteile machen das

Stillen zu einem zentralen Element einer bewussten und liebevollen

Familienentwicklung.

Rechte von Schwangeren und Müttern in Deutschland –

Stand Ende des Jahres 2025

In Deutschland sind Schwangere und Mütter rechtlich umfassend

geschützt und begleitet, um eine gesunde, selbstbestimmte Schwanger-

schaft, Geburt und Wochenbettzeit zu ermöglichen.

Ein zentraler Pfeiler ist die gesetzliche Hebammenhilfe, auf die jede

Frau Anspruch hat – vom ersten Tag der Schwangerschaft an bis zum

letzten Stilltag während der Stillzeit. Hierbei übernimmt die Kranken-

kasse die Kosten für die Betreuung durch qualifizierte Hebammen, die

die Frau körperlich, seelisch und beratend begleiten.

Das Mutterschutzgesetz wurde 2025 entscheidend erweitert: Frauen,

die ab der 13. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleben,

haben nun Anspruch auf eine gestaffelte Schutzfrist, die sich je nach17Schwangerschaftsdauer auf bis zu 8 Wochen beläuft. Diese Schutz-

zeiten dienen der Erholung und dem Schutz vor Belastungen am

Arbeitsplatz.

Arbeitgeber sind verpflichtet, Gefahrensituationen für Schwangere

rechtzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen,

damit die Gesundheit von Mutter und Kind nicht gefährdet wird.

Die freie Wahl des Geburtsortes ist ein grundlegendes Recht jeder Frau.

Sie kann selbst entscheiden, ob sie in einem Krankenhaus, Geburts-

haus oder Zuhause gebären möchte. Die Gesellschaft trägt die Ver-

antwortung, diese Wahlmöglichkeiten zu erhalten und auszubauen,

damit jede werdende Mutter in einer Umgebung entbinden kann, in

der sie sich sicher und geborgen fühlt.

Vorbereitung auf die Geburt sollte auch die frühzeitige Beziehung zu

einem geburtshilflichen Team umfassen – Hebammen, Doulas und

gegebenenfalls Ärzten. Dieses Team begleitet kontinuierlich, klärt die

individuellen Bedürfnisse und informiert über die Möglichkeiten vor

Ort.

Eine gemeinsam mit der Hebamme erarbeitete Patientenverfügung

gibt der Frau Sicherheit für eine gewaltfreie und interventionsarme

Geburt. Diese Rechte stärken Frauen darin, selbstbestimmt und unter-

stützt ihre Schwangerschaft, Geburt und das Muttersein zu leben.

Es ist wichtig, dass diese gesetzliche Grundlage bestehen bleibt und

gelebt wird, um den Schutz und die Würde jeder Frau zu gewähr-

leisten. Die Qualität unserer Vorbereitung auf diese wichtigen Lebens-

ereignisse bestimmt die Qualität des Er(Leben)s unserer Zeit und der

nachfolgenden Generationen.

Nutzen wir also die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten, um dafür

zu sorgen, dass alle Wesen gesehen und geschätzt werden, glücklich

und zufrieden sind.

Eva Patzak

18PSYCHE

Immunabwehr und individuelle Psyche

Der Zusammenhang zwischen seelischen Belastungen und Ein­ brüchen

des Immunsystems ist zwar seit Hans Selyes Stress­ forschung in den

1950er Jahren hinreichend bekannt und der von ihm geprägte Stress-

begriff in aller Munde, jedoch ziehen die wenigsten von uns daraus

Schlussfolgerungen für das eigene Leben.

Viele Menschen kennen das Phänomen, dass sie nach einem Schreck

ein Herpesbläschen an der Lippe bekommen, die daher im Volksmund

auch als „Schreckblase“ bezeichnet wird.

Überforderte Gymnasiasten erleiden nicht selten Immunsystem-Ein-

brüche, die sich oft in einer anderen Herpesvirus-Infektion äußern

(z. B. Epstein-Barr-Virus löst Pfeiffersches Drüsenfieber aus), die eine

langandauernde (chronische) Erschöpfung nach sich ziehen kann.

Die Angst, nicht zu genügen, kostet – wie alle anhaltenden Ängste – so

viel Energie, dass auch die innere Abwehr zusammenbricht, messbar

an der Lymphozytenzahl. Eine verminderte Anzahl weißer Blutzellen

steht wiederum mit einer verminderten Immunabwehr in ursäch-

lichem Zusammenhang.

Etwa 20 % aller PTBS-Patienten (Betroffene einer Posttraumatischen

Belastungsstörung) in Israel prägten in einer bestimmten Krankheits-

phase als physisches Korrelat eine Mononukleosis aus. (1)

Zahlreiche bekannte Autoren haben diese Erkenntnisse bereits in

Bestsellern zusammengefasst, stellvertretend seien hier genannt und

empfohlen:

• Rüdiger Dahlke: Krankheit als Sprache der Seele. 1. Aufl., 1997,

Goldmann

• Björn Eybl: Die seelischen Ursachen der Krankheiten. 7. Aufl.,

2018, Ibera

• Gabor Maté: Wenn der Körper Nein sagt. 9. Aufl., 2021, Unime-

dica

19Dahlke und Maté sind Ärzte, Eybl ist Physiotherapeut, alle mit

jahrzehntelanger Praxiserfahrung, die ihnen die beschriebenen

Körper-Seele-Zusammenhänge täglich vor Augen geführt hat. Umso

bemerkenswerter ist der Umstand, dass es noch immer Ärzte gibt, die

diese Zusammenhänge nicht sehen wollen und daher „am Thema vor-

bei“ therapieren.

Mittlerweile konnten die Vertreter der Psychoneuroimmuno­ logie

anhand zahlreicher Studien und Praxisbeispiele zeigen, dass die akade-

mische Trennung von Körper und Psyche und daraus folgend die Aus-

prägung verschiedener Berufszweige für ver­ schiedene Ebenen eines

und desselben Menschen – Ärzte für den Körper und Psychologen für

die Seele – realitätsfern sind. Diese Ebenen können nicht separat von-

einander existieren: Eine Seele ohne Körper wäre ein Geist und ein

Körper ohne Seele wäre eine Leiche – wenn Seele und Körper einmal

getrennt sind, werden medizinische oder psychologische Behandlung

nicht mehr gebraucht.

Seit den 1980er Jahren gibt es dafür zahlreiche wissenschaftliche

Belege:

In einer Studie korrelierte Angst negativ mit der Lymphozyten-Proliferationsrate

(Maß für die Geschwindigkeit der Vermehrung

weißer Blutzellen, welche die zelluläre Immunabwehr

bedingen, Anm. des Verf. (2)

Bei Patienten mit unbehandelter Angsterkrankung waren die

Lymphozyten-Proliferationsrate sowie die Interleukin-2-Produktion

(wichtige Marker der Aktivität des Immunsystems,

Anm. des Verf.) signifikant vermindert. (3)

Patienten mit Angststörungen wiesen einen höheren CD4/

CD8-Quotienten auf (immunologisch bedeutsame Fraktionen

der weißen Blutzellen), der auf einer verminderten Anzahl von

CD8+-Zellen beruhte (verglichen mit einer gesunden Kontrollgruppe).

(4)

Bei Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)

ließ sich ein Abfall der Zahl der weißen Blutkörperchen und ein

Anstieg der Aktivität der Natürlichen Killerzellen (NKZ) nach-

weisen. (5)

20Untersuchungen zu den Immunkorrelaten von emotionalem

Stress und depressiver Stimmung … weisen relativ konstant auf

eine Beeinträchtigung der Immunfunktion, insbesondere der

zellulären Immunität hin. (6)

In dem Glauben, Rationalität in der Medizin sei das Nonplusultra,

wurde in der Medizin des 19. und 20. Jahrhunderts das Cartesische

Weltbild zum Dogma. Sinngemäß beinhaltet es laut René Descartes:

Alles muss mess- und wägbar gemacht werden, und was nicht

mess- und wägbar ist, muss es so lange zerteilt werden, bis es

mess- und wägbar ist.

Dass zu diesem proklamierten Zweck die Lebenszusammenhänge

zerstört werden müssen und in einer „Verschlimmbesserung“ des

Gesundheitszustandes der Behandelten enden, erkennen zuneh­ mend

mehr Ärzte, Heilpraktiker, Hebammen und andere Therapeuten.

Das Cartesische Weltbild, das parallel die Philosophie für die totale

Ausbeutung der Erde und alles Lebendigen bildete, wurde zu einer

philosophischen Basis des Kapitalismus. Da im Kapitalismus die Ren-

dite (der Kapitalertrag) das Maß aller Dinge darstellt und spätestens

seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Krankenbehandlungs-

wesen kommerzialisiert wurde, musste die Medizinausrichtung diesen

bedenklichen Weg einschlagen. Das rückt immer mehr ins Bewusst-

sein von Behandlern und Patienten.

Indem der Mensch im kapitalgetriebenen Wirtschaftssystem nur als

„Verbraucher“ oder „Arbeitnehmer“ zählt, wird sein Wert nicht mehr

an menschlichen, sondern an kommerziellen Maßstäben gemessen.

In den mehr als 300.000 Jahren der Menschwerdung spielten diese

Qualitäten keine Rolle, sodass zwischen unserer mehr als tausend

Generationen gewachsenen seelischen Struktur und den heutigen

Anforderungen, die an unsere seelische Anpassungs­ fähigkeit gestellt

werden, eine immer weniger überbrückbare Lücke klafft. Diese Lücke

ist durch die Entfremdung der Menschen von ihrer Arbeit und zwi-

schen den Menschen untereinander entstanden ist und wird immer

größer- so groß, dass sie zu einem Abgrund geworden ist, in den immer

mehr unserer Mitmenschen stürzen.

21Hormonelle Einflüsse

Cortisol und Catecholamine (die Stresshormone) haben tiefgreifende

Auswirkungen auf die angeborene und adaptive

Immunabwehr.

Wenn es demzufolge unter Stress zu einer exzessiven Immun-

stimulation kommt, können diese Stresshormone die Immun-

antwort dämpfen (Hervorhebung im Original) und eine

Veränderung des Th1/Th2-Gleichgewichts (biologisch feststehendes,

physiologisches Zahlenverhältnis zwischen den T1-

und T2-Helferzellen, Anm. des Verf.) bewirken.

Der stressbedingte Th2-Anstieg des humoralen Immunsystems

würde wiederum das Risiko für Allergien oder Asthma erhöhen.

Umgekehrt kann eine zu schwach ausfallende Cortisolreaktion

auf Stress zu einem Anstieg des Th1/Th2-Quotienten führen,

was wiederum das Risiko erhöht, an rheumatoider Arthri-

tis, Multipler Sklerose, Diabetes mellitus Typ I, autoimmunen

Schilddrüsen­ erkrankungen und Morbus Crohn zu erkranken.

(7)

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Davison und Neale definierten 2002 die Posttraumatische Belastungs-

störung (PTBS, engl. post traumatic stress disorder – PTSD) als eine

extreme Reaktion auf eine sehr starke Belastung, zu der auch starke

Angst, Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma im Zusammen-

hang stehen, und eine Einschränkung emotionaler Reaktionen gehören.

Es wird davon ausgegangen, dass sich bei etwa der Hälfte der

Personen, die einem sehr schweren Trauma ausgesetzt waren,

eine länger andauernde PTSD zeigt. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit

doppelt so hoch wie bei Männern, nach einem

Trauma eine PTSD zu entwickeln. (8)

Folgende Risikofaktoren wurden für eine PTSD identifiziert:

• Wahrnehmung einer Bedrohung des eigenen Lebens

• weibliches Geschlecht

• frühe Trennung von den Eltern

• familiäre Belastung durch eine psychische Erkrankung

• frühere traumatische Erlebnisse

22• vorbestehende Angststörung oder Depression

• besonders schweres Trauma

• lange Einwirkung

• Trauma wurde durch Menschen zugefügt (8, 9)

Impfungen, Immunität und seelische Erkrankungen

Der Arzt und Psychologe Prof. Dr. Dr. Christian Schubert erklärt die-

sen Zusammenhang wie folgt:

Für die Frage, wie zelluläre Immunaktivierung (das ist der

Vor­ gang, der nach Impfungen geplant und gewünscht ist,

Anm. des Verf.) pathophysiologisch mit Depressivität assozi-

iert sein kann, gibt es ebenfalls eine Reihe von biochemischen

Erklärungs­ ansätzen. Zwei wesentliche in diesem Zusammen-

hang diskutierte Mechanismen betreffen den Stoffwechsel der

Monoamine Sero­ tonin, Dopamin und Noradrenalin … (10)

(…) deutet heute einiges darauf hin, dass psychische und physi-

sche (infektiöse, nichtinfektiöse) Stressoren möglicherweise syn-

ergistisch (11) über Anstiege von Entzündungsprozessen diverse

zentralnervöse Manifestationen, wie Sickness Behavior [dt.

wörtlich: Krankheitsverhalten: durch entzündungsfördernde

Immunmodulatoren hervorgerufenes neuropsychiatrisches,

neuro­ vegetatives Beschwerdebild, das unter anderem mit

Stimmungs­ veränderungen, Konzentrationsstörungen, sozia-

lem Rückzug und Erschöpfung einhergeht, Anm. des Verf., 12],

und bestimmte Formen psychischer Störungen, darunter auch

Depressionen triggern können. (13)

Psychische Erkrankungen als Impffolgen

Leslie und Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen

neu aufgetretenen neuropsychiatrischen Störungen bei Kindern und

Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren mit vorausgegangenen Imp-

fungen während 3 Monaten vor dem Eintritt der Störung.

• Die untersuchten Personen entwickelten binnen 3 Monaten nach

Influenza-Impfung 80 % häufiger eine Anorexia nervosa (Ess-

störung, Anm. des Verf.), die Varianz betrug 21–168 %.

• In den Zeiträumen 3, 6 bzw. 12 Monate nach Influenza-Impfun-

gen traten Anorexia nervosa, Obsessive Compulsive Disorder23(Zwangsstörungen, Anm. des Verf.) und Angststörungen signi-

fikant häufiger auf.

• Um mehr als 40 % stieg die Wahrscheinlichkeit, nach Hepati-

tis-A-Impfung an Zwangsstörungen und Anorexia nervosa zu

er­ kranken.

• Die Hepatitis-B-Impfung war mit einem entsprechenden

Anstieg an Anorexia nervosa verknüpft und Meningokokken-

Impfungen führten zu häufiger auftretender Anorexia nervosa

und Tics. (14)

Nach COVID-19-Impfungen wurden an die WHO-Melde­ datenbank

VigiAccess gemeldet (per 16.09.2023): insgesamt 241.170 Fälle psych-

iatrischer Störungen, davon:

• 49.817 Fälle von Furcht- und Angststörungen incl. Panik­ attacken,

Paranioa (Verfolgungswahn) und Pavor nocturnus (Nacht-

schreck)

• 24.113 Fälle geistiger Verwirrung, Dissoziation bis hin zu

bipolaren Störungen und Psychosen

• 6.527 Fälle von Depression und depressiver Verstimmung

• 2.054 Fälle von suizidalen Neigungen oder Suizidversuchen

(davon 111 vollendete Suizide) (15)

Bei der Bewertung dieser Zahlen ist zu berücksichtigen, dass weniger

als 3 % aller Fälle von Impfkomplikationen zur Meldung gelangen (16,

17, 18, 19, 20), d. h., dass es aller Wahrscheinlichkeit nach weltweit

mehr als zehn Millionen Fälle allein psychischer Erkrankungen als

COVID-Impffolge gibt.

Sekundärtrauma bei Kindern

Wächst ein Kind mit einer traumatisierten Mutter auf, erleidet es

(ohne dass Mutter und Kind es wollen oder wissen) ein seelisches

Sekundärtrauma – durch die zwar unausgesprochenen, jedoch prä-

senten Traumatisierungen der Mutter, die sich in eigenen depressiven

oder anderen seelischen Erkrankungen des Kindes zeigen können.

Sie müssen – nach heutigem Wissensstand – schon vor seiner Geburt

ihren Anfang genommen haben.

Der führende zeitgenössische Psychotraumatologe im deutschsprachigen

Raum, Prof. Dr. Franz Ruppert/München, formulierte es so:24Die Psychotraumatologie muss deshalb mehrgenerational

an­ gelegt sein. Sonst versteht sie möglicherweise zwar die

Trauma­ folgesymptome beim einzelnen Menschen, der ein

identifizierbares Trauma erlitten hat, sie steht aber vor einem

großen Rätsel, wenn sie Menschen mit massiven psychischen

Störungen sieht, bei denen schwere Traumatisierungen nicht

offensichtlich sind. (21, 22)

Wegen des unbewussten Kontakts mit den abgespaltenen

Traumainhalten und übermächtigen Traumaenergien seiner

Eltern kann ein Kind gar nicht unterscheiden, was die eige-

nen Gefühle sind und welche Gefühle nicht zu ihm, sondern zu

seinen Eltern gehören. Das Symbiosetrauma ist daher immer

mit einem inneren Gefühlschaos verbunden. Da Gefühle ent-

scheidend für die Entwicklung der Identität eines Menschen

sind, gerät ein solches Kind in Verwirrung darüber, wer es

selbst ist. Mit den Trauma­ gefühlen der Mutter übernimmt es

im Kern deren Identität, welche die eigene Identität des Kindes

überlagert und deren Entwicklung blockiert … (21)

Individuation versus Abhängigkeit

Bei Kindern finden wir bisweilen seelische Überforderungen seit frü-

hester Kindheit, wenn die Mutter traumatisiert war. Dieses Phänomen

wird in der Fachsprache auch als Sekundärtrauma bezeichnet.

Ein analoges Phänomen erleben Therapeuten, die mit traumatisierten

Klienten arbeiten:

In den letzten Jahren lässt sich ein wachsendes Interesse an

den negativen Auswirkungen der therapeutischen Arbeit auf

den Therapeuten beobachten. Besondere Beachtung fand dabei

die sekundäre Traumatisierung, die im Rahmen der Arbeit

mit traumatisierten Klientinnen auftreten kann. Bisher wurde

jedoch nie geprüft, ob sich die sekundäre Traumatisierung tat-

sächlich in Form von posttraumatischen Symptomen nieder-

schlägt und eine klinisch relevante Belastung verursacht.

Im Rahmen einer explorativen Studie wurden 21 Therapeutin-

nen interviewt, die angaben, eine solche Phase berufsbedingter

Belastung erlebt zu haben. Die vorliegende Studie zeigt, dass

sich tatsächlich ohne direkten Kontakt zum Ausgangstrauma

eine solche “übertragene” Traumatisierung herausbilden kann.25Diese äußert sich in Form von Symptomen, die ähnlich zu denen

bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind,

kann aber in schweren Fällen auch über diese hinausgehen.

Voraussetzung für die Entwicklung einer sekundären Trauma-

tisierung sind vermutlich ausgeprägte Empathiefähigkeit und

dissoziative Verarbeitung des Traumamaterials seitens der

Therapeutin. (23)

Wenn die sekundäre Traumatisierung regelmäßig gestandene Thera-

peuten ereilt, kann leicht geschlussfolgert werden, dass ein Kind, das

weder die persönliche Reife noch die fachliche Kompetenz eines The-

rapeuten besitzt und keinerlei emotionalen Abstand zwischen sich und

die primär traumatisierte Person (in diesem Fall die eigene Mutter)

bringen konnte, von den Aus­ wirkungen des Sekundärtraumas erheb-

lich schwerer betroffen werden muss.

Im aktuellen Standardwerk der Psychoneuroimmunologie (24) stellen

die Autoren fest, dass die Untersuchungen von emotionalem Stress und

depressiver Stimmung relativ konsistent auf eine Beeinträchtigung

der Immunfunktion, insbesondere der zellulären Immunität hin(wei-

sen).

Dies bedeutet, dass Impfungen aufgrund der geschwächten Immun-

funktion im Fall mancher Kinder nicht zu einer erwünschten Immuni-

tät führen und infolgedessen das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Imp-

fung in den negativen Bereich verschoben sein kann.

Dr. Peter Patzak

Quellen

(1) Klein, E., Zohar, J. (2007): Traumatic Stress and Posttraumatic Stress

Disorder, the Israeli Experience. In: Fink, G. (ed.): Encyclopedia of Stress,

2nd ed., Academic Press

(2) Linn, B. S., Linn, M. W., Jensen, J. (1981): Anxiety and immune respon-

siveness, Psychol Rep 1981; 49:969–70.

26(3) Koh, K. B., Lee, B. K. (1996): Reduced lymphocyte proliferation and

interleukin-2 production in anxiety disorders (abstract), Psychosom Med

1996, 3:3–10.

(4) Atanackovic, D., et al. (2004): Immune parameters in patients with anx-

iety or depression during psychotherapy, J Affect Disord 2004, 81:201–9.

(5) Ironson, G., et al. (1997): Posttraumatic stress symptoms, intrusive

thoughts, loss and immune function after Hurricane Andrew. Psychosom

Med 1997; 59:128–41.

(6) Picardi, A., Tarsitani, L., Tarolla, E., Biondi, M. (2021): Negativfaktoren,

Immunaktivität und Psychotherapie, In: Schubert, C. (2021): Psychoneuro-

immunologie und Psychotherapie, 2. Aufl., (Hrsg.) Schattauer

(7) Malarkey, W. B., Tafur, J. R., Rutledge, T., Mills, P. J. (2021): Neuro-

endokrinologie und Psychoneuroimmunologie. In: Schubert, C. (2021):

Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, 2. Aufl., Schattauer

(8) Davison, G. C., Neale, J. M. (2002): Klinische Psychologie, Beltz, Psycho-

logie Verlags Union

(9) Schöpf, J. (2003): Psychiatrie für die Praxis, Springer

(10) Schubert, C. (2021): Sickness behavior und immunologisch vermittelte

Depression, In: Schubert, C. (2021): Psychoneuroimmunologie und Psycho-

therapie. 2. Nachdr., Schattauer

(11) Brydon, L., et al. (2009): Synergistic effects of psychological and

immune stressors on inflammatory cytokine and sickness response in

humans, Brain Behav Immun 2009;23: 217–24.

(12) Dantzer, R., Kelley, K. W. (2007): Twenty years of research on cyto-

kine-induced sickness behaviour, Brain Behav Immun 2007, 55: 153–60.

(13) Schubert, C. (2021): Sickness behavior und immunologisch vermittelte

Depression. In: Schubert, C. (2021): Psychoneuroimmunologie und Psycho-

therapie, 2. Nachdr., Schattauer

27(14) Leslie, D. L., Kobre, R. A., Richmand, B. J., Aktan Guloksuz, S., Leck-

man, J. F. (2017): Temporal Association of Certain Neuropsychiatric Disor-

ders Following Vaccination of Children and Adolescents: A Pilot Case-Con-

trol Study, Front Psychiatry 2017 Jan 19; 8: 3. doi: 10.3389

(15) WHO (2023): Quelle: www.vigiaccess.org/Covid-19 vaccines. (letzte

Einsicht: 16.09.2023).

(16) The Vaccine Reaction Staff (2020): Only One Percent of Vaccine Reactions

Reported to VAERS, 2020, January 9, The Vaccine Reaction, Vaccination,

Risk & Failure Reports, Quelle: National Vaccine Information Center – Your

Health. Your Family. Your Choice. (nvic.org), letzte Einsicht: 05.04.2021

(17) Lazarus, R., Klompas, M., Campion, F. X., et al. (2009): Electronic Sup-

port for Public Health: validated case finding and reporting for notifiable

diseases using electronic medical data, J Am Med Inform Assoc 2009 Jan–

Feb; 16(1):18–24.

(18) Rosenthal, S., Chen, R. (1995): The reporting sensitivities of two passive surveil-

lance systems for vaccine adverse events, Am J Publ Health, 85 (12):1706–09.

(19) Osservatorio Epidemiologico Regionale della Regione Puglia (2020):

Sorveglianza degli Eventi Avversi a Vaccino in Puglia Report 2013/2017.

Trimestrale dell’Osservatorio Epidemiologico Regionale – Anno XX, Numero

3 Ottobre – Dicembre.

(20) Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) (2011). Grant

Final Report U.S. Department of Health and Human Services, Grant ID R18

HS 017045, p 6.

(21) Ruppert, F. (2012): Trauma, Angst und Liebe, 6. Aufl. 2020, S. 173 f.

(22) Baer, U., Frick-Baer, G. (2010): Wie Traumata in die nächste Genera-

tion wirken, Affenkönig Verlag

(23) Daniels, J. (2008): Sekundäre Traumatisierung. Interviewstudie zu

berufsbedingten Belastungen von Therapeuten. Psychotherap 2008, 53:100–7.

(24) Picardi, A., Tarsitani, L., Tarolla, E., Biondi, M. (2021): Negativ-

faktoren, Immunaktivität und Psychotherapie. In: Schubert, C. (2021):

Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, 2. Nachdr. 2021, Schattauer28Psychohygiene

Das Thema Psyche und Gesundheit ist umfassend und komplex,

sodass wesentliche Eckpunkte extrahiert wurden, gefolgt von einigen

Literaturhinweisen zur eigenen Vertiefung.

Vielen Menschen, die sich mit gesundheitlichen Anliegen an uns wen-

den, ist klar, dass Gesundheit mit Selbst­ verantwortung verbunden

ist (siehe ausführlicher in der Einleitung). Daran schließt folgendes

Thema an:

Gesund sein oder gesünder werden ist mit einem vermehrten Wohl-

gefühl verbunden. Weitergehende Fragen in Bezug auf Prophylaxe und

Therapie sind folgende:

• Was will ich mit meiner Gesundheit anfangen?

• Wofür möchte ich gesund sein? – und daran anschließend

• Was will ich in diesem Leben noch erreichen?

• Was ist mir wirklich wichtig?

• Was sind meine Aufgaben? (= Worin sehe ich meine Aufgaben?)

• Welchen Sinn sehe ich in meinem Leben?

• Freue ich mich, am Leben zu sein?

• Kann ich dankbar für mein Leben sein?

Es könnte sein, dass dies einen Griff in ein „Wespennest“ bedeutet und

sich Unangenehmes, Verdrängtes bzw. Schwieriges zeigt. Die schnell-

lebige Zeit bringt es mit sich, dass derartige Dinge oftmals lange weg-

geschoben werden. Auch wir Therapeuten kennen dieses Phänomen

bei uns selbst.

Unserer Meinung nach gibt es nicht den einen therapeutischen Weg.

Eine empfehlenswerte Möglichkeit ist, diesen Fragen einen festen und

willkommenen Platz im Alltag zu geben.

Als gangbare Hilfe für Antworten bieten wir folgendes Bild an:

Stellen Sie sich vor, die Erde ist ein großes, liebevolles Lebewesen. Wir

Menschen sind viele kleine Zellen in diesem Weltorganismus. Wir sind

ein Teil eines lebendigen, größeren Ganzen, vielleicht sogar eines sinn-

vollen, unendlich großen Ganzen.

29Wir können es Schöpfung nennen, höchstes Bewusstsein oder Einheit

allen Lebens. Für manche von uns ist es Gott. Dieses Bild passt nicht

für jeden, und das muss es auch nicht, aber es könnte so sein.

Wenn dem so ist, dann sind wir nicht abgetrennt, sondern ein Teil die-

ses Ganzen, und wir können uns darin üben, unseren Platz „im Gan-

zen“ immer besser wahrzunehmen und auszufüllen.

Wenn dem nicht so sein sollte, haben wir trotzdem die Möglichkeit,

aus der Opferrolle auszusteigen und in dem größeren Sozialsystem wie

Familie, Wohnort, Arbeitsplatz, Freundeskreis, Gesellschaft etc. unse-

ren sinnvollen Platz zu finden und auszufüllen.

Es folgt das Angebot einer praktischen Übung bezüglich der Kraft der

Wünsche: Diese Kraft kann umso tiefer sein, je mehr diese Wünsche

unsere ureigenen Wünsche, also Herzenswünsche, sind.

Fühlen Sie sich eingeladen, eine bequeme Sitzposition mit aufrechtem

Rücken einzunehmen (möglichst ohne sich anzulehnen) und die Augen

zu schließen.

Stellen Sie die Füße in etwa hüftbreitem Abstand flach auf den Boden.

Nehmen Sie die Erdverbundenheit wahr, spüren Sie in die Auflage-

flächen von Gesäß, Oberschenkeln und Füßen auf Stuhl und Boden.

Wenn Sie möchten, stellen Sie sich dort Wurzeln vor, wie bei einer

Pflanze. Richten Sie sich im Brustkorb auf, als ob Sie ein Faden von der

Brustbeinmitte 45 Grad nach vorne oben zieht (= Brust raus).

Halten Sie den Kopf aufrecht. Stellen Sie sich vor, dass an der höchsten

Stelle des Kopfes ein Haken ist, an dem ein Faden den Kopf senkrecht

nach oben zieht, wie bei einer Marionette, uns als Ganzes so hochhebt

und kurz sanft rüttelt. Das trägt dann dazu bei, dass Beine, Becken,

Bauch, Brustkorb, Hals und Kopf harmonisch übereinander in ihre

regelrechte Position kommen. Fühlen Sie die Verbindung nach oben,

Richtung Himmel. Nun legen Sie eine Hand auf den Unterbauch, die

andere gegenüber auf den Rücken und fühlen die Atmung. Atmen Sie

bewusst mit jedem Atemzug Sauerstoff und Lebensenergie in Ihren

Organismus ein. Dann legen Sie Ihre Hände aufs Herz, auf die Brust-

mitte. Fühlen Sie in die eigene Mitte hinein. Wenn Sie möchten, dann

können Sie sich nun die Fragen stellen:

30• Was wünsche ich mir von Herzen?

• Was ist mir wirklich wichtig?

• Was möchte ich erleben, erreichen, bewirken?

Atmen Sie mit jedem Einatmen den momentan wichtigsten Wunsch

tief in Ihre Zellen ein und lassen ihn dort wirken. Mit jedem Ausatmen

senden Sie die Bitte um Erfüllung in die Welt hinaus, ins Leben, ins

Universum oder an Gott und die Engelwesen. Wiederholen Sie dies

10-mal (oder so lange, wie Sie den Eindruck haben, dass es angebracht

ist). Schließen Sie dann die Übung mit einem Danke ab: an das Leben,

ans Universum, an das höchste Bewusstsein, an Mutter Erde, an Gott,

an sich selbst für das Streben, sich treu zu sein, für sich da zu sein.

Beginnen Sie mit einfachen, gut fassbaren und beschreibbaren, realis-

tisch umsetzbaren Wünschen! Es wäre hilfreich, wenn Sie zu diesem

Wunsch ein Bild oder eine innere Filmszene parat haben und diese

möglichst plastisch, mitsamt Sinneswahrnehmungen, in sich wach-

rufen. Konzentrieren Sie sich darauf, dabei auch zu fühlen, wie es

Ihnen bei der vorgestellten Erfüllung dieses Wunsches emotional geht.

Achten Sie darauf, Freude, Dankbarkeit, Erfüllung und Empfindsam-

keit so zu fühlen, als ob das Ereignis gerade wirklich geschehen würde.

Stellen wir uns die Erde wieder als großes Ganzes vor. Wenn diese Idee

wahr ist, dann sind unsere Wünsche so zu formulieren, dass mit ihnen

niemals jemand anderer geschädigt wird. Wir würden damit gleich-

zeitig uns selbst schaden.

Formulieren Sie eine realistische Zielsetzung. Der Gewinn eines Olym-

pia-Marathons oder der Box-Weltmeisterschaft im Schwer­ gewicht

wäre für die meisten unrealistisch. Dies ist eine wunderbare Medizin,

die Sie sich selbst verordnen können. Und sie ist kostenfrei und heil-

sam. Günstige Zeitpunkte sind der Tagesbeginn oder -abschluss. Doch

finden Sie für sich selbst einen passenden Termin und einen geeigneten

Ort.

Es sei angefügt, dass die Arbeit mit positiven Wünschen und Vor­ sätzen

nicht zur Vermeidung der notwendigen Bearbeitung psy­ chischer Trau-

mata führen soll. Es ist damit auch nicht beabsichtigt, unangenehme,

aber wichtige Entwicklungsschritte zu vermeiden.

Uwe Wilhelm Haspel

31Quellen

Literaturempfehlungen

Eybl, Björn (2018): Die seelischen Ursachen der Krankheiten, 7. Aufl., Ibera

Maté, Gabor (2021): Wenn der Körper Nein sagt, 9. Aufl., Unimedica

Dahlke, Rüdiger (2024): Krankheit als Sprache der Seele, 14. Aufl.,

Bertelsmann

Hay, Luise (2013): Gesundheit für Körper und Seele, 5. Aufl., Ullstein TB

Dethlefsen, Thorwald & Dahlke, Rüdiger (2015): Krankheit als Weg,

23. Aufl., Goldmann TB

Dethlefsen, Thorwald (1998): Schicksal als Chance, 15. Aufl., Goldmann TB

Meditationen nach Dr. med. Joe Dispenza

https://www.youtube.com/watch?v=cWcpBXA0VXw

Morgenmeditation nach Dr. Joe Dispenza

https://www.youtube.com/watch?v=L3TpGfJYCf0

7-Minuten Herz-Gehirn-Kohärenz empfohlen von Dr. Joe Dispenza, Heart-

Math- Institute und Gregg Braden

https://www.youtube.com/watch?v=UORC7nrnpBs

Abendmeditation nach Dr. Joe Dispenza

https://www.youtube.com/watch?v=1TdvyP53aZo

Mit Herzkohärenz auf deinen Wunsch einstimmen

Meditation inspiriert von Joe Dispenza – deutsch,

https://www.youtube.com/watch?v=jw4M-7u9dj0

Sonia Archangels Meditation by Sonia Choquette

https://soundcloud.com/user-271383394/sonia-archangels-meditation

32Vorgeburtliches Erleben

Aus Sicht einer Trauma- & Rebirthing-Therapeutin

Denken wir an körperliche und psychische Gesundheit, ist es rat-

sam das vorgeburtliche Leben einzubeziehen. Wie erlebt ein kleiner

Mensch seine ersten rund 280 Lebenstage (neun Monate) im Bauch

seiner Mutter?

Mutter und Kind sind über die Plazenta und die Nabelschnur direkt

miteinander verbunden. All das, was die Mutter auf- und wahrnimmt,

ihre Gefühle, Emotionen, Toxine aus Nahrungs­ mitteln, Inhaltsstoffe

aus Medikamenten und Drogen (wie z. B. Alkohol, Nikotin, Cannabis,

Psychopharmaka, Narkotika) werden durch die Nabelschnur auf ihr

Baby übertragen.

Wenn es im Leben der Mutter z. B. Ängste, Sorgen oder Gewalt gibt,

kommen diese Gefühle bei ihrem Baby an. Es werden bei Mutter und

Baby vermehrt Stresshormone (Cortisol/ Adrenalin) ausge­ schüttet.

Diese können bei dem Baby genau wie bei der Mutter zu unter-

schiedlichsten Symptomen führen, wie z. B. schnellerem Herzschlag,

Unruhe, Bauch- oder Kopfschmerzen. Das kann dem Baby im Bauch

Angst machen und zu Unsicherheit führen. Es weiß nicht was los ist,

es spürt sein schnell pochendes Herz, fühlt sich evtl. benebelt oder

orientierungslos (nach Alkohol, Nikotin, Narkosen). In der folgenden

Entwicklung können sich solche Symptome wiederholt zeigen und aus-

prägen.

Des Weiteren kann das Baby während seines Wachsens in der Gebär-

mutter den Verlust eines Zwillings erleben. Das Vanishing-Twin-Syn-

drom (VTS) bekommt in der heutigen Zeit immer noch wenig Auf-

merksamkeit. Aus embryo­ logischen Erkenntnissen ist bekannt, dass

ein Großteil aller Schwangerschaften als Mehrlingsschwangerschaft

(20–80 %) beginnt.

Nur ein Viertel aller Mehrlingsschwangerschaften endet auch tatsäch-

lich mit Zwillingen oder Mehrlingen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass

eines nicht überlebt. Dieser frühe Verlust bleibt bei den erwachsenen

Betroffenen oft unbemerkt.

33Der überlebende Zwilling kann diesen Verlust sehr deutlich und

schmerzhaft spüren. Diesen kann es später durch seine Körpersprache

und Verhaltensweisen deutlich zeigen, indem es sich z. B. schwer

von seinem lieb gewonnenen Kuscheltier oder von seinen Eltern

lösen kann. Eventuell machen es auch neue, ungewohnte Situationen

unsicher oder ängstlich.

Im Zusammenhang mit der Geburt können sich weiterhin schwierige

Phasen für das Baby ergeben, auf die hier nicht näher eingegangen

wird, die jedoch in Therapie und Behandlung hilfreich einbezogen wer-

den können.

Erkenntnisse der Neurobiologie und Hirnforschung zeigen, dass

ungelöste, überwältigende Erfahrungen traumatisieren können. Sie

beeinflussen das kindliche Gehirn, können Wunden und unsicht-

bare Narben hinterlassen, die im menschlichen zellulären Gedächtnis

gespeichert sind, ohne dass eine bewusste Erinnerung daran besteht.

Traumata sind Verletzungen, die durch lähmende Furcht, dem Gefühl

von Hilflosigkeit und Verlust entstehen. Im Hinblick auf körper-

liche und psychische Gesundheit kann dieses Wissen eine harmoni-

sche Schwangerschaft durch bindungsstützenden Beziehungssaufbau

begünstigen. Bei der Behandlung und Therapie unterschiedlicher

Erkrankungen, wie z. B. ADHS, Autismus-Spektrum-Störung, Ängs-

ten, Zwängen, Essstörungen und Bluthochdruck – um nur einige zu

nennen – kann es heilsam sein, unser frühestes Erleben zu berück-

sichtigen.

Andrea Linneck

Quellen

Literaturempfehlungen

Bourquin, Peter, Cortés, Carmen (2016): Der allein gebliebene Zwilling,

Edition Innenwelt, ISBN 978-3942502405

Emerson, William R. (2020): Geburtstrauma – Die Auswirkungen der

modernen Geburtshilfe auf die Psyche des Menschen, Mattes-Verlag,

ISBN 978-3868091557 --- www.emersonbirthrx.com

34Harms, Thomas (2017): Körperpsychotherapie mit Säuglingen und Eltern.

Grundlagen und Praxis, Psychosozial-Verlag, ISBN 978-3837927535

Harms, Thomas (2017): Auf die Welt gekommen – Die neuen

Babytherapien, Psychosozial-Verlag, ISBN 978-3837926477

www.thomasharms.org

Hüther, Gerald (2015): Biologie der Angst. Wie aus Stress Gefühle werden.

12. Aufl., Vandenhoeck & Ruprecht

Janus, Ludwig (2004): Pränatale Psychologie und Psychotherapie,

Mattes-Verlag, ISBN 978-3930978709

Janus, Ludwig (2015): Geburt, Psychosozial-Verlag ISBN 978-3837922417

Renggli, Franz (2001): Der Ursprung der Angst. Antike Mythen und das

Trauma der Geburt, Walter-Verlag, ISBN 978-3530421613

Renggli, Franz (2018): Früheste Erfahrungen - ein Schlüssel zum Leben Wie

unsere Traumata aus Schwangerschaft und Geburt ausheilen können (2018)

Psychosozial-Verlag ISBN 978-3837928013

Internetseiten

https://www.bfs.de › Anwendung-medizin › Diagnostik

https://www.greenbirth.de › Ultraschall in der Schwangerschaft

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/partnerschaft-familie/

schwangerschaft-uebersicht/ultraschall-schaedlich

35KÖRPER

Wichtiges zur Basis von Gesundheit: Bewegung | Wärme | Kälte | Entspannung | Schlaf

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie unterstützend die einzelnen

Faktoren für die Gesundheit sind. Scheinbar selbstverständlich klin-

gend werden diese natürlichen Bedürfnisse im Alltag oft übergangen.

Kostenfrei und ohne Zeitaufwand lassen sie sich in unser tägliches

Leben integrieren und fördern ganz natürlich unsere Gesundheit.

Tägliche Bewegung soll idealerweise Freude machen und sich gut

in das Tagesprogramm integrieren lassen. Generell sei eine Stunde

täglich, möglichst an frischer Luft empfohlen. Passen Sie die Idee

an Ihre Situation an, weniger Bewegung ist besser als gar keine. Sie

kann in mehreren „Portionen“ erfolgen. Werden Sie kreativ bei der

Umsetzung von Bewegung.

Beispielsweise könnte man das Auto eine Straßenbahnhaltestelle vor

dem Ziel parken und dann laufen oder eine Bushaltestelle früher aus-

steigen, um den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Anzustreben ist,

dass der Atem etwas schneller geht, das Herz etwas schneller schlägt

und ein angenehmes inneres Wärmegefühl auftritt, ohne dass eine

massive Steigerung der Atmung, Herzklopfen und massives Schwitzen

auftreten.

Was Sie bezüglich Bewegung tun ist sekundär. Wenn Sie es gerne

machen, dann ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass Sie

langfristig dabeibleiben. Umfassend aktivieren Sie den Bewegungsapparat

z. B. beim Gehen mit Stöcken – „Walking“. Aufrechte Körper-

haltung sowie auch Schulter-, Hüft- und Rückenbewegungen werden

gleichermaßen gefördert.

Ein weiterer Tipp: Lassen Sie genug Wärme und Kälte in Ihr Leben!

Kneipp-Anwendungen fördern die Gesundheit – das ist bekannt.

Bei der Anwendung muss es kein kalter Guss sein, es tut auch eine

kühlende Waschung.

36Sie benötigen dazu eine Schüssel mit möglichst kaltem Wasser (unter

18 Grad) und einen Waschlappen. Gießen oder waschen Sie sich jeden

Morgen von den Beinen bis zum Kopf kalt ab, also von herzfern bis

herznah. Für Untrainierte sei empfohlen, dies blitzartig innerhalb

einer Minute zu tun.

Voraussetzungen für eine Kaltanwendung sind: Ihnen muss angenehm

warm sein, keinesfalls dürfen Sie bereits durchgefroren sein. Die

Umgebung sollte ebenfalls wohl temperiert sein. Die Reizstärke muss

passen. Innerhalb von Minuten nach der Anwendung muss Ihnen

wieder warm geworden sein, wärmer als zuvor. Ansonsten unter-

stützen Sie den Wärmehaushalt mit flotter Bewegung, einem warmen

Tee oder, wenn nichts anderes hilft, mit einer Wärmflasche. Falls

Sie Stunden nach der Kaltanwendung wiederholt oder dauernd frie-

ren, war der Reiz zu stark. Dann empfiehlt es sich bei Wiederholung,

die Maßnahme kürzer und eventuell nur am Ober- oder Unterkörper

durchzuführen (Teilguss, Teilwaschung).

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es anfangs nicht optimal läuft.

Sie werden immer besser und die für Sie wichtigen Beding­ ungen zur

optimalen Verträglichkeit der Anwendung herausfinden.

Die regelmäßige, möglichst tägliche Durchführung kalter

Anwendungen in der passenden Dosis ist eine hervor­ ragende

Möglichkeit zur Stärkung des Immunsystems.

Eine Übung, die dynamisiert und bei sitzender Tätigkeit oder zur Kraft-

schöpfung in Pausen von langen Auto- oder Bahnfahrten hervorragend

wirken kann, wird auch als „Übung des Meisters“ vermittelt.

Stellen Sie sich aufrecht hin, bleiben Sie in den Knien locker und stel-

len Sie die Füße parallel auf, etwa hüftbreit auseinander. Beide Arme

hängen locker seitwärts herunter. Nehmen Sie die Schultern bewusst

etwas nach hinten. Pendeln Sie nun mit beiden Armen gemeinsam

nach vorn und nach hinten. Lassen Sie den Ausschlag der Arme immer

größer werden. Wenn der Schwung so stark ist, dass Sie mit den Hän-

den vorne auf Schulterniveau landen, dann schleudern Sie die Arme

mit einem kontrollierten Impuls nach hinten, wie Sie dies beim Ski-

fahren mit den Skistöcken machen würden. Atmen Sie synchron dazu

kräftig aus. Bei jedem erneuten Pendeln der Arme nach vorne atmen

Sie wieder normal ein, beim Impuls der Arme nach hinten atmen Sie37gleichzeitig aus usw. Sie können diese Bewegung und den Impuls

dabei weiter unterstützen, indem Sie bei jeder Vorwärts- und Rück-

wärtsbewegung der Arme etwas mehr in die Knie gehen, nach unten

mit dem Körper wippen, wie auch beim Ski-, Schlittschuh- oder Roll-

schuhlaufen.

Wenn Sie diese Übung 10 Minuten durchführen, sind die Lebensgeister

wieder munter.

Entspannung ist ein weiteres Thema zur Unterstützung der eige-

nen Gesundheit. Erholsame Pausen sind in der Zeit des Prinzips von

„höher – weiter – schneller“ für manche schwierig umsetzbar. Eine

bewusste Entspannung in definierten Abständen lässt uns den Alltag

auf Dauer besser bewältigen.

Die folgende Übung ist deshalb wertvoll, weil sie in fast jeder Lebens-

situation und von jedem ausgeführt werden kann, ohne dass es auf-

fällt. Sie wirkt gleichzeitig tief entspannend. Sie kann als „EIN-AUS-

PAUSE-ÜBUNG“ bezeichnet werden.

Ausgangsposition ist ein möglichst aufrechter Sitz oder Stand. Nun

atmen Sie tief in den Bauch (der Bauch wölbt sich vor), atmen Sie nor-

mal wieder aus und machen dann eine bewusste Atempause! Bleiben

Sie in dieser Ausatemstellung so lange, wie Sie gefühlter­ maßen gut mit

Sauerstoff versorgt sind. Wenn Sie es bis zur Atemnot machen würden,

wäre das Ergebnis gesundheitlich kontraproduktiv. Achten Sie darauf,

dass Sie den Punkt immer besser erreichen, an dem der Sauerstoff

zu Ende geht und trotzdem noch Wohlgefühl da ist. Dann atmen Sie

sachte wieder in den Bauch und beginnen den nächsten Atemzyklus.

So lassen sich z. B. das Warten an der Discounterkasse, das Stehen

im Stau oder das Warten an der Haltestelle wunderbar für Ihre Ent-

spannung und Ihre Gesundheit nutzen. Vielleicht genießen Sie solche

Zeiten zukünftig als Geschenk. Sie können zehn solcher Zyklen hinter-

einander ausführen, oder so viele, wie Sie zeitlich realisieren können

bzw. Ihnen guttun.

Der letzte Punkt dieses Kapitels betrifft unseren Tag-Nacht-Rhyth-

mus.

Es kursieren verschiedene Theorien über gesundes Verhalten dies-

bezüglich. Wir empfehlen folgende Melatonin-Pflegemethode:38„Zeitig zu Bett und zeitig auf, das macht gesunden Lebens-

lauf!“ Gerade den Städtern und „Zimmerpflanzen“ sei empfohlen,

sich ausreichend an natürlichen Rhythmen wie Sonnenaufgang und

Sonnenuntergang zu orientieren. Dies ist bei vielen von uns durch

Kunstlicht und andere Zivilisationsfaktoren verkümmert. Je besser

und erholsamer wir schlafen, und je mehr wir dies nachts tun, umso

gesundheitsfördernder ist die Wirkung.

Uwe Wilhelm Haspel

Quellen

Bachmann, Robert (2020): Natürlich gesund mit Kneipp, Trias

Dennison, Paul (2015): Brain-Gym – das Handbuch, VAK

Kneipp, Sebastian (1997): Mein Testament Kneipp, Bad Wörishofen

Kneipp, Sebastian (2002): So sollt Ihr Leben – Meine Wasserkur (in einem

Band), Ehrenwirth-Verlag

Kommentar: „BrainGym“ ist eine einfach durchzuführende Technik zur

Hirnhälftensynchronisierung. Sie kann auch für Kinder sehr hilfreich sein,

weil sie spielerisch möglich ist, und inzwischen finden Sie viele weitere Lite-

ratur zum Thema.

Zentrum der Gesundheit: Melatonin – Wirkung und Nebenwirkungen,

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/weitere-

erkrankungen/schlaflosigkeit-uebersicht/melatonin

39Grundsätze einer gesunden Ernährung & erfolgreichen Darmsanierung

Dieser Text gibt in weiten Teilen die Sichtweisen und Erfahrungen von

„Mayr-Ärzten“ wieder, die in der Praxis Diagnostik und Therapie nach

Dr. F. X. Mayr“ anbieten (ärztliche Zusatzausbildung). Zentrale Frage

dieser Behandlung ist:

Was ist für eine gesunde Ernährung aus ganzheitlicher Sicht wichtig?

Damit eng verbunden sind die Fragen:

• Wie sieht ein gesundes Verdauungssystem aus, wie sieht ein

gesunder Darm aus?

• Wie kann der Mensch selbst langfristig zur eigenen Darmgesundheit

beitragen?

• Gesunder Darm – wieso ist das so wichtig? Wieso hat die Darm-

sanierung eine so grundlegende Rolle in der Medizin?

Bei uns Menschen ist die Rolle des Darms vergleichbar mit der Funk-

tion der pflanzlichen Wurzeln. Von dort aus erfolgt ein wesentlicher

Teil der Nährstoff-, Flüssigkeits- und Energiever­ sorgung. Die Grund-

gesundheit der Flora hängt bei den meisten Arten von dem gut funk-

tionierenden Zusammenspiel von Wurzeln und Bodenleben ab.

Entsprechend finden wir beim Menschen die Rolle des Darmmikro-

bioms – der wünschenswerten Bakterienbesiedelung.

Als Mayr-Ärzte sehen wir die westliche zivilisierte Gesellschaft vor

einer großen gesundheitlichen Aufgabe. Zahlreiche Menschen zeigen

körperliche, emotionale und psychische Anzeichen dafür, dass sie die

aufgenommene Nahrung nur zu einem geringen Teil effizient verdauen,

nämlich in wertvolle Bausteine aufspalten und verwerten können.

Ein sehr großer Teil der Nahrung wird bei dieser Verdauungs-

schwäche nicht biochemisch von den Verdauungssäften wie Speichel,

Drüsensekreten mit Enzymen, Magensäure und Galle bzw. mecha-

nisch mithilfe von Darmbewe­ gungen (Peristaltik) regelrecht verdaut.

Sie wird stattdessen zu einem kleineren oder größeren Teil von ver-

schiedenen Bakterien und Pilzen, sogenannten Schmarotzern, zu Fäul-

nisstoffen zersetzt und zu giftigen Alkoholen und anderen Fuselstoffen

vergärt (siehe Kapitel „Rolle von Bakterien in unserem Körper“).

40Das wäre in etwa so, als ob Nahrungsmittel (wie z. B. Fleisch, Wurst

oder Kompott) tagelang ungekühlt in der warmen Küche stehen und

verderben. Befinden sich Menschen über Jahre und Jahrzehnte in einer

solchen Situation, nimmt ihr Organismus mit den lebenswichtigen

Nährstoffen auch mehr und mehr dieser toxischen Zersetzungsstoffe

auf, die wie „Sand im Getriebe“ wirken, und vor allem die bei dem

betreffenden Menschen am schwächsten angelegten Organe schädigen

(Beispiele siehe im folgenden Text).

Biochemisch gesehen sind solche Substanzen einerseits oft Säuren,

die Entzündungen, Allergien, Schmerzen, Knorpel- und Knochen-

zerstörung sowie Krebszellwachstum fördern können. Andererseits

besteht ein großer Teil aus Zucker-Eiweiß-Verbindungen, die das

Gewebe mehr und mehr verkleben und dazu führen, dass gesunde

physiologische Lebensvorgänge behindert werden. Insbesondere die

Zellernährung mitsamt dem Stofftransport in die Zelle hinein sowie

auch die „Müllabfuhr“ der Zelle, der Abtransport der Abfall- und Rest-

stoffe, werden mehr und mehr behindert.

Verschiedene Symptome weisen auf solche Zustände hin. Ein Teil

spielt sich im Bauchraum ab – Vergrößerung, oft Aufblähung durch

Darmgase, Verformung von Bauch und Körperhaltung, im Magen und

Darm teils verkrampfte, teils erschlaffte Abschnitte, mit Nahrungsbrei

und Kot verklebte Abschnitte.

Dies kann langstreckig sein, sodass bei Fortschreiten dieser Fehl-

verdauung stetig weniger Darmoberfläche für die normale

Resorption (Aufnahme) von Nährstoffen zur Verfügung

steht. Damit verbunden finden in den ver­ klebten Darm-

anteilen in den vielen verwinkelten Nischen der Darmzotten

massive Zersetzungsvorgänge statt.

Dies scheint ein wesentliches Korrelat der Magen-Darm-Beschwerden

zu sein, die viele Menschen heute aufweisen. Trotz dieser Fehlver-

dauung kann ein Wohlbefinden vorliegen.

Als Symptom kann die Darmausscheidung breiig, schmierig

und klebrig sein, sodass viel Toilettenpapier notwendig wird. Der

Kot kann gärig (wie vergorenes Kompott), jauchig oder faulig rie-

chen. Manche Menschen haben eher allgemeine Symptome wie

Erschöpfungsgefühl, körperliche Schwäche, Schmerzen, Unwohl­ sein41bzw. Schwindel. Manche bekommen organische Symptome wie

Blutdrucksteigerung, Durchblutungsstörungen, Gelenk- und Rücken-

beschwerden, Bandscheibenschäden, Arthrose, Allergien, Ent-

zündungen, Krebs und vieles andere. Wieder andere Erscheinungen

betreffen die Psyche, wie Vergesslichkeit und Konzentrations-

schwäche. Des Weiteren kann es häufig einerseits zu vermehrter

Aufregung, Unruhe sowie Aggressionsneigung und andererseits zu

Müdigkeit, Antriebsschwäche und Trübsinn (bis hin zur Depression)

kommen.

Mit Mitteln der herkömmlichen Medizin wird in vielen Fällen nichts

Erhebliches gefunden. Oder, was oft vorkommt, es werden Diagnosen

gestellt, die am eigentlichen Problem vorbeigehen.

Die Auswirkung der „Verschmutzung“ des Verdauungssystems kann

somit erschreckend sein. Es kann zu einer Vielzahl von Krank-

heiten kommen und als Folgeerscheinung sogar bis zum Tod

führen.

Die Möglichkeiten zur Abhilfe sind im Grunde sehr einfach – so ein-

fach, dass sie möglicherweise deswegen meist übersehen oder ver-

kannt werden.

Wie kommt es zur Fehlverdauung?

Der Grund ist immer derselbe: Die eigene Verdauungsleistung

ist schwächer, als es die Anforderungen an die Verdauung

sind. Ich betone: Fehlverdauung heißt nicht gleich Verstopfung oder

andererseits Durchfall. Mit Fehlverdauung ist hier gemeint: Fusel-

Gärung, Verjauchung, Verfaulen von Nahrung in Magen und Darm-

trakt. Das läuft oft versteckt „auf kleiner Flamme“ ab, mit allerdings

trotzdem oft schwerwiegenden Langzeitwirkungen. „Steter Tropfen

höhlt den Stein“, wäre hier die passende Metapher.

Was bremst also die Verdauungsleistung?

Es kann einfach Bewegungsmangel sein, zu spärlicher Aufenthalt

im Freien oder mangelnder Kontakt mit Kälte und damit mangelndes

Training des Wärmeorganismus bedeuten.

Ausnehmend wichtig ist die Rolle der Psyche: Wer sich sehr sorgt,

ängstigt, häufig ärgert, angespannt, auf­ geregt oder betrübt ist – und

das vor allem während langer Phasen oder während der Mahlzeit –,

wer sich selbst chronisch überfordert oder überfordert fühlt und wer

42sich sinnlos, nutzlos bzw. verlassen vorkommt, der schraubt damit

seine Verdauungskraft massiv herunter.

Die Gebiete der Ernährungsweise und der geeigneten Flüssigkeitszufuhr

sind fundamental wichtig. Häufig wirkt schwächend,

wenn Menschen zu schnell, zu viel, zu oft, zu spät und/oder zu schwer

verdaulich essen. „Gut gekaut ist halb verdaut“ heißt es so trefflich.

Wenn ich die Bissen mit Getränken hinunterspüle, wenn ich das Essen

hineinschlinge, hineinstopfe, dann fehlt Speichel und damit nötige

Verdauungsenzyme im Darm.

„Esse abends wie ein Bettler!“, damit der Heizkessel der Dampflok

nicht mit Kohlen voll befüllt wird, bevor sie im Schuppen abgestellt

wird (bedeutet: damit Magen und Darm nicht mit frischen und unver-

dauten Speisen gefüllt sind). Im Biorhythmus des Menschen ist nachts

ein ausgeprägtes Verdauungstief beschrieben.

Zivilisationsbedingt sind viele weitere Faktoren zu berücksichtigen,

die sich störend auswirken. Wir sprechen von chemischen

Faktoren (Toxine aus Umwelt, Nahrung etc.) und physikalischen Fak-

toren (elektromagnetische Strahlung und Felder, auch Schallwellen ...).

Sie wirken teilweise direkt im Darm. Zum Beispiel ist das Pestizid Gly-

phosat für unser Mikrobiom toxisch, was chronischen Eiweißmangel

mit verschieden Folgekrankheiten nach sich ziehen kann. Teilweise

beeinflussen solche Toxine auch die Steuerzentren der Verdauungs-

organe, das vegetative Nervensystem und das Hormonsystem (WLAN,

Mobilfunk …).

Ergänzend zum Blick auf Vorgänge im Großen, Makroskopischen, sei

nun noch die Welt unserer mikroskopisch kleinen Mitbewohner, des

Mikrobioms inclusive der Darmbakterien, beschrieben:

Die Rolle von Bakterien im menschlichen Körper und

deren Bedeutung für die Gesundheit

Das Mikrobiom und der gesamte menschliche Körper sind von Bil-

lionen von Bakterien besiedelt, die eine entscheidende Rolle für die

Gesundheit spielen. Diese Mikroben sind nicht nur für die Verdauung

wichtig, sondern beeinflussen auch das Immunsystem, die Stimmung

und viele andere Körperfunktionen.

43Derzeitige Faktoren wie ungesunde Ernährung und Lebensweise,

Stress und der übermäßige Einsatz von Antibiotika können das Mikro-

biom aus dem Gleichgewicht bringen. Diese Ungleichgewichte können

zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, darunter Aller-

gien, Autoimmunerkrankungen und Verdauungsstörungen. Natürliche

Heilmethoden bieten eine Vielzahl von ursprünglichen Ansätzen zur

Wiederherstellung und Unterstützung eines gesunden Mikrobioms.

Dazu gehören:

• Probiotika: Beim Verzehr von probiotischen Lebensmitteln

und Nahrungsergänzungsmitteln, die lebende Bakterienkulturen

enthalten, geht es um die Stärkung der Darmflora.

• Präbiotika: Sie fördern das Wachstum gesunder Bakterien. Dies

geschieht durch den Verzehr von Ballaststoffen und bestimmten

Lebensmitteln, die als Nahrungsquelle für die „guten“ Bakterien

dienen.

• Ernährungsumstellung: Wir empfehlen eine gesunde, aus-

gewogene Ernährung, die reich an natürlichen, unverarbeiteten

Lebensmitteln ist.

Quelle: Zschocke, Anne Katharina (2016): Natürlich heilen mit

Bakterien, Gesund mit Leib und Seele; AT-Verlag

Sinnvolle Darmsanierung

Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich

eine gesunde Ernährung. Dies ist allerdings nur ein Faktor – oft

nicht einmal der wichtigste.

Wie schon erwähnt, spielen zu großen Teilen Psyche, Bewegungsverhalten,

Toxine etc. mit hinein. Unsere Definition von gesunder

Ernährung bezieht sich nur sekundär auf die Einkaufsliste und den

Teller. Gesunde Ernährung nach dem österreichischen Arzt Dr. Franz

Xaver Mayr (1875–1965) heißt für uns, dass alle Schritte langfristig

regelrecht ablaufen (vom Lebensmittel angefangen bis zum

Ankommen der Nähr- und Vitalstoffe in der Zelle einschließ-

lich einer funktionierenden Ausscheidung der Abfallstoffe).

Oberster Rat von uns ist die passende Einstellung zum Essen. Unsere

Empfehlung lautet: Essen Sie ausschließlich in Ruhe! Schenken

Sie Ihre Aufmerksamkeit sich selbst und Ihrer Mahlzeit. Ablenkungen44durch Nachrichten, TV, Computer oder Smartphone schwächen die

natürlichen Verdauungsvorgänge, lassen Sie unauf­ merksam beim

Kauen und Wahrnehmen sein.

Essen dient als wichtige physische und psychische Kraftquelle.

Unser Organismus ist dafür konzipiert, während des Essens den

„Betriebsmodus“ zu wechseln. Das Nervensystem stellt sich auf einen

sogenannten „Ruhemodus“ um (Aktivierung des Para­ sympathikus).

Während einer Mahlzeit ist es vorteilhaft, uns nicht mit dem „alltäg-

lichen Lebenskampf“ zu beschäftigen.

Parasympathikus und Vagus (10. Hirnnerv) unterstützen eine gute

Nahrungsverwertung und Aufnahme. Dieser Teil des vegetativen

Nervensystems ist auch für innere Heilungsvorgänge wesentlich und

stärkt die Orientierung nach innen.

Der Sympathikus, der sogenannte „Stressnerv“, bringt unseren

Organismus in den Zustand der Leistungsfähigkeit, fördert mehr die

Orientierung nach außen.

Wie wäre es, wenn wir unseren Esstisch freundlich und einladend her-

richten, eventuell mit einer schönen Tischdecke, Blumen und einer

Kerze, dazu entspannende Musik? An so einem Tisch können wir uns

willkommen und eingeladen fühlen. In dieser Atmosphäre fällt es uns

leichter, sorgfältig zu kauen und unsere Mahlzeit zu genießen.

Gut gekaut ist halb verdaut! Eine Empfehlung zum guten Kauen lautet

über 30-mal pro kleinem Bissen. Das mag zu Beginn sehr un­ gewohnt

sein, könnte jedoch als tägliche Meditation eine gesundheitsfördernde,

kostenfreie Alltagsroutine werden.

Die Wahl der richtigen Getränke ist mindestens so wichtig wie die

Wahl der Nahrung. Empfehlenswert ist (stilles) Wasser, Wasser und

noch einmal Wasser. Ungesüßter Kräutertee kann ebenfalls getrunken

werden, um unterschiedliche Geschmacksvorlieben zu befriedigen.

Hierzu eignen sich besonders gut Kräuter wie Fenchel, Melisse,

Kamille, Schafgarbe und Brennnessel. Früchtetee oder roter Hibiskus-

tee sind nicht anzuraten, weil sie den Körper übersäuern können.

Ein Zusatzhinweis zum Thema Wasserqualität: Wir empfehlen Ihnen

allgemein, sich aufgrund der Umfänglichkeit des Themas mit den ver-

schiedenen Möglichkeiten der Versorgung mit Wasser zu befassen.45Aufgrund der tiefgreifenden gesundheitlichen Wirkung, die wir diesem

Punkt zuschreiben, halten wir eine angemessene Aufmerksamkeit für

erstrebenswert, um diesen guten Lebenssaft bestmöglich gesundheit-

lich zu nutzen.

Weiteres sei in Stichpunkten angemerkt:

• Essen Sie spätestens 18 Uhr im Winter, 19 Uhr im Sommer zu

Abend. Dies sollte die kleinste Portion des Tages sein („… abends

wie ein Bettler!“).

• Für die meisten empfehlen sich 2–3 Mahlzeiten täglich.

• Zwischen den Mahlzeiten darf die Nahrungsaufnahme pausieren,

damit die Aufmerksamkeit der zuständigen Organe konzentriert

auf das Verdauen gerichtet sein kann. Das gelingt am besten,

wenn keine Zwischensnacks wie Kekse, Obst oder auch Bonbons

und Kaugummis zu sich genommen werden.

• Eventuell legen Sie 1–2 gezielte Zwischenmahlzeiten ein (in

Ruhe!).

Bezüglich der Art der Lebensmittel wird die bevorzugte Wahl von

regionalen und saisonalen Produkten empfohlen. Ideal sind der

Eigenanbau oder der Bezug direkt vom Produzenten. Reifes Obst

und Gemüse schmecken aromatischer, enthalten mehr wertvolle

Vitalstoffe und werden häufig wesentlich besser vertragen als unreif

geerntete Importware. Auch der ökologische Aspekt bezüglich gerin-

gem Transportweg und die Unterstützung der lokalen Produzenten

seien erwähnt.

Als Autor dieses Kapitels habe ich über Jahre eingehende Erfahrungen

gesammelt mit vegetarischer und veganer Kost, glutenfreier und

milchproduktfreier Ernährung, Rohkost, Vollwertkost nach Kollath

und Bruker, Öl-Eiweiß-Kost nach Budwig, Milder Ableitungsdiät nach

Mayr und Rauch sowie etwas Erfahrung mit verschiedenen Keto-Kost-

und Trennkost-Formen. Mein Fazit: Die ideale Kostform ist individuell

verschieden und auch stark von Faktoren wie Konstitution, momen-

tanem Gesundheitszustand, Klima, Tagesgestaltung etc. abhängig, da

sich Bedürfnisse und Erfordernisse bei Menschen ändern können. Es

erfolgen deshalb bewusst keine detaillierten Empfehlungen, sondern

die Einladung, selbst Erfahrungen mit aufmerksamer Wahrnehmung

zu sammeln, welche Ernährungsform vor allem auf längere Sicht zu

mehr Gesundheit verhilft.

46Spezielle Aspekte der Darmsanierung

Probiose (Stärkung der günstigen Darmflora): Ein einfacher preis-

günstiger Weg ist, täglich frisches, also nicht pasteurisiertes Sauer-

kraut zu essen (nach Bekömmlichkeit eine Gabel voll bis maximal

150 g), dieses sehr gut zu kauen, idealerweise mit etwas Leinöl

(möglichst frisch gepresst) oder Olivenöl. Eventuell mischen Sie 1 TL

bis 1 EL frisch pulverisierten Leinsamen darunter (z. B. in der elektri-

schen Kaffeemühle gemahlen).

Der Unterschied zu Wasserkefir, Molke, Kefir oder Sauerkrautsaft ist,

dass durch das sehr gute Kauen des Krautes die darin enthaltenen Bak-

terien assimiliert werden, d. h. in die eigene Darmflora eingegliedert

werden. Auch Kimchi und anderes kaubares Fermentiertes sind

empfehlenswert. Zusätzlich kann ein Probiotikum, ein Präparat mit

lebendigen Darmbakterien, hilfreich sein.

Das Labor Biovis veröffentlichte dazu eine Tabelle von wissenschaft-

lichen Erfahrungen mit einer Reihe von Präparaten verschiedener

Hersteller: (siehe bei Quellen unter biovis Evidenzbasierte Mikro-

biom-Therapien).

Präbiose: Gängige Präparate enthalten in verschiedenen Zusammen-

setzungen Substanzen wie Akazienfasern, Guarkernmehl, Haferkleie,

Butyrat, resistente Stärke, pulverisierte Flohsamenschalen, Inulin,

Apfelpektin, FODMAP, Fructo-/Galakto-Oligosaccharide etc. (siehe

Quellen: biovis Mikrobiom 2.0). Wir weisen darauf hin, dass die

Eigenherstellung einer geeigneten Mischung ein preisgünstiger Weg

sein kann.

Grundlegend wichtig für die Darmgesundheit ist eine aus­ reichende

Vitamin-D-Versorgung.

Bei vielen Patienten liegt der Vitamin-D3-Wert deutlich

unterhalb des Normbereichs. Eine Darmsanierung bei Vitamin-

D-Mangel würde bedeuten, ein zwei Meter tiefes Loch im Garten mit

einem Teelöffel graben zu wollen.

Es empfiehlt sich zu Beginn und in weiterer Folge, 2-mal jährlich

den Blutspiegel bestimmen zu lassen. Eine Dosis von 5000 IE täglich

kombiniert mit dem Vitamin K2 ist erfahrungsgemäß zum Einstieg

passend, die Einnahme wird zum Frühstück empfohlen. Die Dosis47soll dann dem Blutspiegel angepasst werden (siehe Orthomolekulare

Immunprophylaxe), wir sehen 60–80 ng/ml als günstig an.

Bittermittel: Unsere natürliche Nahrung enthält als wichtige Kom-

ponente Bitterstoffe. Heutzutage sind diese meist heraus­ gezüchtet

worden und diese Geschmacksrichtung fehlt in der Nahrungspalette

der allermeisten Menschen. Bitterstoffe stärken auf natürliche Weise

die Darmschleimhaut und fördern die Ver­ dauungsleistung, in weiterer

Folge auch unsere Immunkräfte.

Bei der Einnahme von Bitterpflanzen empfiehlt sich, diese so lange wie

möglich im Mund zu lassen, gegebenenfalls gut zu zerkauen. Pulver

sollte unter die Zunge gelegt werden, bis der Speichel es nach und nach

innerhalb einiger Minuten wegschwemmt.

Tropfen belassen Sie 1–3 Minuten im Mund (z. B. bis 60 oder 180 zäh-

len), dann erst schlucken. Bitteren Tee trinken Sie am besten auch in

kleinen Schlucken und behalten diesen einige Sekunden im Mund.

Einzeldosen sind 7–12 Tropfen oder entsprechend eine erbsengroße

Menge bis ½ Teelöffel des unten genannten Pulvers.

Eine günstige Einnahmezeit für Bitterstoffe ist vor dem Essen bzw.

noch zusätzlich direkt nach dem Essen (als Digestiv) und abends (vor

dem Schlafengehen).

Wer einen Garten hat, kaue täglich sorgfältig vor dem Essen 2–3 Blät-

ter Löwenzahn pur. Ähnlich wirken Radicchio oder Chicorée, welche

zudem auch im Winter gut erhältlich sind.

Falls kein eigener Garten vorhanden ist, sind folgende Präparate

empfehlenswert:

Amara Tropfen (Weleda) oder Bitterkräuter-1-Tropfen (Lebens-

kraft pur) oder Bitterliebe Tropfen (auch alkoholfrei erhältlich als

Bitterliebe Tropfen mild) oder andere qualitativ gute Präparate.

Diese Therapie unterstützt ebenfalls die Funktion von Leber und Nie-

ren.

Sie können z. B. wochenweise abwechseln mit:

7-Kräuter-Pulver (nach Heidelberger) Bioqualität (verschiedene

Hersteller) und

48Bittertee ist vor allem ab nachmittags zu empfehlen, anwendbar als

medizinischer Tee mit kochendem Wasser aufgegossen und abgedeckt

10 Minuten ziehen gelassen. Gut geeignet sind:

• Tausendgüldenkraut (eine Prise pro Tasse genügt!),

• Magentee bitter (H&S) oder

• Salus Verdauungstee.

Wertvolle ausführliche grundsätzliche Informationen zum Thema

Wirkung von Bitterstoffen und verschiedenen Pflanzenvarianten fin-

den Sie auf www.bitterliebe.com unter Bitterwissen.

Magnesium ist ein wichtiger Kofaktor des Vitamin D. Es unterstützt

bei starken Gesundheitsproblemen den Körper und ist wesentlich für

eine gesunde Herz-Kreislauf-, Nerven- und Gehirn- sowie Muskel-

funktion. Möglich ist entweder die Einnahme in organischer Ver-

bindung als Tabletten, Kapseln oder Granulat, oder noch besser oder

zusätzlich die Anwendung über die Haut als Magnesiumöl.

Für die Eigenherstellung brauchen Sie: Ein großes Schraubglas z. B.

500 ml wird mit Magnesiumchlorid Hexahydrat gefüllt. Die Hälfte der

Salzmenge, also 250 ml (bitte nicht mehr – das ist bewusst sehr wenig)

wird an Wasser dazugegeben. Das Glas wird mehrmals im Abstand von

Stunden kräftig geschüttelt, bis alles gerade so gelöst ist. So entsteht

eine gesättigte Sole mit der Konsistenz von Öl, deshalb Magnesiumöl

genannt.

Anwendung: Mit diesem reiben Sie vor dem Schlafen Rumpf, Arme

und Beine ein. Ein guter Start (für 4–6 Wochen) ist 5-mal pro Woche,

dann als Erhaltungsdosis 2-mal wöchentlich. Diese Mischung sollte

nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen (salzscharf). Bitte

waschen Sie die Hände danach. Die Schlafkleidung kann klamm wer-

den (wie beim Urlaub am Meer).

Als Alternative besteht die Möglichkeit 1- bis 2-mal pro Woche ein

Vollbad für 15–30 Minuten mit etwa 1 Pfund des Salzes zu nehmen.

Bezugsquellen: Sie erhalten Großgebinde von guter Qualität für externe

Anwendung à 25 kg beim Landwirtschaftsbedarf. Lagern Sie den Sack

sehr trocken, verschließen Sie ihn gut, geben ihn günstigerweise noch-

mal in einen zweiten Plastiksack, den Sie ebenfalls gut verschließen.49Dieses Salz zieht drastisch und schnell Feuchtigkeit an! Kleinere Men-

gen sind auch als fertiges „Öl“ erhältlich.

Omega-3-Fettsäuren stabilisieren die Darmzellen und machen sie

entzündungsresistenter. Das Omega-3-Öl vegan von Norsan schmeckt

angenehm und es ist auch für Kinder bewährt. Die ausreichende

Tagesdosis von 2 Teelöffeln täglich ins Essen geben. Wenn Sie wei-

tere Anbieter mit guter Qualität finden, dann nutzen Sie natürlich auch

diese. Gerade beim Omega-3-Öl sei bei Kindern darauf hingewiesen,

dass sie es auch einnehmen müssen, damit es wirkt, und dass es ihnen

nicht (wie früher der Lebertran) für viele Jahre vermiest werden soll.

Erwähnt sei, dass bei vielen Algenölen die ölproduzierenden Algen

in abgeschlossenen Tanks gezüchtet werden und somit die Kontami-

nation mit Schadstoffen aus dem Meer, insbesondere von Schwer-

metallen, entfällt.

Preisgünstiger ist Fischöl, achten Sie allerdings auf gute Qualität, auf

Schadstofffreiheit geprüft. Empfohlen sind täglich 2 g EPA plus DHA

(Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure). In vielen Fällen gelingt

es, den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren über Leinöl zu decken. Von die-

sem seien 2 Esslöffel täglich ins Essen gemischt empfohlen.

Das Kauen und Einspeicheln des Öls bewirkt eine Verbesserung der

Aufnahmefähigkeit der Inhaltsstoffe im Darm. Dies schützt die Vital-

stoffe davor, von schmarotzenden Bakterien oder anderen Parasiten

„weggefressen zu werden“. Im Speichel sind nicht nur Verdauungs-

enzyme enthalten, sondern auch verschiedene Substanzen, welche das

Wachstum und den Stoffwechsel von schädlichen Mikroorganismen

bremsen oder gar verhindern können.

Vitamin C ist ebenfalls grundlegend hilfreich bei der Darmsanierung

(siehe „Orthomolekulare Immunprophylaxe“).

Zusatzempfehlungen

Bewegen Sie sich täglich mindestens eine Stunde an der frischen

Luft.

Achten Sie auf „Hygiene“ im Bereich der Psyche und im

Sozialleben!

Minimieren Sie Toxine und EMF = elektromagnetische Strahlen-

und Feldbelastung (siehe „Baubiologie, EMF“)!

50Während der Darmsanierung lohnt sich ein konsequenter

Verzicht auf stimulierende Getränke, wie:

Kaffee, grünen und schwarzen Tee, Guarana, Mate, Maca,

Schokolade und Kakao sowie auf zuckerhaltige Speisen, wie:

Kuchen, Kekse, Gebäck und andere Süßigkeiten sowie auf

weitere, nicht genannte Stimulanzien.

Eine gute Möglichkeit, den süßen Geschmackssinn zu befriedigen,

wäre folgende: Genießen Sie 1-mal täglich Obst oder Trockenfrüchte,

eventuell ein Honigbrot gemeinsam mit Fettem – mit einigen Nüssen,

Mandeln, Sahne, fettem Quark oder einem Butterbrot. Das Fett ver-

langsamt stark die Zuckerverdauung im Darm und die Aufnahme von

Zucker ins Blut. Dies gleicht den Insulinspiegel auf natürliche Weise

aus.

„Chemie“ in der Nahrung (Herbizide, Pestizide, viele der Nahrungs-

Zusatzstoffe, Umweltschadstoffe etc.) birgt eine Menge negativer Kon-

sequenzen. Biologisch angebaute Kost ist von großem Vorteil in Zeiten,

in denen immer mehr unverantwortliche chemische Pflanzenschutz-

mittel ihre Zulassung erhalten.

Auch biologische Kost kann durch die allgemeine Umweltver-

schmutzung chemisch belastet sein. Doch insgesamt ist die Konzent-

ration der Giftbelastung um ein Vielfaches geringer, die Dosis macht

meist den größten Teil der Schadwirkung im Körper aus (siehe auch

offizielle Messungen des Öko-Monitoring in Baden-Württemberg).

Schweinefleisch und Schweinewurst sind außer ihrer medi-

kamentösen und hormonellen Belastung als entzündungs­ fördernd

bekannt und sollten im Speiseplan gar nicht bis selten auftauchen.

Beim Braten und Frittieren entstehen Transfette, welche den

Zellstoffwechsel stark beeinträchtigen. Werden Sie kreativ beim

Zubereiten Ihrer Nahrung, vielleicht gönnen Sie Ihrer Bratpfanne eine

Weile Pause oder verschenken sie. Transfette gehören keinesfalls auf

einen gesunden Speiseplan.

Verwenden Sie vorwiegend kalt gepresstes Oliven-, Kokos- oder Leinöl.

Butter, Sahne, Rahm oder Schmand können ebenfalls in Maßen ver-

wendet werden. Sämtliches empfiehlt sich über die schon gegarten

Speisen zu geben.

51Je nach Zubereitung von Nahrungsmitteln gehen Vitamine und

Spurenelemente verloren, schonende Zubereitungsmöglichkeiten sind

das Dünsten, Dampfgaren oder Grillen der Nahrung. Die Zugabe von

Fett eignet sich erst nach Abschluss des Erhitzungsvorgangs.

Alkohol ist während der Darmsanierung ebenfalls hinderlich.

Genießen Sie ihn nach der Sanierung in Maßen und in Maßen und sel-

ten.

Nach der Darmsanierung kommt zum Erhalt und der weiteren Ver-

besserung des Erfolges der ausnehmend wichtige Schritt der Neu-

orientierung der Lebensweise. Damit ist die Wiederintegration von

Gewohnheiten in dem Maße gemeint, die gesundheitlich bekömm-

lich bzw. nicht schädlich ist. Es ist unserer Erfahrung nach am nach-

haltigsten, wenn Sie selbst immer besser lernen wahrzunehmen, was

Ihnen langfristig bekommt und was Ihnen schadet. Wir Ärzte und

Heilpraktiker sind dann gern dafür da, um ab und zu nachzusehen, ob

Ihre Wahrnehmung stimmt oder ob blinde Flecken angegangen wer-

den sollten. Übrigens, das geht uns Fachleuten ganz genauso: Auch wir

tun hier und dort gut daran, Rückmeldungen zu unserer Gesundheit

von Kollegen zu erbitten.

Zusammenfassung

Trinken Sie ausschließlich stilles Wasser oder ungesüßten Kräutertee.

Essen Sie in Ruhe – mit voller Aufmerksamkeit beim Essen,

ohne Ablenkung.

Kauen Sie sehr gut.

Essen Sie nur zur Mahlzeit oder gezielten Zwischenmahlzeit, nicht

andauernd zwischendurch.

Essen Sie abends spätestens 18 Uhr im Winter bzw. 19 Uhr im Sommer.

Bewegen Sie sich täglich möglichst an der frischen Luft.

Probiose: Essen Sie täglich frisches Sauerkraut plus Leinöl plus even-

tuell gemahlener Leinsamen 10–30 g täglich, sehr gut gekaut.

Eine Alternative stellt ein spezielles probiotischen Präparat dar:

Präbiose erfolgt durch die Ernährung und/oder ein Präparat.

Vitamin D+K2 5000 IE täglich zum Frühstück (Blut­ spiegelkontrolle

und Dosisanpassung!)

52Omega-3-Fettsäuren: Mischen Sie täglich 2 Teelöffel Omega-3-Öl oder

2 Esslöffel Leinöl ins Essen.

Bittermittel: z. B. 7–12 Tropfen vor und eventuell auch nach dem Essen

sowie vor dem Schlafengehen, 1–3 Minuten im Mund belassen

Vitamin C 1-3-mal 1 g täglich, eventuell gepuffert (magen-freundlich)

als Natrium-oder Calciumascorbat

Magnesium eingenommen oder Magnesiumöl-Einreibungen oder

Magnesiumchlorid-Vollbäder

Lassen Sie Stimulanzien wie Zucker und das meiste Süße, Alkohol,

Schweineprodukte, Nahrungsmittelzusatzstoffe und nicht biologische

Nahrungsmittel weg, auch Gebratenes und Frittiertes.

Uwe Wilhelm Haspel

Quellen

Literaturempfehlungen

Batmanghelidj, Faridun (2016): Sie sind nicht krank, sie sind durstig, VAK

Bruker, Max Otto (2022): Unsere Nahrung, unser Schicksal, 53. Aufl., EMU-

Verlags-GmbH

Budwig, Johanna (1999): Krebs, das Problem und die Lösung (viel zum

Thema Omega-3 und Leinöl), Sensei Handels UG & Co. KG

Emoto, Masaru (2010): Die Botschaft des Wassers, Koha

Fleischhauer, Guido (2015): Essbare Wildpflanzen, AT Verlag

Grimm, Hans-Ulrich (2014): Garantiert gesundheitsgefährdend, Knaur TB

Kollath, Werner (2013): Die Ordnung unserer Nahrung, Haug Fachbuch

Konz, Franz (2006): Der große Gesundheits-Konz (mit vielen wertvollen

Hinweisen und Erfahrungen, allerdings auch vielem, was kritisch betrachtet,

durchleuchtet und geprüft, teils korrigiert werden muss, es fehlt heute

immer noch erheblich an Erfahrungen in diesem Gebiet), 9. Aufl., Uni-

versitas

53Lustig, Robert (2016): Die bittere Wahrheit über Zucker, Riva-Verlag

Rauch, Erich (2011): Die Darmreinigung nach Dr. F. X. Mayr,

Goldmann TB, Trias

Rauch, Erich & Mayr, Peter (2017): Die Milde Ableitungsdiät, Trias

Schatalova, Galina (2002): Wir fressen uns zu Tode, Goldmann

Wolfe, David (2001): Die Sonnen-Diät, Goldmann

Broschüren und Internetseiten

Berichte der Öko-Monitoring Baden-Württemberg (Messergebnisse der

Überwachung der biologisch in BW angebauten und gehandelten Lebens-

mittel ab 2002)

Biovis Labor; Broschüre Evidenzbasierte Mikrobiom-Therapien, Seite 4–5:

https://www.biovis.eu/wp-content/uploads/biovis_Evidenzbasierte-Mikro-

biom-Therapien_DE.pdf

Biovis Labor; Broschüre Mikrobiom 2.0: https://www.biovis.eu/wp-con-

tent/uploads/biovis_Mikrobiom_2-DE.pdf, S. 8 mit Präbiotika-Liste

https://verbraucherportal-bw.de/,Lde/Startseite/Verbraucherschutz/

Berichte+zum+Oekomonitoring Bericht von 2023

https://verbraucherportal-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/docu-

ments_E-1458903422/MLR.Verbraucherportal/Dokumente/

Dokumente%20pdfs/Verbraucherschutz/Gesundheitlicher%20

VSchutz/%C3%96komonitoring-Berichte/2023_oekomonitoring_lang-

fassung.pdf

54Gesundheitliche Selbstbeobachtung

Bin ich auf dem richtigen Weg, der meiner Gesundheit

dienlich ist?

Wenn Sie für sich selbst Verantwortung übernehmen und gesund-

heitsfördernde Maßnahmen im Alltag umsetzen, dann sind Werkzeuge

nützlich, mithilfe derer Sie den Erfolg messen können. Dies dient zur

Klarstellung, ob die Gesundheitsmaßnahmen in positiver Weise wir-

ken. Auf einer Wanderung ist hin und wieder eine Überprüfung sinn-

voll, ob man immer noch auf dem richtigen Weg ist oder ob Korrektu-

ren vorzunehmen sind.

Es gibt verschiedene grundlegende Kennzeichen des Zustandes eines

Organismus. Anhand derer können Sie durch aufmerksame und kun-

dige Selbstbeobachtung nachvollziehen, wie es um Sie gesundheitlich

steht. Dadurch können Sie mehr und mehr ein Gefühl dafür entwickeln,

wie sich das jeweilige Verhalten wie Stress­ management, Bewegungs-

und Ernährungsverhalten auf ihren Organismus auswirkt.

Hier sind einige Handlungsempfehlungen:

Regel 1: Wir können die gesundheitliche Auswirkung einer Maßnahme,

z. B. Ernährungsumstellung, nur dann richtig ermessen, wenn eine

relative Ausgeglichenheit von Körper, Seele und Geist vorherrscht.

Auch Ruhe- und Stressphasen sollten in Balance sein, genauso wie

Flüssigkeitshaushalt, Schlaf, Bewegung und Ernährung.

Meine Empfehlungen in der Praxis (in der Broschüre wegen der

Wichtigkeit wiederholt erwähnt) lauten:

Gleichen Sie konsequent und täglich Wasser- und Bewegungs-

mangel sowie Schlaf- und Ruhemangel aus.

Gehen Sie, wenn irgend möglich, mit gesundem Menschen-

verstand in die Sonne und die Natur.

Sorgen Sie für eine angemessene Psychohygiene.

Reduzieren Sie so gut wie möglich ein Übermaß an Handy-

oder Computernutzung, vor allem abends und nachts.55Regel 2: Achten Sie bei sich auf Straffheit und Durchblutung des

Gewebes, gut sichtbar im Gesicht, an der Körperhaltung sowie an

dem Bauchumfang und der Form.

Wer gesund ist, sieht auch gesund aus. Wenn wir nicht „in Form sind“,

ist uns das anzusehen.

Machen wir uns bewusst, in welche Richtung wir uns entwickeln. Neh-

men wir die Zeichen unseres Körpers wahr.

Welche Rückmeldungen liefert er uns?

Welche Rückmeldung bekommen wir aus unserer (verlässlichen und

vertrauenswürdigen) Umgebung? Damit sind nicht Menschen gemeint,

die derartige Kommentare als gehaltlose Floskeln abgeben.

Regel 3: Wer gesund ist, funktioniert auch gesund. Er hat das

Gefühl von Frische und Kraft, körperlich und geistig. Ein solcher

Mensch weist eine gute Leistungsfähigkeit und Ausdauer auf. Dies

beinhaltet die Fähigkeit, sich auf wechselnde Situationen und Erfordernisse

einzustellen, bzw. sich nicht so schnell durcheinander bringen

zu lassen. Das bezieht sich sowohl auf den Körper, als auch auf den

Geist und das Gefühlsleben. Dieser Zustand schließt auch die Fähig-

keit ein, sich von mäßig starken Belastungen (z. B. mehrere Stunden

Fußmarsch) schnell wieder zu erholen. Gemeint ist ein Grundgefühl

innerer Ruhe und Freude sowie auch eine gute Leistungsfähigkeit der

5 Sinnesorgane mitsamt Verarbeitung der Wahrnehmungen.

Mögliche selbst durchführbare Tests sind:

Schlafreduktion: Wie reagiert mein Organismus, wenn plötzlich

eine Nacht überhaupt nicht oder nur zwei, vier oder sechs Stunden

geschlafen wird? Wie viele Tage braucht der Organismus, um sich wie-

der auszubalancieren? (Allenfalls als Test empfohlen!)

Fastentest: Wie reagiert mein Organismus, wenn ich einen ganzen

Tag ausschließlich Wasser trinke? Welche anschließende Zeit braucht

er, um die Folgen auszugleichen? Bekomme ich nach einigen Stun-

den Kopf-, Rücken oder Gliederschmerzen, große Müdigkeit und

Erschöpfungsgefühl?

56Bauchumfangs-Morgen-Abend-Test: Ist direkt nach dem

Erwachen mein Bauch schlank und wird am Tag aufgetrieben? Ändert

sich das bei Verhaltens- bzw. Ernährungsumstellung?

WICHTIG zu wissen ist, dass vom Organismus auf schädliche

und belastende Reize eine schnelle und intensiv schützende

Gegenreaktion erfolgt. Diese sinnvolle Maßnahme wendet schäd-

liche Einflüsse ab und kompensiert belastende Situationen.

Also: „Symptom“ heißt nicht immer gleich „krank“. Erbrechen

von Hochgiftigem kann lebensrettend sein.

Auch Fieber kann in solchen Situationen sehr hilfreich sein. (siehe

Kapitel „Fieber“)

Regel 4: Zu gesundem Funktionieren gehören auch funktions­ fähige,

ihren Zweck erfüllende Ausscheidungen. Das betrifft die Kom-

petenz eines Organismus zur Selbstreinigung. Dazu gehören die

Fähigkeiten, durch Körpersekrete sowie über Haut und Schleim­ häute

Abfallstoffe bzw. Gifte auszuscheiden. Dies kann sich unterschiedlich

äußern: schwallartiges Erbrechen, Durchfall, Schnupfen, schleimende

Bronchitis, Scheidenausfluss etc.

Bei gesundheitlich nutzbringenden Umstellungen riechen

die Ausscheidungen häufig intensiver, bis hin zum starken

Gestank. Das ist ein Zeichen der Anregung der Ausschei-

dungs- und Reinigungsfunktionen. Meist gibt sich dieses in

absehbarer Zeit, um dann in einen angenehmen Geruch mit eigener

charakteristischer Note überzugehen.

Angemerkt sei: Verstopfung mit hartem knuddeligem Kot ist oft ein

Zeichen einer zielführenden anfänglichen Therapiephase.

Zu Beginn einer erfolgreichen Entgiftung sowie in der

Heilungsphase friert der Patient oft schnell.

Steigt der Vergiftungsgrad ist Fieber eine wichtige Selbsthilfemethode,

um die Geschwindigkeit der Problemlösung um ein Mehrfaches

zu steigern. Genügt das nicht, kann mithilfe von umgrenzten

Entzündungen (Nasennebenhöhlen, Bronchien und Lunge, Magen,

Darm, Scheide, Blase, Nieren, Gelenke etc.) das Problem in Schach

gehalten oder gelöst werden.

57Hier ist der ärztliche Blick oft wichtig, um zu unterscheiden, was ist

gerade Symptom im Heilungsverlauf, wo sind Geduld und Abwarten

angesagt, und wo entwickelt sich gerade ein neues Krankheitsbild, das

ausufern und gefährlich werden könnte. Wo besteht dringender Hand-

lungsbedarf (siehe Kapitel „Fieber“).

WICHTIG: Es ist gesund, wenn ein Organismus bei großer

Überforderung mit Symptomen antwortet. Wenn irgend

möglich, soll er diese Symptome (Fieber, Schmer­ zen etc.,

Ausscheidungen) „ausleben“ dürfen, um sich wieder ins

Gleichgewicht zu bringen!

Es ist wie beim Auto: Leuchtet die rote Öldruckanzeige, so besteht

sofortiger Handlungsbedarf – der Wagen ist umgehend anzuhalten. Es

wäre absurd, die Glühbirne zu zerstören und in dem Glauben weiterzu-

fahren, das Problem sei nun gelöst.

Regel 5: Was zeigt der Bauch selbst?

Inwieweit verspüre ich Übelkeit, Schwere-, Druck- und Völlegefühl im

Bauch, nehme ich Schmerzen, Gasbildung und Flatulenz sowie Müdig-

keit nach dem Essen wahr?

Wie verändert sich die Symptomatik, wenn ich mich mehr oder weni-

ger bewege, ausreichend Flüssigkeit zu mir nehme, mich ausruhe, sehr

aufmerksam kaue etc.?

Regel 6: Welchen Manipulationen unterliege ich, um

Schwierigkeiten zu bewältigen?

Konkret gesagt heißt das: Wie oft und wie viel Aufputschmittel nehme

ich zu mir (z. B. Kaffee, Schokolade, Kakao, grünen oder schwarzen

Tee, Zucker und anderes Süßes)? Dies gilt auch für größere Portionen,

spätes (nach 18 Uhr, Sommerzeit 19 Uhr) oder häufiges Essen (mehr

als 3-mal täglich)?

Auf den Punkt gebracht sei zusammengefasst:

Achten Sie darauf, ob Sie gesund – und immer gesünder – aus-

sehen sowie körperlich, emotional und geistig gut mit anstehenden

Herausforderungen umgehen können. Dazu gehört auch, sich danach

in angemessener Zeit wieder zu erholen.58Achten Sie im Einzelnen auf Bauchgröße, Notwendigkeit von

Manipulatoren (Kaffee, Zucker etc.), Veränderungen bei

der Darmausscheidung und Funktionsfähigkeit der Aus-

scheidungen insgesamt!

Geben Sie der Umstellung Zeit, haben Sie genügend Geduld!

Wenn Sie Ihre Ernährung umstellen, kann sich erst einmal ein Durch-

einander mit sogar belastenden Symptomen entwickeln, nicht nur

körperlich, sogar emotional und geistig.

Bei erfolgreicher Therapie hat sich innerhalb absehbarer Zeit ein neues

Gleichgewicht mit vermehrter Gesundheit, Wohlgefühl und Stabilität

eingestellt.

Dies kann in schweren Fällen Monate, sogar Jahre dauern, aller­ dings

sollte für den Therapeuten durch Untersuchungsergebnisse nach-

vollziehbar sein, dass die Therapie in eine erfolgreiche Richtung geht.

Uwe Wilhelm Haspel

59Die gesundheitsfördernde Funktion des Fiebers

Viele Menschen beschleicht Angst um ihre Gesundheit oder die

ihres Kindes, sobald das Fieberthermometer die 37-Grad-Marke

überschritten hat. Diese Angst ist aus früheren Zeiten erhalten

geblieben, in denen schwere Verläufe von Infektionskrankheiten wie

Masern, Pocken, Diphtherie etc. a) häufig waren und b) wegen der

unzureichenden Immunlage der Menschen bedingt durch Hunger,

schlechte Wohnverhältnisse, mangelnde Hygiene und psychosozialen

Stress wie Krieg oder soziale Unruhen oft tödlich ausgingen.

Labor-/Messwerte werden jedoch erst zu Krankheits­ zeichen,

wenn sie mit klinischen Beschwerden einher­ gehen. Das ist bei

Fieber oft gar nicht der Fall. Bei Kleinkindern ist die Zahnung der häu-

figste Anlass, Fieber zu entwickeln. Gelegentlich reagieren die Ohren

oder der Hals mit, und manchmal der gesamte Verdauungstrakt

(Durchfall).

Kommt es bei Fieber zu Komplikationen durch zerebrale Vorschäden,

sind diese oft auf Impfungen zurückzuführen. Das ist aus der

Fachliteratur hinlänglich bekannt und häufig in der Praxis zu sehen.

Leider wird jungen Eltern mit der Behauptung Panik gemacht, dass

bei jeder Temperatur ab 38 °C ein Fieberkrampf drohe. Dies ist jedoch

extrem selten.

Sollten Sie sehen, dass Ihr Kind hoch fiebert und die Hitze ganz im

Kopf steckt und Hände und Füße kalt sind, darf man Folgendes aus

der häuslichen Hydrotherapie anwenden: Man feuchte ein Paar Baum-

wollsocken mit mäßig warmem Wasser an, ziehe sie dem Kind an und

darüber noch ein Paar dicke Wollsocken. Dies bewirkt, dass das Fieber

besser im Körper verteilt wird. Es soll nicht gesenkt werden!

Wichtig wäre stattdessen, die physiologischen Funktionen des

Fiebers zu kennen:

Bestimmte Immunglobulin-Fraktionen werden erst bei febrilen Tem-

peraturen (> 39,5 °C) formiert, sind also für die Ausreifung eines

intakten Immunsystems unverzichtbar.

Die Temperatur-Regulations-Kerne unseres Zwischenhirns regeln die

Körpertemperatur entsprechend der im Blut zirku­ lierenden Bakterien-60Antigene in dem Ausmaß, dass die Körper­ kerntemperatur oberhalb

der für die entsprechende Bakterienart günstigen Vermehrungs-

temperatur gehalten wird. Auf diesem Weg soll die Vermehrung

unerwünschter Bakterien ge­ hemmt werden.

Menschen, die Krebs entwickeln, haben laut Statistik 10 bis 15 Jahre

zuvor kein Fieber gehabt, insofern ist eher das Nicht­ auftreten von

Fieber ein Grund zur Sorge.

Auf die krebsverhindernde Wirkung exanthematischer fieberhafter

Erkrankungen (Mumps, Masern, Röteln, Scharlach, Windpocken) in

der Kindheit geht der Schweizer Kollege Dr. Hansueli Albonico in sei-

nen Schriften ausführlich ein. Er und seine Kollegen konnten in Stu-

dien an tausenden Schweizer Patienten nachweisen, dass mit jeder

durchgemachten fieberhaften, exanthematischen Kinderkrankheit die

statistische Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung im späteren

Leben in gewissem Maße abnimmt.

Was das Senken von Fieber an Schäden anrichten kann (egal, ob

mit Wadenwickeln oder Paracetamol, Ibuprofen oder Nurofen-Fie-

bersaft), beschrieb einer der erfahrensten deutschen Homöo­ pathen,

Dr. Manfred von Ungern-Sternberg, in seinem Aufsatz über die homöo-

pathische Behandlung bei Masern (Buch: Vom Sinn der Kinderkrank-

heiten, Narayana-Verlag).

Wenn ein Kind fiebert, ist es oft die wichtigste Aufgabe des Thera-

peuten, die Eltern zu beruhigen. Das homöopathische Mittel, welches

infolge Fieber des Kindes in Panik geratene Eltern aus der homöo-

pathischen Hausapotheke nehmen sollten, ist Aconitum (um ihre

Angst zu besänftigen).

Des Weiteren ist es wichtiger zu beobachten, wie es dem Kind geht, als

die Temperatur zu messen. Manchen Kindern geht es schon bei 38 °C

schlecht und manche Kinder spielen bei 39,5 °C noch munter weiter.

Der bekannte homöopathische Arzt Dr. Friedrich Graf verweist darauf,

dass die Abwehr des Kindes im Geist der Eltern beginnt.

Wichtige Hinweise für Eltern, die ihre Kinder in

homöopathische Behandlung geben

Lassen Sie sich von Ihrem Homöopathen eine homöopathische Haus-

und Notfallapotheke empfehlen und kaufen Sie sie auch. Dann haben61Sie immer entsprechende Heilmittel zu Hause, wenn Sie sich tele-

fonisch beraten lassen, welches Mittel im Akutfall gebraucht wird.

Geben Sie nicht voreilig Belladonna, sobald sich das Kind warm

anfühlt! Vielleicht sinkt das Fieber dadurch, aber Sie können die

Krankheit verschlimmern, wenn Sie ein nicht angezeigtes Mittel geben.

Belladonna ist kein „homöopathischer Nurofensaft“! Gerade durch

das Senken von Fieber werden nicht selten neurologische Symptome

(Krämpfe, Lähmungen) ausgelöst. Rufen Sie lieber Ihren Homöo-

pathen an, denn – wie gesagt – die Stärkung der Abwehr Ihres Kindes

beginnt im Geist der Eltern!

Fieber ist nicht die Krankheit, sondern beweist die Fähigkeit, die

Krankheit zu bewältigen. Mit dem angezeigten homöo­ pathischen

Heilmittel ist es möglich, das Kind schnell und mit wenig Schmerzen

durch die akute Krankheit zu führen, ohne das Fieber zu unterdrücken.

Bei Kindern mit Vorerkrankungen von Herz, Lunge oder Nervensystem

bedarf es genauer Beobachtung und Abklärung, ob akuter Handlungs-

bedarf besteht.

Also – was (nicht) tun?

Ein fieberndes Kind bedarf in jedem Fall besonderer Fürsorge und

Rücksicht. Auch wenn das Kind bei 39,5 °C gut isst, normal spielt und

keine Schmerzen äußert (wie bei gesunden Kindern nicht selten), sollte

es nicht:

• im Freien spielen, mit dem Fahrrad herumgefahren werden

oder heftig toben. Das kostet unnötig Energie, die das Kind zur

Heilung braucht. Das gilt für mindestens 2 weitere Tage nach

Rückgang des Fiebers.

• gebadet werden, denn jede Temperaturschwankung strengt

den Organismus zusätzlich an und Baden mit warmem Wasser

und Seife kann bei Babys den Schutzmantel der Haut beein-

trächtigen, sodass die Abwehr weiter geschwächt würde.

• in der Sonne oder am Ofen sitzen. Auch wenn das Kind

Schüttelfrost beim Fiebern hat, ist zusätzliche Wärmezufuhr

un­ günstig, lieber eine etwas wärmere Zudecke geben, die im

Falle von Schwitzen wieder weggenommen wird.

• viele Stunden in einem vollen Kinderarzt-Warte­ zimmer

sitzen. Wenn medizinische Hilfe vonnöten ist, verein­ baren Sie

einen Hausbesuch mit Ihrem Heilpraktiker oder Arzt.62• aufgeweckt werden, weil Essenszeit ist oder um homöopathische

Mittel zu geben. Die meisten gesund fiebernden

Kinder schlafen tiefer und länger als gewöhnlich (gelegentlich

auch mehr als 12 Stunden am Stück); eine bessere Heilreaktion

als den Schlaf gibt es in diesem Zustand nicht. Dabei sollten

Temperatur, Herzfrequenz und Atmung beobachtet werden.

• versäumt werden auszuschließen, dass eine behandlungsbedürftige

Erkrankung vorliegt. Manche Kinder haben

krankheits­ bedingt ein vermindertes Schmerzempfinden und

fallen deshalb nicht auf. Wenn das Fieber mehr als 1-2 Tage

andauert, sollte auf jeden Fall eine gründliche Untersuchung

durch einen Heilpraktiker/Arzt erfolgen. Achten Sie außer-

dem auf den Wasserhaushalt, also nicht nur, ob das Kind aus-

reichend trinkt, sondern auch, ob und wie viel es ausscheidet!

Wenn die Temperatur unter 37 °C gesunken ist, lassen Sie das Kind

noch mindestens 2 weitere Tage zu Hause. Eine Fremd­ betreuung stellt

einen erheblichen Stress dar, der das Immunsystem überfordern kann.

Das Kind sollte nur leichte Kost bekommen; es ist gerade mit seiner

Heilung beschäftigt, da bleibt nicht so viel Energie für die Verdauung.

Dr. Peter Patzak

Quellen

Frühzeitiges und massives Fiebersenken erhöht drastisch

das Sterberisiko

Zwischen Dezember 2002 und September 2003 wurden in Miami, Flo-

rida, im Rahmen einer Studie die Auswirkungen aggressiven Fieber-

senkens untersucht. Bei der einen Patienten­ gruppe wurde das Fieber

alle sechs Stunden gesenkt, sobald die Temperatur über 38,5 °C lag.

Ab 39,5 °C wurde außerdem eine Kühldecke eingesetzt. Die andere

Gruppe wurde erst ab 40 °C fiebersenkend behandelt, und nur solange,

bis die Temperatur wieder auf unter 40 °C gefallen war.

Die Studie musste aus ethischen Gründen abgebrochen werden, nach-

dem in der frühzeitig fiebersenkend behandelten Gruppe sieben Todes-

fälle registriert wurden, gegen nur einen Todesfall in der moderat

fiebergesenkten Gruppe.

63Quelle: Schulman, CI (2005): The Effect of Antipyretic Therapy upon

Outcomes in Critically Ill Patients: A Randomized, Prospective Study,

Surg Infect, vol 6, (4), DOI: 1089/sur.2005.6.369

Fiebersenker verstärken Grippe-Epidemien

(ir) Laut einer Modellrechnung kanadischer Wissenschaftler der

McMaster University in Hamilton haben Fiebersenker möglicherweise

5 Prozent mehr Grippeinfektionen und damit auch jährlich zusätzlich

Tausende von Todesfällen zu verantworten. Der Grund liege wahr-

scheinlich darin, dass die natürliche Funktion des Fiebers behindert

wird, Erreger an der Vermehrung zu hindern und das Immunsystem

effektiver arbeiten zu lassen. Außerdem führe das Dämpfen der Sym-

ptome dazu, dass Erkrankte zu früh an ihren Arbeitsplatz oder in die

Öffentlichkeit zurückkehren. Die Autoren fordern epidemiologische

Studien zur Klärung der Sachlage. Womöglich seien die 5 Prozent nur

ein Mindestwert.

Quelle: Focus online: Proceedings of the Royal Society B, Vol. 281,

No. 1778, publ. 22. Jan. 2014

Geringeres Allergierisiko bei vorsichtigem Einsatz von Anti-

biotika und Fiebersenkern

Quelle: Flöistrup, H., et al. (2006): Allergic disease and sensitization in

Steiner school children. J Allergy Clin Immunol. 2006 Jan;117(1):59–66.

64ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN

BEI DER IMMUNPROPHYLAXE

In den letzten Jahren erhielt Vitamin D3 im Zusammenhang mit dem

Immunsystem auf ärztlichen Fortbildungen immer mehr Aufmerk-

samkeit. Es ist bei zahlreichen Blutanalysen deutlich geworden, dass

bei vielen Menschen ein Vitamin-D3-Mangel vor­ liegt.

Wir empfehlen für Erwachsene:

Vitamin D3, 1-mal täglich 8.000 IE entspricht 8 Tropfen Vitamin D3,

bei 1.000 IE pro Tropfen, morgens einzunehmen, dazu unbedingt

jeden Tag 1 Kapsel Vitamin K2 (100 µg) und dazu Magnesium als Mg-

Threonat, Mg-Citrat oder Mg-Malat, ca. 400–500 mg/Tag (damit das

Magnesium-Kalzium-Verhältnis ausgewogen bleibt).

Kinder erhalten je nach Körpergewicht entsprechend weniger.

Da im Laufe des Lebens die Verwertung abnimmt, benötigen Ältere

teilweise deutlich höhere Dosen pro 10 kg als Kinder.

Achtung! Einnahme hoher Dosen über 10.000–15.000 IE

pro Tag länger als 3 Monate ohne Messung kann zur Überdosierung

führen.

Lassen Sie bitte, wenn wieder einmal eine Blutentnahme ansteht, den

Spiegel kontrollieren!

Insbesondere in der Schwangerschaft ist es wichtig, auf einen Spiegel

zwischen 50 und 100 ng/ml zu achten, Überdosierung kann (ebenso

wie Mangel) schädigend für den Fötus sein.

Wenn Sie nicht zu der Bevölkerungsgruppe gehören, die den Test als

Kassenleistung erhält, können Sie für 20–30 Euro den Test kosten-

pflichtig in Eigenregie in einem Labor durchführen lassen. Für ein

aussagekräftiges Ergebnis ist es wichtig, mit der Einnahme von Vita-

min D3 eine Woche vor der Blutentnahme zu pausieren.

Messwert 60–80 ng/ml >Einnahmedosis 2.000–5.000 IE (nach

Körpergewicht), dann 100 µg Vitamin K2 alle 2 Tage

Messwert < 60 ng/ml > Einnahmedosis 10.000 IE, dann Vita-

min K2 jeden Tag 100 µg

Messwert < 40 ng/ml > Einnahmedosis 15.000 IE, dann Vita-

min K2 jeden Tag 200 µg

Messwert über 100 ng/ml > Einnahme für mindestens 2 Monate

pausieren, danach mit einer geringeren Dosis fortfahren65Sprechen Sie bei einem Folgetermin über Werte und Dosierung!

Wie wir inzwischen wissen, erschöpft sich die Rolle von Vitamin D3

nicht beim Kalziumtransport (= Osteoporose-Prophylaxe, Heilung

von Narben bindegewebiger Verletzungen), sondern es ist eine der

wichtigsten Vorstufen der Steroidhormone (Cortisol, Testosteron,

Östrogene, Progesteron, Aldosteron etc.). Ursache für die allbekannte

„Winterdepression“ ist oft auch ein erheblicher Vitamin-D3-Mangel-

zustand.

Der Fachliteratur folgend und unserer Erfahrung nach gibt es bei Vita-

min D3 zwei Besonderheiten zu beachten:

Der individuelle Bedarf ist nicht für alle Menschen gleich, sondern

hängt von Alter, Körpergewicht, Geschlecht, Hautfarbe und weiteren

Faktoren ab. Er muss daher im praktischen Versuch ermittelt werden

(dasselbe gilt z. B. für Jod).

Deutsche Labore führen auf den Auswertungsbögen unter­ schiedliche

Normwertbereiche für Vitamin D3 an, je nachdem wie sehr sich der

Laborleiter mit der Thematik beschäftigt hat. Sie reichen nach eigenen

Beobachtungen von 20–60 ng/ml bis 100–200 ng/ml. Sehen Sie also

davon ab, sich von den angeführten (teil­ weise veralteten) Normwerten

leiten zu lassen.

Bei Erkältungs- oder Krebsneigung bzw. -verdacht und anderen

Immunschwächesituationen können 4000–6.000 mg Vitamin C/

Tag (verteilt auf 3–6 Einzeldosen) hilfreich sein, am günstigsten und

verträglichsten ist Natriumascorbat (Bezug auch über Hersteller von

Lebensmitteln); die Einnahme erfolgt am besten mit einem Schluck

Obstsaft.

66VIRUSINFEKTE: PROPHYLAXE &

AKUTE SELBSTHILFE

(Erwachsenendosis, bei Kindern Reduktion nach Körper-

gewicht):

• Vitamin C als Natriumascorbat 3–6 g verteilt auf Dosen à 1 g

• Vitamin D3/K2 (siehe umseitig)

• Zink 1-mal täglich 50 mg (als Tablette oder Pulver), Kinder je

nach Körpergewicht etwa die Hälfte

• L-Lysin 3-mal täglich 1,5 g (= Aminosäure)

• Cystus 2-mal täglich 1 Kapsel (= Pflanzenextrakt) oder als Tee

• ätherische Öle (siehe entsprechendes Kapitel)

• Kneipp-Anwendungen zur Abhärtung (siehe Bewegung-

Wärme-Kälte)

Nur bei COVID-Verdacht, nicht für Kinder!

• 1-mal täglich ASS 100 (100 mg Acetylsalicylat, Aspirin) für

14 Tage

Bei Erkrankungen mit Gefahr thrombotischer Veränderungen: Nach

Absprache mit dem Therapeuten Ihres Vertrauens bitte 3-mal täglich

ASS 100 (Acetylsalicylsäure 100 mg) einnehmen.

Mehr auf COVID 19 zugeschnittene Informationen finden Sie unter

www.covid-19-vorbeugen-und-behandeln.de (auch als PDF zum

Herunterladen).

Bei Zeichen akuter „Erkältung“ mit Krankheitsgefühl,

Gliederschmerzen, Symptomen im Rachen und den Atemwegen

sowie beginnendem Fieber lohnt es sich, einen Liter einer

Mischung von Holunderblüten- und Lindenblütentee zuzubereiten

und ungesüßt innerhalb von 20 Minuten zu trinken (3–4 Beutel oder

je 1 gehäuften Esslöffel aufbrühen und 10 Minuten abgedeckt ziehen

lassen). Es gibt fertig gemischten „Fiebertee“ in der Apotheke, auch als

Teebeutel. Bei Herz-Kreislauf- und Venen­ gesundheit kann dazu paral-

lel ein heißes Vollbad erfolgen. Vorsicht, es kann dadurch zur Kollaps-

neigung kommen. Danach sollte deswegen ausgiebig geruht werden!

67Achtung: Wenn messbare Leberstörungen oder deutliche Leber-

Galle-Beschwerden vorliegen, warten Sie die Heilung der Leberbeschwerden

ab, bevor Sie die Vitamin-D3-Einnahme beginnen. Neh-

men Sie in dieser Zeit nur 3-mal 2.000 mg Vitamin C und 1-mal täglich

500 IE Vitamin E ein.

Essenzielle Aminosäuren und Fettsäuren können bei chronischen

Krankheiten mangeln. Zur Prophylaxe empfehlen sich besonders

Omega-3-Fettsäuren.

Die ungezielte Einnahme von Aminosäuren kann nicht empfohlen

werden, weil es bestimmte Aminosäuren gibt, die im Stoffwechsel

miteinander konkurrieren. Die Einnahme irgendeines Aminosäure-

Präparates kann einen unentdeckten Mangel einer anderen Amino-

säure sogar verstärken und deshalb sollte die Einnahme immer nach

einem Laborbefund auf den individuellen Bedarf abgestimmt sein.

Dr. Peter Patzak

Quelle

Blaurock-Busch, E. (2022): Lehrbuch Nährstofftherapie. Grundlagen und

Anwendung der Orthomolekularmedizin, 1. Aufl., ML Verlag

68HOMÖOPATHIE

Klassische Homöopathie –

eine ganzheitliche Heilmethode

Die Homöopathie ist eine Behandlungsform, die der sächsische Arzt

Dr. Samuel Hahnemann (1755–1843) ab etwa 1796 entwickelt hat.

Sie basiert nicht auf biochemischen Wirkungen, sondern ist eher als

Informationsmedizin zu bezeichnen. Die Grundlagen der Homöo-

pathie sind:

• die Prüfung der Arzneimittel am Gesunden,

• die Potenzierung der Ausgangsstoffe durch Verreiben und Ver-

schütteln in Verbindung mit Verdünnen, sodass Verdünnungen

entstehen, die keine nachweisbare Menge des Ausgangsstoffes

mehr enthalten und

• das Ähnlichkeitsprinzip (Similia similibus curentur, deutsch:

„Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.“), das bereits

Paracelsus und Hippokrates anwandten.

Durch diesen Vorgang wird bei ausreichender Ähnlichkeit von Arznei-

mittel- und Krankheitsbild ein Impuls gesetzt, der die Selbstheilungs-

kräfte aktiviert. Die Lebenskraft kann auf diese Weise gestärkt und der

Organismus in seiner Heilung unterstützt werden.

Der Begriff Klassische Homöopathie wurde als Abgrenzung zu später

entwickelten Therapieformen wie Komplexmittel-Anwen­ dung oder

anthroposophische Medizin gewählt.

Nur die original Hahnemann´sche Homöopathie behandelt Menschen

tatsächlich individuell.

Lebenskraft

In der reduktionistischen Medizin wird der Mensch – vereinfacht

gesagt – als biochemischer Reaktor betrachtet. Sobald es an irgendeiner

Stelle im Organismus messbare Störungen gibt, werden bio-

chemisch dagegenwirkende Substanzen zugeführt bzw. bei äußer-

lichen bzw. körperlichen Veränderungen diese mit Salben unterdrückt

oder operativ entfernt.

69Der Mensch wird nicht als Geist-Seele-Körper-Organismus angesehen,

der er ist. Dabei existiert in uns eine immaterielle Kraft, die alle Pro-

zesse im Organismus aktiviert, und die Dr. Hahnemann als Lebens-

kraft bezeichnet hatte.

Wir sind keine starren Konstrukte, wir reagieren auf unsere Mit-

menschen, psychische und physische Einflüsse, Umweltgifte, Worte,

Musik oder Berührungen. Der Mensch kann je nach Intensität, Har-

monie, Resonanz oder Dissonanz eines Reizes von außen krank, oder

durch ihn geheilt, er kann geschwächt oder gestärkt werden. Diese

Erkenntnis wurde 100 Jahre nach Hahnemanns Entwicklungen durch

die Greifswalder Professoren entdeckt und als Arndt-Schulz-Gesetz

zum Grundgesetz der Biophysik erhoben.

Die Homöopathie ist in der Lage, mit dem entsprechenden homöo-

pathischen Mittel einen Impuls zu setzen, um die Lebens­ energie frei

fließen zu lassen, was zur Gesundung führt.

Wirkungsweise

Die Naturgesetze, auf deren Grundlage die homöopathischen Wir-

kungen eintreten, sind noch nicht bekannt. Gleichwohl gibt es kein

Naturgesetz, dem diese Effekte widersprechen. Der Patient bekommt

nach ausführlicher Anamnese ein individuell ausge­ wähltes homöo-

pathisches Mittel, welches dem Gesamtbild seiner körperlichen, emo-

tionalen und mentalen Symptome entspricht, quasi ein Analogon.

Dazu ein Beispiel:

Jemand leidet unter akutem Schnupfen mit klarem, scharfem Sekret,

das permanent aus der Nase läuft. Die Augen tränen und brennen.

Durch Verabreichung des Arzneimittels Allium cepa, der Küchenzwiebel,

die bekanntlich beim gesunden Menschen genau diese Symp-

tome hervorruft, kann dieser Kranke in kürzester Zeit beschwerdefrei

werden.

Homöopathische Mittel

Die Arzneimittel können aus pflanzlichen, tierischen und minerali-

schen, in der Natur vorkommenden oder synthetischen Ausgangs-

substanzen hergestellt werden.

70Durch das oben erwähnte Herstellungsverfahren, Potenzierung

genannt, wird sozusagen Information der Ursubstanz auf den Arznei-

träger (Globuli aus Saccharose oder Wasser-Alkohol-Gemisch) über-

tragen.

Es werden D-Potenzen (mit der Verdünnung 1:10), C-Potenzen (Ver-

dünnung 1:100), Q- und LM-Potenzen (Verdünnung 1:50.000) her-

gestellt und verordnet. Die Herstellung homöopathischer Arznei-

mittel ist in Deutschland gesetzlich geregelt und im Homöopathischen

Arzneibuch (HAB), das in jeder Apotheke vorhanden sein muss, fest-

gelegt. Die Potenzen werden so ausgewählt, dass sie dem Zustand des

Kranken möglichst optimal angemessen sind.

Behandlung

Eine homöopathische Behandlung kann für alle Menschen, aber

auch Tiere und Pflanzen, eingesetzt werden. Schwangere und das

ungeborene Kind im Mutterleib können darauf ebenso effizient reagie-

ren wie betagte Menschen. Auch Menschen, die biochemische Arznei-

mittel nicht vertragen, können alternativ mit homöopathischen Poten-

zen behandelt werden.

Solange ausreichendes Potenzial an Lebenskraft vorhanden ist, das

aktiviert werden kann, ist die Herbeiführung von Gesundheit und

Beschwerdefreiheit oder zumindest Linderung möglich. Es können

Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen von der klassi-

schen Homöopathie profitieren.

Eine homöopathische Fallaufnahme umfasst in chronischen Fällen

ein ca. zweistündiges Gespräch, einschließlich einer körperlichen

Untersuchung. Während des Anamnesegesprächs werden sämtliche

jetzigen und früheren Krankheitssymptome, aber auch Essens- und

Schlaf­ gewohnheiten, frühere Operationen und auch Impfungen in

die Betrachtung einbezogen, um ein individuelles homöopathisches

Arzneimittel für den jeweiligen Patienten zu finden.

Impffolge-Erkrankungen (Vaccinosis)

Die Klassische Homöopathie ist eine wirksame und sanfte Methode,

um auch durch Impfungen hervorgerufene Gesundheits­ schäden zu

behandeln.

71Die reichhaltigen Erfahrungen bei der Behandlung, die viele Homöo-

pathen weltweit auf diesem Gebiet über Jahrzehnte sammeln konnten,

kann keine andere Therapieform in dieser Qualität und Quantität vor-

weisen.

Sogar bei den neuartigen Injektionen, den sogenannten mRNA- oder

Vektorimpfstoffen, bei denen genetische Informationen übertragen

werden, kann die klassische Homöopathie günstig Erkrankungen, die

dadurch entstanden sind, beeinflussen.

Fazit

Eine homöopathische Behandlung kann jeder in Anspruch nehmen,

der an einer physischen, psychischen, geistigen Erkrankung und/oder

an einer Impfkomplikation leidet.

Je früher die Therapie einsetzt, desto besser sind die Aussichten auf

Wiederherstellung.

Andrea Linneck; Dr. Peter Patzak

72Homöoprophylaxe nach Hahnemann & Golden

Homöopathische Prophylaxe von Infektionskrankheiten

Die homöopathische Prophylaxe von Infektionskrankheiten ist eine

wissenschaftlich, in großen Feldversuchen als wirksam befun­ dene

medikamentöse Vorbeugemaßnahme für ansteckende Krank­ heiten.

Sie hat sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts auf der ganzen Welt

erfolgreich bei Epidemien bewährt – siehe dazu auch die angegebene

Literatur. Bereits im Jahr 1838 war eine homöopathische Belladonna-

Verdünnung (damals noch nicht als Hochpotenz) von der preußischen

Gesundheitsbehörde allein wegen ihrer überzeugenden Wirkung bei

Scharlachepidemien als Prophylaxe vorgeschrieben worden.

Bei in Deutschland öffentlich empfohlenen Impfungen handelt es

sich um Verfahren, die auf der Theorie von schützenden Antikörpern

beruhen. Nennenswerte Mengen von Antikörpern, die längere Zeit per-

sistieren, werden nach Anwendung von Tot- Impfstoffen nur gebildet,

wenn dem Impfstoff als Adjuvans biochemisch wirksame Substanzen

(Squalen, Aluminiumhydroxid und andere) zugesetzt werden. Die

Höhe eines Antikörperspiegels allein kann in den meisten Fällen nicht

als Indikator einer Immunität gegen eine bestimmte Krankheit gelten.

Zwei Beispiele für große Feldversuche mit zehntausenden Versuchs-

personen:

• 1969–74 mit der BCG-Impfung (gegen Tuberkulose)

in Indien (durch die WHO),

• 1999 mit der DPT-Impfung in Guinea-Bissau

(durch Prof. Peter Aaby, Bandim Health Project)

führten zu folgendem Ergebnis: Die Geimpften erkrankten und star-

ben signifikant häufiger als die ungeimpfte Kontrollgruppe.

Da die WHO mittlerweile ca. 90 % ihrer Einnahmen von internationalen

Finanzkartellen erhält (die Medizinindustrie und Medien

kontrollieren), werden wir die Ergebnisse dieser Studien kaum aus

der Tageszeitung erfahren. Epidemien in Ländern mit Impfpflicht

(z. B. Masernepidemien in Finnland und den USA, wo 100 % aller73Erkrankten geimpft waren) bestätigen die oft mangelhafte Wirksam-

keit biochemischer Impfverfahren.

Die Zuverlässigkeit der homöopathischen Prophylaxe und ande-

rem wurde in einer Studie über 15 Jahre von 1988 bis 2003 an über

2.300 Kindern an der Universität von Melbourne/Australien unter Auf-

sicht von zwei Statistikprofessoren nachgewiesen. Danach erreicht die

homöopathische Prophylaxe eine Schutzwirkung von durchschnittlich

mehr als 90 %, eine Zuverlässigkeit, die unter Epidemiebedingungen

nur selten bei einem Impfstoff gelang.

Das beiliegende Prophylaxe-Programm wurde in Anlehnung an die For-

schungen von Isaac Golden, PhD, der die Studie in Australien leitete,

und an die in Deutschland üblichen Kinderimpfungen vorgenommen.

Eltern sollten in Abstimmung mit ihrem Homöo­ pathen entscheiden,

wann und welche Prophylaxe für das jeweilige Kind zu empfehlen ist.

Für Erwachsene gilt die Methode analog.

Einnahmeschema nach I. Golden:

1 oder 2 Kügelchen des Prophylaxe-Mittels in einem 10-ml-Fläschchen

mit 40-prozentigem Alkohol auflösen, davon an 2 aufeinanderfolgenden

Tagen je 2 Tropfen auf 1 Teelöffel Wasser einnehmen, die

Flasche vor jeder Einnahme kräftig schütteln. Bei Bedarf können meh-

rere Personen aus derselben Flasche versorgt werden.

Wenn man mehrere Mittel benutzt, sollten die Flaschen unbedingt

beschriftet sein.

Das Prophylaxe-Schema kann analog auf mögliche Erkrankungen bei

Tropenreisen (Malaria, Gelbfieber) angewendet werden. Die dafür

benötigten Mittel und Empfehlungen erhalten Sie bei dem Homöo-

pathen Ihres Vertrauens.

Da zwei Monate Zeit pro vorzubeugender Krankheit notwendig sind,

sollten Sie vor geplanten Auslandsreisen rechtzeitig mit einer homöo-

pathischen Prophylaxe beginnen.

Auch bei tropischen Krankheiten hat sich die Methode bewährt. Hier-

für liegt uns eine Studie aus Kuba vor, in der aufgezeigt wurde, dass –

nachdem konventionelle Impfprogramme versagt hatten – mit einer74einzigen Gabe von C 200 die oft todbringende Leptospirose (tropische

Infektionskrankheit durch das Bakterium Leptospira icterohaemorr-

hagica) besiegt werden konnte.

Das homöopathische Eradikationsprogramm kostete 1,7 % dessen, was

zuvor die Impfungen gekostet hatten.

Für Erkrankungen wie Poliomyelitis und Masern gibt es einen konkre-

ten Zeitplan zur Anwendung homöopathischer Mittel:

Zeitplan des Ablaufs der homöopathischen Prophylaxe:

Epidemische

Krankheit

Arzneimittel 1. Gabe 2. Gabe 3. Gabe

Keuchhusten Pertussinum

oder Drosera

1. LM*

C 200

2. LM

C 200

3. LJ**

XMK***

Tetanus Hypericum oder

Tetanotoxinum

11. LM

C 200

12. LM

C 200

6. LJ

XMK

Masern Morbillinum 4. LM

C 200

5. LM

C 200

6. LJ

XMK

Poliomyelitis Lathyrus sativus

oder Polionosode

4. LM

C 200

15. LM

C 200

7. LJ

XMK

LM* = Lebensmonat, LJ** = Lebensjahr, XMK*** = C 10.000

(K=Korsakoff-Methode der Herstellung)

Den Masern-Antikörpertiter bestimmen Sie frühestens

4–6 Wochen nach Abschluss der Gaben. Belastbare Immunität und ein

offiziell genügender Antikörpertiter-Anstieg gehen in der Mehrzahl der

Fälle nicht miteinander einher. Für die Masernprophylaxe sollte des-

halb ein abweichendes Schema angewandt werden.

Dr. Peter Patzak

75Quellen

Bracho, G., Varela, E., Campa, C. et al. (2010): Large-scale application of

highly-diluted bacteria for Leptospirosis epidemic control, Homeopathy 99,

156 ff.

Buchwald, G. (2000): Impfen – das Geschäft mit der Angst, emu Verlag

Golden, I. (2005): Vaccination and Homeoprophylaxis? A Review of Risks

and Alternatives. 6th ed., Isaac Golden publ.

Graf, F. P. (2003): Homöopathie und die Gesunderhaltung von Kindern und

Jugendlichen, Sprangsrade Verlag

Hahnemann, S. (2001): Gesammelte kleine Schriften, 1. Aufl.,

Hrsg. Josef M. Schmidt und Daniel Kaiser, Karl F. Haug Verlag

Roy, R., Lage-Roy, C. (2023): Homöopathischer Ratgeber Reisen, 15. Aufl.,

Lage & Roy Verlag

76Kann man Impfstoffe „homöopathisch ausleiten“?

Der Ausdruck „ausleiten“ impliziert einen stofflichen Vorgang nach der

Idee: Der Impfstoff wurde eingeleitet (per Injektion), und jetzt leiten

wir ihn wieder aus (per Kügelchen). Der Begriff „Ausleitung“ ist im

Zusammenhang mit Impfungen irreführend.

Da sich die verschiedenen Impfstoffbestandteile mit unterschied­ lichen

Geschwindigkeiten im gesamten Körper ausbreiten (via Blut- und

Lymphstrom), ist die Vorstellung, man könne diese Milliarden Mole-

küle irgendwie wieder „einsammeln“ und konzentriert irgendwo hin-

leiten, für Naturwissenschaftler schwer erträglich.

Außerdem sind die von uns homöopathisch verwendeten Arznei­ mittel

gar nicht stofflich.

Ein Beispiel zum Verständnis: Wenn jemand einen Eimer Farbe in

einen Fluss gießen würde, wie könnte man die Farbe, die sich binnen

Stunden überall verteilt hat, wieder „ausleiten“?

Mit der Injektion eines Impfstoffes beginnen auch zahlreiche immuno-

logische Prozesse, die binnen Stunden irreversibel verlaufen, d. h. ein-

mal gebildete Entzündungsmediatoren (Zytokine), Immunglobuline

oder Antikörper lassen sich nicht wie mit einem gedachten Sieb in den

Blutgefäßen wieder auffangen und dann irgendwo unschädlich aus-

leiten. Dr. Tinus Smits, auf dessen Methode sich manche berufen, hat

das auch nirgends in seinen Schriften behauptet. Smits selbst nannte

seine Methode „Detox“, also Entgiftung, was der Sache näherkommt.

Es geht vielmehr um eine spezifische Aktivierung der Lebenskraft

nach dem Ähnlichkeitsgesetz, d. h. nach den individuellen Symp-

tomen des Falles und nach der vermuteten Ursache (siehe Organon,

§§ 5 und 153). Wird es anders angewendet, sollte es lieber nicht als

Homöopathie bezeichnet werden. Smits nannte daher seine Methode

korrekterweise Isopathie.

Nach dem Einbringen eines Impfstoffes geschehen tausende bio-

chemische Reaktionen, von denen jede einzelne zu einer Gesundheits-

störung führen kann – welche Reaktionen das sein können und in wel-

cher Vielfalt ist der Fachliteratur und den Datenbanken zu entnehmen.

Wegen dieser biochemischen Vorgänge ist „der Impfstoff“ – als hetero-

genes Gemisch dutzender bioaktiver Substanzen – bereits nach Minu-

ten nicht mehr als solcher vorhanden.

77Die häufig enthaltenen Adjuvantien, nämlich Zusatzstoffe wie z. B.

Aluminiumverbindungen oder Squalen, aber auch Lösungsmittel,

Emulgatoren wie Tween 80®, Konservierungsstoffe wie Formaldehyd

und Thiomersal, Metallkomplex-Nanopartikel als mögliche Ver-

unreinigungen, nicht erst neuerdings DNA- und RNA-Partikel aus

den Anzuchtmedien (oft Bakterienkulturen und menschliche Krebs-

zelllinien) und bei mRNA-Produkten auch frostschutzmittelähnliche

Substanzen (Glykole), verteilen sich mit dem Blut- und Lymphstrom

im ganzen Organismus und können an jeder Stelle und in jedem

Gewebe zu un­ erwünschten Arzneiwirkungen führen.

Es trifft zu, dass es erfolgreiche homöopathische Behandlungsmöglichkeiten

für Impfkomplikationen gibt: Diese müssen jedoch

angepasst sein – je nach eingetretener Komplikation und indivi­ dueller

Gesamtlage der Gesundheit der geimpften Person. Die Erkennung die-

ser Komplikationen wird erst möglich, nachdem der Schaden in Gestalt

eines Arzneimittelbildes erkennbar ist.

Das derzeit modernste homöopathische Verzeichnis, das explizit Impf-

komplikationen listet – Meta Repertory (4. Aufl. 2018) – enthält

205 bewährte Arzneimittel in der Rubrik Vaccinations, ailments from.

Ein einzelnes „bewährtes Mittel“ für alle Impffolgen anzupreisen, muss

daher als unseriös gelten.

Der Begriff „homöopathische Ausleitung“, der sich umgangs­ sprachlich

leider etabliert hat, führte zu der irreführenden Annahme, man könne

sich und seine Kinder ruhig impfen lassen, die Homöo­ pathie werde

entstandene Gesundheitsstörungen schon wieder ausleiten/reparie-

ren.

Nachdem der Verfasser dieses Kapitels in 30 Jahren mehr als 750 Impf-

geschädigte behandelt bzw. begutachtet hat, soll diese Annahme revi-

diert werden.

Der Statistik zufolge (mit Stand Oktober 2024) führen (ohne individu-

elle homöopathische Behandlung)

• ca. 1 % aller Impfkomplikationen zum Tode,

• ca. 75 % zu bleibenden Gesundheitsschäden und

• nur ca. 24 % (meist akute fieberhafte Entzündungsreaktionen)

heilen von alleine aus.

78Trotz bestmöglicher Behandlung bleiben bei einem Teil der

Geschädigten irreversible Beschwerden zurück. Auch Hahnemann

wusste das (siehe Organon der Heilkunst §§ 75 und 76).

Dr. Peter Patzak

Quellen

Hahnemann, S.: Organon der Heilkunst (1989). 6. Aufl., O-Verlag

Murphy, R. (2018): Meta Repertor, 4th ed, Lotus Health Institute

Smits, T. (2020): Autism Beyond Despair. Cease Therapy, 3rd. ed, edited by

Tim Owens, Emryss Publ.

79HEILPFLANZEN & AROMATHERAPIE

(ÄTHERISCHE ÖLE)

Düfte, Aromen und Gerüche sprechen den ältesten Teil unseres

Gehirns an – das Stammhirn mit dem limbischen System. Durch den

Geruchssinn werden die grundlegendsten Lebensfunktionen gesteuert

und beeinflusst.

Dort ist der Sitz von Sympathie und Antipathie, der Grund­ stimmung,

des Antriebs und der Grundmotivation. Wir finden hier die Ur-Impulse

der Sexualität, die Verbindungen zu Erinnerungen und zur Steuer-

zentrale des vegetativen Nervensystems, was wichtig für das Immun-

system ist.

Die Reaktion auf Gerüche geht schneller und wirkt tiefer als die

Reaktion auf Seh- und Höreindrücke, da diese erst an das Groß-

hirn geleitet werden, um dort analysiert und verarbeitet zu werden.

Sie kennen die Redewendungen wie „Lunte riechen“, „das riecht, als

ob etwas faul ist“, „jemanden nicht riechen können“, „Wind (= Geruch)

bekommen von etwas“.

Duftreize bewirken die Ausschüttung von Neurotransmittern (Nerven-

botenstoffe) im limbischen System (= Riechhirn):

• Enkephaline: schmerzstillend, Heiterkeit, Euphorie, Wohlgefühl

• Endorphine: schmerzstillend, sexuelle Stimulation, Wohlgefühl

• Serotonin: Beruhigung, Entspannung

• Noradrenalin: Anregung, Wachheit

Hinweis:

Für Therapiezwecke sollen ausschließlich hochwertige und

natürliche Öle, wenn irgend möglich in Bioqualität, ver-

wendet werden!

(Recherche zum Hersteller sei empfohlen)

Für die Immunprophylaxe möchten wir Ihnen zwei ätherische Öle vor-

stellen, die Sie sehr einfach und wirksam im Alltag einsetzen können.

Das erste ist das Latschenkiefernöl oder auch das Kiefernöl.

80Es wirkt sehr stark reinigend bzw. heilend auf die Atemwege und hat

auch einen günstigen Einfluss auf den Bewegungsapparat (bei Ver-

spannungen, Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen etc.).

Das zweite bewährte Mittel ist das Gewürznelkenöl.

Seit der Coronazeit ist es bekannter geworden, nämlich in seiner erfolg-

reichen Verwendung als Luftreiniger, zur Infektions­ prophylaxe und

auch als Schutz vor negativen Auswirkungen durch Ausscheidungen

von „Corona-Geimpften“ über die Atemluft oder den Schweißdunst.

Anwendung (betrifft beide Öle, auch einer Mischung von beiden):

Einreiben auf der Haut: Vor möglicher Exposition reibe man sich

Arme, Hals, eventuell den Oberkörper mit dem verdünnten Öl ein

(Menge ca. 20–40 Tropfen – 1–2 ml). Dieses Prozedere kann im Laufe

des Tages mehrmals wiederholt werden. Bei z. B. langer Bahnfahrt

sollte ein Fläschchen davon in der Tasche nicht fehlen!

Raumbehandlung: Raum mit 5–10 Sprühstößen aussprühen (z. B.

auf Holzmöbel, gibt keine Flecken, ich selbst habe mehrere dafür vor-

gesehene Holzstücke in den Regalen, die ich ansprühe) – sehr wichtig!

Immer vor Gebrauch schütteln!

Herstellung von Raumspray: Geben Sie 20 (30, 50) Tropfen des

ätherischen Öls in eine braune 20- (30-, 50-) ml-Arzneiflasche mit

Sprayaufsatz aus der Apotheke. Füllen Sie die restliche Menge mit

Doppelkorn oder besser noch mit hochprozentigem Alkohol auf (70

oder 96 %).

Herstellung von Öl zum Einreiben erfolgt wie beim Raumspray,

aber anstatt des Alkohols nehmen Sie Mandel-, Jojoba-, Traubenkern-,

Argan- oder ein anderes gutes Trägeröl in Bioqualität.

Das Gebiet der Phytotherapie, der therapeutischen Anwendung von

Heilpflanzen, ist riesig.

Hier ist der Auszug eines Erfahrungsberichtes eines Arztes unseres

Teams, welcher beispielhaft zeigen soll, wie auf einfache, natürliche

Weise komplexe Probleme gehandhabt werden können:

81„Aufgrund eines häufigen Phänomens bei den Familien, die ich

in der Coronazeit behandelt habe, bin ich auf die Kiefer, speziell

die Kiefernnadeln gestoßen.

Kiefernnadeln enthalten Suramin, eine Substanz, die das toxi-

sche Spike-Protein bindet. Wenn Eltern mir erzählten, dass sie

Sorge hätten, dass die ungeimpften Kinder durch die Spike-

Ausscheidung der geimpften Großeltern Schaden davontragen

könnten, war meine häufige Antwort: Ich halte es für wichtig,

dass die Enkel und die Großeltern sich sehen. Macht ein Ritual

miteinander. Bietet an, dass Ihr einen Kiefernnadeltee kocht

und diesen Tee dann die gesamte Familie miteinander trinkt.“

Mal abgesehen von der medizinischen Heilkraft sind die Nadelbäume

ein großes Kulturgut für uns. Sie sind in viele Abläufe des Jahres ein-

geschlossen: Adventskranz und Christbaum mit ihren duftenden

Nadeln, Tannenzweige, die über die winterlichen Beete als Schutz

gegeben werden. Harz und ätherisches Öl werden seit Urzeiten zur

Therapie von Erkrankungen der Atmungsorgane und des Bewegungs-

apparates verwendet.

Kieferntee-Rezept

Zubereitung: 1–3 Esslöffel von in ca. 1 cm große Stückchen geschnittene

Nadeln pro große Tasse geben!

Bringen Sie Wasser zum Kochen und geben die Nadeln hinein. Ent-

fernen Sie den Topf von der heißen Platte und decken ihn sofort ab.

Danach ist es günstig, den Topf in ein großes Handtuch einzuwickeln,

und ohne weitere Erhitzung den Tee 15–20 Minuten ziehen zu lassen.

Am besten ist es natürlich, den Tee ungesüßt zu trinken. Ein bisschen

Honig oder ein paar Tropfen Zitronensaft können bei der Motivation

zum Trinken für „ungewohnte Kehlen“ hilfreich sein. Für normale

Gesundheit empfehle ich 1–3 große Tassen pro Tag.

Quellen für Kiefernnadeln:

Es ist mit Abstand am besten, selbst in den Wald zu gehen und die

Triebe dieses Jahres zu sammeln (etwa die letzten 10 cm des Zwei-

ges, von der Zweigspitze zur nächsten Aufzweigung). Die Ernte wird

auf einem Geschirrtuch etwa 5 cm hoch ausgebreitet und zwei bis drei

Wochen getrocknet (etwa alle zwei Tage wenden) und dann luftig in82einem Stoffbeutel aufbewahren (z. B. in einem trockenen Raum unter

der Decke hängend oder in einem Glas, das lichtgeschützt gelagert

wird).

Die zweite Heilpflanze, die nicht nur erfolgreich zur Therapie einer

Covid-19-Infektion eingesetzt wird, ist der Löwenzahn. Dieser häu-

fige Begleiter unserer Gärten reinigt hervorragend Leber und Nieren.

Er unterstützt ebenso Magen und Darm bei der Verdauung und den

Immunfunktionen.

Außerdem wurde inzwischen wissenschaftlich festgestellt, dass er

Spike-Proteine deaktiviert.

Anwendung:

Erwachsenen sei empfohlen 3–5 Blätter täglich zu Beginn einer Mahl-

zeit sehr ausgiebig pur zu kauen. Mit Kindern zusammen lässt sich

eine „Hasenparty“ veranstalten: Jeder hat ein Blatt in der Hand und

dann wird es mit den Schneidezähnen Stück für Stück geknabbert, wie

ein Hase oder Karnickel es tun. So lässt sich Gesundheit mit Spaß ver-

binden. Schon das Pflücken des Löwenzahns kann ein schöner Teil des

Rituals sein.

Uwe Wilhelm Haspel

Quellen

Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte (2011), AT-Verlag

Studie über Wirkung von Suramin (Kiefernnadeln) bei Covid 19:

100-Year-Old Treatment Inhibits COVID-19 Infection – Rensselaer

researchers find that suramin may help fight new COVID variants, July 24,

2023: https://news.rpi.edu/content/2023/07/24/100-year-old-treatment-

inhibits-covid-19-infection

Studie über Wirkung von Löwenzahn bei Covid 19:

Common dandelion (Taraxacum officinale) efficiently blocks the interaction

between ACE2 cell surface receptor and SARS-CoV-2 spike protein D614,

mutants D614G, N501Y, K417N and E484K in vitro:

Pharmaceuticals doi: 10.3390/ph14101055 – vom 19.03.2021

83BAUBIOLOGIE |

ELEKTROMAGNETISCHE FELDER |

SCHLAFPLATZ

Einführung

Viele von uns leben heutzutage in der westlichen Welt zu einem gro-

ßen Teil in überwiegend künstlicher Umgebung. Dabei ist vielen fremd

geworden, dass wir als Menschen ein Teil der Natur sind. In mehr oder

weniger bedeutsamen Belangen leben wir sogar gegen die Natur und

ihre Gesetze.

Selbstverständlich hat unsere Umgebung Einfluss auf die eigene

Gesundheit und unser Wohlbefinden. Doch um Angst und Hysterie

vorzubeugen, sei hier zu Beginn gesagt:

Bei aller Chemie sowie auch aller Feld- und Strahlenbelastung funk-

tioniert unser Organismus phänomenal und zwar ganz einfach. Er

arbeitet nach demselben Prinzip wie ein See oder Bankkonto:

Wir haben einen Zufluss, einen Kontoeingang – und wir haben

einen Abfluss, einen Zahlungsausgang.

Wenn der Abfluss, d. h. die Reinigungsleistung unseres Organismus

gut funktioniert und wir sie durch unsere Lebensweise unterstützen,

können wir eine erstaunliche Menge an toxischen Chemikalien und

auch schädliche elektromagnetische Feldbelastung kompensieren. So

wunderbar ist unser Organismus beschaffen.

Deshalb seien wegen ihrer Wichtigkeit folgende Dinge aus

vorigen Kapiteln nochmals betont:

Tun Sie sich grundsätzlich gesundheitlich Gutes mit:

• täglicher Bewegung an der frischen Luft,

• täglichem Innehalten und Reflektieren: Was tue ich gerade? Wel-

che Ziele habe ich? Bin ich auf dem passenden Weg dafür? Wie

geht es mir? Was brauche ich?,

• täglich erfüllenden sozialen Kontakten, erfüllendem Tun,

• dem Trinken von gesundem Wasser,84• dem Essen in Ruhe und nur in benötigter Menge („Wir leben

nicht, um zu essen, sondern wir essen, um zu leben!

– Zitat

Pfarrer Kneipp) und

• eventuell noch einer Kneipp-Abwaschung oder eines Gusses.

Dann folgt ein einfacher, dennoch so wichtiger Rat, dass er schon fast

zu simpel klingt:

Jedes Gift und jede Belastung, die wir uns nicht zufügen,

brauchen wir nicht zu kompensieren, d. h. im Klartext: So

sinnvoll und effektiv wie möglich sind Chemie-, Feld- und

Strahlungsexposition zu minimieren!

Hier ist eine Checkliste der wichtigsten Fragen, die individuell

angepasst werden können:

• Welchen chemischen Reizen bin ich täglich oder häufig aus-

gesetzt?

• Welche Chemikalien inkorporiere ich (durch Essen, Einatmen,

großflächige Aufnahme über die Haut, auch durch Injektion)?

• Welche Quellen von Strahlung und Energiefeldern befinden sich

mehrere Stunden pro Woche nahe an meinem Körper oder

im Raum (vor allem in Brustnähe oder in der Hosentasche,

eventuell sogar am Steuerzentrum = Kopf) – Handy, DECT-

Telefone, Smartphone, Tablet, Computer, Router, Fritzbox und

andere WLAN-Quellen?

• Welchen Chemikaliendämpfen und elektromagnetischen Fel-

dern (EMF) bin ich während des Schlafs ausgesetzt (siehe

folgenden Abschnitt)?

Des Weiteren:

• Ist mein Ausscheidungssystem intakt, unterstütze ich es

genug, ist meine Lebensweise in grundlegenden Belangen gesund

genug? (siehe Kapitel „Darmreinigung“, „Selbstbeobachtung“

und „Entgiftung – Detox“)

• Ist die Atemluft an den Orten, an denen ich viel Zeit verbringe,

rein genug? Bedarf es einer Verhaltensänderung oder eines Luft-

filters?

85Elektromagnetische Felder = EMF

Hier sind einige Fragen zum Überprüfen Ihres „Status quo“:

Habe ich mein Telefon so lange Zeit wie möglich auf Flug-

modus?

Wenn ich auf Telefonempfang bin, habe ich so lange Zeit wie mög-

lich WLAN und die „mobilen Daten“ ausgeschaltet? (deren

Strahlenbelastung ist im Bereich des Hundert- oder Tausend­ fachen im

Vergleich zu bloßer Telefon-Empfangsbereitschaft, wegen der vielen

und ständigen Datenübermittlung durch die aktiven Apps und sozialen

Netzwerke). Je größer die Entfernung des Telefons vom Kopf bzw. der

Feld- und Strahlungsquelle (wie Laptop, Router, Fritzbox) vom Kör-

per, umso geringer ist die EMF-Belastung!

Telefoniere ich konsequent mit verkabeltem Headset? Auch

Bluetooth bedeutet elektromagnetische Feldbelastung und diese-

Exposition geht entweder mit den Ohrhörern ins Ohr oder befindet

sich im Bereich der Kopfhörer sehr nahe am Gehirn.

Ergänzend sei gesagt: Es ist messtechnisch widerlegt, dass WLAN-

Strahlung auch durch verkabelte Ohrhörer ins Ohr geleitet würde.

Im Ohr möglicherweise schädlich ist das Magnetfeld des Mini-Laut-

sprechers in Ohr- oder Kopfhörern, besonders bei häufiger Nutzung

über Stunden täglich. Empfohlen seien Produkte, bei denen die End-

strecke der Schallübertragung in den Gehörgang durch eine Luftsäule

erfolgt und somit nur minimale Feldbildung in unmittelbarer Nähe des

Kopfes geschieht.

Erledige ich meine Arbeiten und Korrespondenzen, sowohl zu Hause

als auch am Arbeitsplatz, soviel wie möglich an einem verkabelten

Computer (WLAN-Feld entfällt, dazu kommen als günstige Faktoren

die aufrechte Körperhaltung und der „geweitete“ Blick)? Als Tipp für

preisgünstige effektive Verkabelung der gesamten Wohnung gibt es die

Möglichkeit, das LAN-Signal durch das elektrische Netz zu leiten. Mit-

tels eines speziellen Steckers, welcher das Signal decodiert, ist somit an

jeder Steckdose desselben Stromnetzes möglich, verkabelt am Compu-

ter zu arbeiten (siehe bei www.heise.de „LAN über Steckdose“).

86Gesunder Schlafplatz

Der Schlafplatz ist deshalb von immenser Wichtigkeit, weil wir

einen sehr großen Teil unseres Lebens dort verbringen (plus/

minus 1/3 der Tageszeit) und weil wir im Schlaf im „Erholungs-

modus“ hundertmal empfindlicher für Toxine und elektro-

magnetische Felder (EMF) sind als im „Leistungsmodus“ im Wach-

zustand.

Um einen Vergleich anzubringen: Die Belastung im Schlaf ist mit der

Gefahr vergleichbar, die besteht, wenn ein Mensch nackt bei -20 Grad

hinaus in den Schneesturm geht, anstatt sich angemessen mit Klei-

dung zu schützen.

Der „Leistungstonus“ unseres vegetativen Nervensystems wirkt als

Schutz vor vielerlei Schadfaktoren.

Achten Sie im Schlafzimmer auf Folgendes:

• Im Raum soll kein elektromagnetisches Feld produziert wer-

den.

• Alle elektrischen Geräte, besonders Router, Computer,

Handy, DECT-Telefone und Quarzwecker, sollen sich in anderen

Räumen befinden!

• Eventuell bauen Sie eine „Netzfreischaltung“ ein – mit dem

Effekt, dass nachts im Schlafzimmer automatisch mit dem Aus-

schalten des Lichts der 220 V-Stromkreis abschaltet!

• Schalten Sie nachts konsequent (für die ganze Wohnung oder

das Haus) das WLAN aus (eine Zeitschaltuhr kann da nützlich

sein)!

Achten Sie des Weiteren auf Folgendes:

• Bettwäsche, Schlafanzug, Decke, Kissen, Matratze, Auf- und

Unterlage sollten frei von Chemie, Kunstfaser sowie Plas-

tik sein.

• Bettgestell, Lattenrost, Fußbodenbelag und idealerweise auch

Mobiliar sollten frei von Pressspan und Kunststoffen, ins-

besondere PVC, sein. Konsequenz: Ersetzen Sie diese Materia-

lien gegebenenfalls durch Naturmaterialien!

• Keine Metallfedern („Sprungfedern“ in der Matratze)!87• Kein Licht beim Schlafen (wegen des Melatonin-Stoffwechsels)!

• Halten Sie Fenster möglichst über lange Zeit des Jahres in

Kippstellung (Luftaustausch verdünnt jeglichen Schadstoff)!

Zur Verbesserung der Schlafqualität sei weiterhin empfohlen:

• Gehen Sie frühzeitig Schlafen (vor 22 Uhr)

• Nehmen Sie das letzte Essen frühzeitig am Tag ein (vor

18 Uhr, in der Sommerzeit vor 19 Uhr)

• Sorgen Sie für einen ausgeglichenen Flüssigkeitsspiegel vor

dem Zubettgehen. Vermeiden Sie durstig zu sein, sonst funktio-

niert die innere Körperreinigung nicht – Nieren haben nachts

ihre Hauptarbeitszeit.

• Programmieren Sie sich direkt vor dem Schlafengehen mit

dem leise gesprochenen Vorsatz, gut zu schlafen und frisch zu

erwachen. (z. B.: „Ich erhole mich gut in dieser Nacht und wache

frisch und munter um … Uhr auf!“)

Verbessern Sie die Raumatmosphäre!

Bringen Sie ätherisches Öl aus, z. B. Lavendel oder Mischungen aus

Lavendel, Vanille etc.). Diese Öle gibt es auch als fertige Aerosolsprays

zu kaufen (bitte in Bioqualität, Anleitung zum Selbstmischen im Kapi-

tel Heilkräuter und Aromatherapie).

Besprühen Sie ein Holzstück, ein Stoff- oder Papiertaschentuch (auf

dem Nachtschrank) oder reiben sich das verdünnte ätherische Öl auf

die Brust, die Pulsadern oder die Beine.

Uwe Wilhelm Haspel

Quellen

Informationsblätter und Broschüren

Die 16 praktischen Handyregeln der Wiener Ärztekammer als PDF:

file:///C:/Users/User/Downloads/Zypern_OeAeK_Handyregeln_

Nov_2017-1.pdf

88Ratgeber 1: Elektrostress im Alltag

Ratgeber 2: 5G Risiken Alternativen

(beide Ratgeber über www.diagnose-funk.org erhältlich)

Mobilfunk – Die verschwiegene Gefahr, Broschüre als PDF (2012):

https://de.scribd.com/document/192058321/Mobilfunk-Die-Ver-

schwiegene-Gefahr

Literatur und Links

Maes, Wolfgang: Stress durch Strom und Strahlung (2019), Institut für Bau-

biologie und Nachhaltigkeit

Niggli, Ursula; Land im Strahlenmeer: Über die gesundheitlichen Aus-

wirkungen von Funkstrahlungen bei Mensch und Tier (2017), Omnino

Verlag Berlin

Scheiner, Dr. med. Hans-Christoph und Ana: Mobilfunk – die verkaufte

Gesundheit (2006), Michaels

Informative Internetseiten

www.diagnose-funk.org

www.ul-we.de

89ENTGIFTUNG / DETOX – GRUNDSÄTZE

In der heutigen Zeit, in der wir ständig mit unterschiedlichen Stresso-

ren wie Umweltgiften, Pestiziden etc. konfrontiert sind, gewinnt das

Thema Entgiftung zunehmend an Bedeutung.

Der menschliche Körper ist ein bemerkenswertes System, welches über

verschiedene Mechanismen zur Selbstreinigung verfügt. Diese natür-

lichen Entgiftungsprozesse sind für die Aufrechterhaltung unserer

Gesundheit und für das Wohlbefinden entscheidend. In diesem Artikel

werden wir die wichtigsten körpereigenen Entgiftungsmöglichkeiten

beleuchten.

Die Leber als zentrales Organ zur Entgiftung im menschlichen Kör-

per filtert das Blut, entfernt schädliche Substanzen und wandelt sie in

weniger schädliche Formen um. Danach werden diese über die Galle

oder die Niere (den Urin) ausgeschieden. Die Leber ist in der Lage,

Alkohol, Medikamente und andere Toxine abzubauen.

Die Nieren spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der körper-

eigenen Reinigung, indem sie Abfallprodukte und über­ schüssige Subs-

tanzen aus dem Blut filtern. Sie regulieren den Wasserhaushalt und

sorgen dafür, dass Schadstoffe ebenfalls über den Urin ausgeschieden

werden.

Die Haut ist nicht nur das größte Sinnesorgan unseres Körpers, son-

dern auch ein wichtiger Bestandteil des Entgiftungssystems. Durch

Schwitzen werden Toxine und Abfallprodukte aus dem Körper eli-

miniert. Regelmäßige Bewegung und Saunagänge können die Haut-

funktion unterstützen und die Ausscheidung fördern.

Auch der Darm spielt eine wesentliche Rolle bei der Entgiftung, indem

er Nahrungsreste und Toxine aus dem Körper entfernt. Eine ballast-

stoffreiche Ernährung fördert die Darmgesundheit und unterstützt die

Ausscheidung von Abfallprodukten.

Des Weiteren tragen die Atemwege zur Toxinausleitung bei, indem

sie Schadstoffe aus der Luft filtern. Die Lunge entfernt schädliche Par-

tikel und Gase, die wir einatmen. Durch bewusstes Ein- und Ausatmen

kann die körpereigene Reinigung unterstützt werden.

90Sowohl pflanzliche als auch mineralische Entgiftungs­ methoden

bieten unterstützende Ansätze, um den Körper von schädigenden

Substanzen zu befreien und das allgemeine Wohl­ befinden zu fördern.

Viele Pflanzen enthalten bioaktive Verbin­ dungen, welche die Leber-

funktion unterstützen, die Verdauung fördern und die Ausscheidung

von Giftstoffen anregen.

Zu den bekanntesten Pflanzen, die für diese Zwecke verwendet wer-

den, gehören

die Mariendistel. Sie enthält Silymarin, welches unterstützende

Eigenschaften für die Leber besitzt und sogar die Leberregeneration

fördern kann.

Die Wurzeln und gleichermaßen die Blätter des Löwenzahns wirken

harntreibend und regen die Nierenfunktion an, was zur Ausscheidung

von Giftstoffen beiträgt.

Die Brennnessel hat entzündungshemmende Eigenschaften und

kann die Nierenfunktion unterstützen, was die Ausscheidung von Gift-

stoffen bewirkt.

Grüner Tee ist reich an Antioxidantien, hilft freie Radikale zu neutra-

lisieren und die Leber zu entlasten.

Koriander ist dafür bekannt, Schwermetalle im Körper zu binden

und deren Ausscheidung zu begünstigen.

Neben pflanzlichen Mitteln spielen auch Mineralien eine wichtige

Rolle bei der Entgiftung des Körpers. Sie sind an verschiedenen bio-

logischen Prozessen beteiligt, die zur Eliminierung von Toxinen und

somit zur Aufrechterhaltung der Gesundheit notwendig sind.

Mineralien wie Magnesium, Zink und Selen sind wesentlich für

toxinausleitende enzymatische Prozesse im Körper.

Heilerde, die unter anderem häufig in Detox-Kuren verwendet wird,

bindet Giftstoffe im Verdauungstrakt, wodurch deren Aufnahme in

den Körper verhindert wird. Viele Menschen nutzen sie auch zur Lin-

derung von Entzündungen und zur Förderung der Wundheilung.

91Die Kombination von pflanzlichen und mineralischen Anwendungen

kann eine effektive Methode sein, um den Körper zu reinigen und die

Gesundheit zu fördern.

Es ist jedoch wichtig, solche Detoxmaßnahmen mit Bedacht anzugehen

und im Idealfall Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker

zu halten, insbesondere für den Fall, dass Vorerkrankungen

bestehen oder falls Medikamente ein­ genommen werden.

Auf dem aktuellen Gesundheitsmarkt sind viele weitere pflanzliche

und mineralische Produkte verfügbar. Die Wahl der Substanzen sollte

dem individuellen Bedarf angepasst werden.

Folgendes sei zusammenfassend gesagt:

Eine ausgewogene, biologische Kost in Kombination mit

ausreichender Flüssigkeitszufuhr und täglicher Bewegung

helfen unserem Körper, gesund zu bleiben.

Andrea Linneck

Quellen

Huch, Renate, Jürgens, Klaus D. (2020): Mensch Körper Krankheit 9. Aufl.,

Urban & Fischer

Roberts, Alice, et al. (2023): Anatomie und Physiologie – die große Bild-

Enzyklopädie, Dorling Kindersley Verlag

Simonsohn, Babara (2023): Löwenzahn-Wunderkraut für Resilienz und

Lebens­ kraft – Kompaktratgeber, Mankau Verlag

Simonsohn, Babara (2024): Brennnessel Kompaktratgeber, Mankau Verlag

Madejski, Margret (2024): Entgiften mit Heilkräutern, AT Verlag

Mayer, Monika, Tuma, Clara (2008): Natürlich gesund mit Heilerde,

AT Verlag

9293Autoren

Andrea Linneck

Heilpraktikerin für Psychotherapie – Homöopathin

www.heilzeit-linneck.de

Eva Patzak

Hebamme – Yogalehrerin

Veranstalterin der Doula-Kreise

www.evapatzak.de

Dr. med. vet. Peter Patzak

Heilpraktiker - Homöopath

Sachverständiger für Impfverfahren & Impfschäden,

zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17024

www.impfsachverständiger.de

www.stadtphysicus.de

Uwe Wilhelm Haspel

Praktischer Arzt – Naturheilverfahren

Diagnostik und Therapie nach Dr. med. F.X.Mayr

www.uwewilhelmhaspel.de

94GANZHEITLICHE

IMMUNPROPHYLAXE

Herausgeber: Verein Helping Crane o. z.

Autoren: Arbeitsgruppe IIFF

Haftung für Inhalte

Die in dieser Broschüre beschriebenen Methoden sollen ärztlichen Rat

und medizinische Behandlung nicht ersetzen. Die in diesem Werk vor-

gestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert und werden nach

bestem Wissen und Gewissen vorgestellt. Dennoch übernehmen der

Herausgeber und die Autoren keinerlei Haftung für Schäden irgend-

welcher Art, die direkt oder indirekt aus der Anwendung oder Ver-

wendung der Angaben in diesem Buch entstehen. Sämtliche Infor-

mationen in diesem Werk sind für Interessierte zur Weiterbildung

gedacht.

Haftungsausschluss für externe Links

Unsere Broschüre enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf

deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Daher können wir für diese

fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der

verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Sei-

ten verantwortlich.

Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mög-

liche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum

Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhalt-

liche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhalts-

punkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar.

Urheberrecht

Die Broschüre einschließlich aller ihrer Teile ist nach dem deutschen

Urheberrecht geschützt. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Ver-

breitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des

Urheberrechts bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen

Autors und es Herausgebers. Downloads der pdf und Kopien dieses

Buchs, auch auszugsweise, sind nur für den privaten, nicht kommer-

ziellen Gebrauch gestattet.

 

 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.